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Mekong: Die Mutter aller Flüsse

Die Flusskreuzfahrt auf dem Mekong von Kambodscha nach Vietnam bietet nicht nur spektakuläre Naturerlebnisse, sondern auch kulturelle Höhepunkte wie Besuche der tausend Jahre alten Tempelstadt Angkor Wat. Reisende können in Siem Reap in verschiedene Abenteuer eintauchen, von Tuktuk-Touren bis hin zu geschichtsträchtigen Tempelbesuchen, angeleitet von erfahrenen Guides wie Nhean, der seine Gäste im optimalen Licht durch Angkor Wat führt. Neben Einblicken in das traditionelle Leben am Mekong, beinhaltet die Reise verlockende kulinarische Erlebnisse, wie frittierte Vogelspinnen in Saigon, die mit ihrer Proteinvielfalt überraschen.
Fischer steht in einem kleinen Boot in der Abenddaämmerung am Mekong
Am Mekong erlebt man Szenen, als würde die Zeit schon seit Ewigkeiten stillstehen.

Als wäre der gigantische Mekong bei einer Flusskreuzfahrt von Kambodscha nach Vietnam nicht schon spektakulär genug, erleben Reisende tausend Jahre alte Tempel in Angkor Wat oder rasante Tuktuk-Fahrten und frittierte Vogelspinnen in Saigon.

Sind Sie der Typ, der die Kirsche zuerst isst oder sich den Leckerbissen erst nach dem Tortenstück gönnt? Falls Sie zur ersten Gruppe gehören, starten Sie Ihre Reise durch die Schatzkammer Südostasiens am besten in Siem Reap. Der internationale Flughafen dieser Touristenstadt im nordwestlichen Kambodscha ist der Vorhof zur Tempelstadt Angkor Wat. Je nach Brieftasche fällt hier die Entscheidung zwischen einfachen Quartieren oder Luxusresorts. Und zwischen Auto mit Fahrer und Guide, geführter Tuktuk-Tour oder Leihrädern, in Eigenregie.

In der Welt der Tempel

Nur rund sieben Kilometer von Siem Reap entfernt, beginnt eine faszinierende Reise in die Vergangenheit. Unzählige Tempel wurden auf mehr als 400 Quadratkilometern errichtet, ein Dutzend davon hat tausend Jahre nach ihrer Errichtung Berühmtheit erlangt. Nach zwölf Stunden Flug aus Europa braucht die Touristenseele Zeit, um anzukommen und Pfade zu gehen, die nicht ausgetrampelt sind. Und ja, die gibt es in diesem UNESCO-Weltkulturerbe.

Guide Nhean schickt seine Gäste um sechs Uhr morgens ans Frühstücksbuffet und drückt auf die Tube. „Wir werden Angkor Wat von Osten betreten, dann taucht der Sonnenaufgang die Tempelanlage in ein besonders schönes Licht.“ Der Kambodschaner erzählt auf dem Weg die Geschichte der sagenumwobenen Tempel. Mehr als 300.000 Menschen und 6.000 Elefanten haben 37 Jahre lang daran gearbeitet, den Haupttempel Angkor Wat zu errichten. Dieses Nationalsymbol Kambodschas ist seit 1863 auf der Fahne abgebildet und natürlich auf Millionen Schnappschüssen von Touristen.

Als Europäer kennen wir sakrale Bauten wie den Stephansdom, Notre-Dame oder den Mailänder Dom. Doch diese Tempelanlage aus warm leuchtendem Sandstein sprengt alle vertrauten Dimensionen. 1,5 mal 1,3 Kilometer misst das Areal, in dessen Zentrum der markante Tempel mit den fünf Türmen steht, der höchste misst 65 Meter. Angkor Wat war jahrhundertelang das Zentrum des Königreichs der Khmer. Hindus und Buddhisten kommen hierher, benetzen sich mit Wasser und beten.

Nach eineinhalb Stunden in stillem Genuss geraten wir mit Nhean in den Trubel vor dem Haupteingang im Westen. Der klassische Fotospot liegt am Seerosenteich vor jenem Ausblick, der die kambodschanischen Geldscheine ziert. Wem dieses Schauspiel alleine noch nicht genügt, kann aus einem Fesselballon Angkor Wat und die umgebenden Tempel aus der Vogelperspektive bewundern.

Begeistert war wohl auch Angelina Jolie, erzählt Nhean im Wissen um die Popularität der Schauspielerin und ihrer Figur Lara Croft. Die Dreharbeiten des Hollywoodstars waren hier eine große Sache und brachten dem mystischen Tempel Ta Prohm den Spitznamen „Tomb Raider-Tempel“. Die Wurzeln riesiger Thitpok-Bäume und Würgefeigen ranken sich aus Türmen und Hallen, breiten sich immer weiter auf kunstvoll bearbeiteten Steinen aus. Dieser Tempel wurde nach der Entdeckung nicht restauriert, sondern der Natur überlassen. Am späten Nachmittag leert sich die Anlage, Vögel stimmen zu Sonnenuntergang ihr Lied an, Grillen zirpen und das Licht fällt mystisch durch das Blätterdach.

Sonnenaufgang beim Tempel Angkor Wat.
Sonnenaufgang hinter dem Haupttempel von Angkor Wat. © Getty Images
Die Kreuzfahrt beginnt

Südlich von Siem Reap liegt der Tonle-Sap-See. Wegen des meist niedrigen Wasserstands geht es via Tragflügelboot vorbei an Pfahlbauten und schwimmenden Dörfern zum Südufer. Nach fünf Stunden Fahrt wartet das Flusskreuzfahrtschiff MS Mekong Prestige II, 70 Meter lang und 13 Meter breit, mit nur 32 Kabinen und gleich vielen Personen als Besatzung. Die meisten Kabinen haben einen eigenen Balkon und wirken wie ein geräumiges Hotelzimmer mit elegantem Bad.

Am nächsten Morgen besuchen wir Kampong Chhnang, wo Reisanbau und Fischerei den Alltag bestimmen. Die buddhistische Tempelanlage ist rund 500 Jahre alt, ihre Wand- und Deckenmalereien gelten als kulturgeschichtlich relevant. Der örtliche Reiseleiter hält sich die Hand vor, als er raunt: „Die Roten Khmer haben fast alles zerstört. Aber diese Fresken haben sie zum Glück übersehen.“

Die Reiseleitung überrascht dann mit einem ungewöhnlichen Shuttle. Ochsenkarren bringen jeweils zwei Leute zurück zum Schiff. Und noch am selben Tag landen wir in der ehemaligen Hauptstadt Kambodschas, Oudong. Unzählige Stupas aus der Zeit der letzten Khmer-Könige bieten in einer monumentalen Nekropole ein lohnendes Ziel für einen Spaziergang.

Im größten Tempel warten zwei junge Mönche auf unsere Reisegruppe. Wir streifen beim Eingang artig die Schuhe ab. Je nach Zustand der Knie hocken wir im Schneidersitz oder etwas steif auf Teppichen, während die orange gekleideten Geistlichen eine kleine Zeremonie halten, die mit einem Segen für die Fremden endet.

Zwei Mönche in orangen Gewändern und gelben Sonnenschirmen alleine auf einem Weg
Am Land erlebt man das traditionelle Asien. © Getty Images

Viele Stupas und Schreine säumen den Weg, Händler verkaufen Räucherstäbchen und Waren für Pilger. Nur wenigen Reisenden ist bewusst, wie groß die Wirkung jedes Dollars ist, den sie hier in eine Wasserflasche oder kleine Souvenirs investieren. Rund 380 US-Dollar beträgt das monatliche Durchschnittsgehalt von Angestellten in Tourismus und Gastronomie, erst der Tip (englisch für Trinkgeld) sichert das Auskommen der Familie. Tourismus ist eine wichtige Einnahmequelle dieses heute friedlichen und stabilen Landes.

Der dritte Schiffstag führt zu Silberschmieden und anderen Handwerkern in Chong Koh, die hoffen, ein paar Schmuckstücke, Körbe oder Schnitzereien an den Mann oder die Frau zu bringen. Die Reederei unterstützt ein Schulprojekt, so fahren wir in einer Tuktuk-Kolonne zu einer Grundschule. Die Lehrerin präsentiert die Englischkenntnisse der uniformierten Schüler, die stolz lächelnd unsere Fragen beantworten. Hefte, Bleistifte und Schulbücher sind aus Spenden finanziert, die offensichtlich ankommen und nachhaltig wirken.

Snack mit acht Beinen in Phnom Penh

Nur 25 Kilometer südöstlich liegt Phnom Penh. Während wir an Bord zu Mittag essen, steuert die Mekong Prestige II das Ufer an. Die bekannteste Stupa der kambodschanischen Hauptstadt, Wat Phnom, liegt auf einem fast 30 Meter hohen Hügel und besteht aus Statuen, Treppen, Rampen und Schreinen aus mehreren Jahrhunderten. In einem großen Baum halten riesige Fledermäuse zusammengefaltet ihr Schläfchen.

Die Stadt verdankt diesem Tempel ihren Namen. Einige nützen die Freizeit danach, um am Ufer des Mekong den Charme der einstmaligen französischen Kolonie zu erkunden. Läden, seriöse und andere Massagesalons, Anbieterinnen von Pediküre und Streetfood warten auf harte Devisen. Eine Straßenhändlerin bietet Frittiertes in großen Metallschalen feil.

Neben garen kleinen Fledermäusen und Reisfeldmäusen gibt es besonders Proteinreiches: Maden und Vogelspinnen. Drei handtellergroße Achtbeiner mit Dipsauce für zwei Dollar, ein echtes Schnäppchen. Die Delikatesse ist relativ neu auf dem Speiseplan. Als während des brutalen Regimes der Roten Khmer unter Pol Pot viele Menschen in den dichten Dschungel geflüchtet waren, mussten sie essen, was sie kriegen konnten. Vogelspinnen sind Eiweißlieferanten und Sattmacher, also landeten sie im heißen Fett. Viele Kambodschaner finden immer noch Geschmack daran und bestellen sie an der Busstation ebenso wie in feinen Restaurants.

„I am still alive!“

Die Reiseleitung zeigt Geschichtsbewusstsein und führt nicht nur zur Silberpagode beim Königlichen Palast, sondern auch zu den Killing Fields. 1975 bis 1979 hatten die maoistisch-nationalistischen Roten Khmer an mehr als dreihundert Orten in Kambodscha Massenmorde begangen. Insgesamt verloren mehr als zwei Millionen Menschen ihr Leben. Im ehemaligen Gefängnis S-21 erinnert heute das Tuol-Sleng-Genozid-Museum an die dort begangenen Verbrechen.

Die Autorin Claudia Schanza mit dem Zeitzeugen Bou Meng
Autorin Claudia Schanza traf den Zeitzeugen Bou Meng zu einem bewegenden Gespräch. © Claudia Schanza

An einem kleinen Tischchen im ehemaligen Gefängnishof sitzt Bou Meng mit einem Stapel Bücher, die er selbst verfasst hat. Er hatte Glück im Unglück: Als einer von nur sieben Menschen hat er die Folter- und Tötungsmaschine S-21 überlebt, in der 20.000 starben. Er war 1976 mit seiner Frau Ma Yoeun festgenommen worden – die er verlor, genauso wie seine Kinder und seinen Bruder, insgesamt sieben Verwandte. „Ich konnte malen und wegen meiner Gemälde von Pol Pot haben sie mich überleben lassen.“ Heute ist Bou Meng 81 Jahre alt, am Leben hält ihn die Hoffnung. „Warum ich noch immer da bin und mit Besuchern rede? Meine Botschaft lautet ,I am still alive!‘“

Insel der Seidenschneider

Nach dieser nachdenklich stimmenden Begegnung fährt die Mekong Prestige II los, um kurz darauf auf Silk Island anzulegen. Hier dreht sich alles um die flauschige Seidenraupe und fertige Seidenprodukte, die aus Fabriken stammen. In allen Farben, Mustern und Schnitten werden preiswerte Stoffe, Blusen, Täschchen und andere Produkte angeboten.

Der fünfte Tag auf dem Schiff führt schließlich flussabwärts zur Grenze nach Vietnam. Mal Zeit, die Deckchairs unter Sonnenschirmen zu genießen und Dörfer an sich vorbeiziehen zu lassen. Um die Warterei während der Zollformalitäten zu überbrücken, demonstrieren Bordköche ihr Können und schnitzen kleine Kunstwerke aus Melonen und Gemüse, während einige Passagiere sich im Wickeln von Summer Rolls üben.

Das Haus des Liebhabers

An Land gehen wir wieder in Sa Ðéc, wo viele Fassaden von der französischen Kolonialzeit geprägt sind und vor sich hin modern. Hier besuchen wir bei einem Landgang ein Haus, das in einem Bestseller verewigt ist, nämlich in Marguerite Duras’ stark autobiografisch geprägtem Buch „Der Liebhaber“ aus dem Jahr 1984. Die 15-jährige Protagonistin verliebt sich im seinerzeitigen Indochina in den 1930er-Jahren auf einer Mekong-Fähre in einen zwölf Jahre älteren Mann. Die amouröse Angelegenheit wurde mehrmals verfilmt. Doch die Romantik von damals findet man heute nur schwer.

Am Markt nahe des ehemaligen Hauses des Liebhabers zappeln gehäutete Frösche, die an den Beinen zusammengebunden sind. Daneben schnappen große Fische in einer Wasserschale nach Luft. Mangels Kühlung müssen die Tiere so lang wie möglich leben, um frisch zu bleiben. Händler warten mit eingelegten Schlangen und Skorpionen, getrockneten Seepferdchen und saftigen Hühnerkrallen auf Kundschaft. Am letzten Abend entspannen wir uns an Bord bei einer Tanzshow, während das Schiff sich Hồ-Chí-Minh-Stadt nähert, auch bekannt unter dem alten Namen Saigon.

Großes Finale in Saigon

Der Abschied von der Crew der Mekong Prestige erfolgt herzlich, während das Gepäck zu einem Auto mit dem Fahrer namens Tung und einer eifrigen Reiseleiterin gebracht wird. Zu viert geht es nun zu Sehenswürdigkeiten der größten Stadt Vietnams. Die alte Hauptpost des französischen Architekten Gustave Eiffel und die Notre-Dame-Basilika sind Wahrzeichen aus der französischen Kolonialzeit.

Ansicht von Saigon
Saigon verbindet das Alte mit dem Modernen. © Getty Images

Aber das Herz der Führerin geht so richtig auf, als sie vor einem Panzer zu stehen kommt, der für sie großen Symbolwert hat: Der nordvietnamesische Panzer hatte am 30. April 1975 die Tore des einstigen Präsidentenpalastes durchbrochen und das Ende des Vietnamkriegs eingeleitet. „Der Palast der Wiedervereinigung ist das Symbol für die Einheit und Unabhängigkeit der Vietnamesen. Das sehen wir uns jetzt näher an.“ Es folgt eine detailverliebte Führung, vom Dachgeschoß bis zum Keller.

Gigantische Speisesäle, Sitzungssäle, Büroräume und Stiegenhäuser – alles erinnert an lupenreinen DDR-Funktionärsbarock und 1970er-Design in Reinkultur. Haarklein schildert die Vietnamesin, wo wann wer mit wem verhandelt, gegessen oder telefoniert hat. Die Stadt erinnert im 21. Jahrhundert allerorts an ihren Namensgeber, den kommunistischen Revolutionär Hồ Chí Minh. Überall Statuen, Plakate, Häferln, Taschen und Aufkleber mit seinem Konterfei.

Schließlich endet die Reise, wie sie begonnen hat: in einem Luxushotel. Das Zimmer 1808 weit oben im Sofitel Saigon Plaza ist elegant-schick eingerichtet und bietet einen großartigen Ausblick auf eine Stadt, deren Vergangenheit und Gegenwart Stoff für viele Bücher und Filme liefern. Auf der Dachterrasse schweifen die Gedanken zum Mekong. Eigentlich heißt der Strom Mae Nam Khong, übersetzt: Mutter aller Flüsse. Er ist fast 5.000 Kilometer lang und fließt von Tibet durch sechs Länder bis zum Meer. Unsere Reise von Siem Reap nach Saigon machte 570 nautische Meilen aus, das sind 1.055 Kilometer. Und ja, wer sich die Kirsche lieber für den Schluss aufhebt, sollte diese Kreuzfahrt in Saigon beginnen und in Angkor Wat beenden.

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