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Burgenland Energie eröffnet Agri-PV-Wind-Projekt in Gattendorf

In Gattendorf ist eine der größten Photovoltaikanlagen mit beweglichen Solarmodulen in Österreich in Betrieb gegangen. Die neue Anlage von Burgenland Energie verfügt über eine Leistung von rund 86 Megawatt und soll jährlich etwa 105 Millionen Kilowattstunden Sonnenstrom erzeugen. Das Besondere: Der Solarpark wird mit bestehenden Windparks verbunden, während die Flächen weiterhin landwirtschaftlich genutzt werden können.
V. l.: Lukas Gschiesl, Stephan Sharma, Renate Steger, Hans Peter Doskozil, Michael Weixelbraun und Tomasz Nowosielski. © Burgenland Energie AG/Land Burgenland/Hans Christian Gmasz

Landeshauptmann Hans Peter Doskozil und Burgenland-Energie-CEO Stephan Sharma nahmen die Anlage am Mittwoch offiziell in Betrieb. Das Projekt soll einen weiteren Beitrag dazu leisten, die Abhängigkeit des Burgenlands von Energieimporten zu verringern. „Unser Ziel ist klar: Wir wollen das Burgenland so rasch wie möglich unabhängig von ausländischen Energieimporten machen. Mit Gattendorf nehmen wir das nächste große Energieunabhängigkeits-Projekt in Betrieb. Hier erzeugen wir für die kommenden Jahrzehnte heimischen Strom für unsere Bevölkerung, die Gemeinden und Unternehmen. Das zeigt, wie wir die Energieunabhängigkeit im Burgenland Schritt für Schritt gemeinsam umsetzen“, betont Doskozil.

138.000 Solarmodule folgen dem Sonnenverlauf

In Gattendorf kommt sogenannte Tracker-Technologie zum Einsatz. Rund 138.000 bewegliche Photovoltaikmodule richten sich automatisch nach dem Sonnenstand und bewegen sich im Tagesverlauf von Osten nach Westen. Laut Burgenland Energie soll dadurch rund zehn Prozent mehr Sonnenstrom erzeugt werden als mit einer herkömmlichen Photovoltaikanlage. „Wir nutzen Wind und Sonne gemeinsam und gewinnen durch modernste Technologie mehr heimischen Strom. Die beweglichen Solarmodule folgen dem Sonnenverlauf vom Sonnenaufgang bis zum Sonnenuntergang. Damit produzieren wir 10 Prozent mehr Sonnenstrom im Vergleich zu einer herkömmlichen PV-Anlage. Für die Einspeisung nutzen wir den bestehenden Netzanschluss der Windparks. So verbinden wir zwei erneuerbare Energiequellen zu einer effizienten gemeinsamen Infrastruktur“, erklärt Sharma.

Die neue PV-Anlage wird mit den bestehenden Windparks in Potzneusiedl, Kittsee und Neudorf verbunden. Damit kann die bereits vorhandene Netzinfrastruktur gemeinsam genutzt werden. Das kombinierte Wind- und Photovoltaikkraftwerk erreicht laut Unternehmen eine Gesamtleistung von rund 172 Megawatt und eine jährliche Stromerzeugung von etwa 300 Gigawattstunden.

Solarpark in nur 13 Monaten errichtet

Die neue Anlage wurde innerhalb von 13 Monaten gebaut. Nach Angaben des Unternehmens war dafür insbesondere die Zusammenarbeit mit der Gemeinde Gattendorf, dem Land Burgenland und Nichtregierungsorganisationen entscheidend. Als Agri-Photovoltaikprojekt ist der Solarpark so konzipiert, dass die betroffenen Flächen weiterhin landwirtschaftlich genutzt werden können.

Burgenland Energie sieht darin einen wichtigen Baustein für den weiteren Ausbau erneuerbarer Energie. „Drei Innovationen zeichnen das Agri-PV-Wind-Projekt Gattendorf aus: Wir nutzen das Netz intelligent, wir nutzen die Sonne intelligent und wir schaffen auf Jahrzehnte regionale Wertschöpfung. Damit kommen wir dem Ziel der Energieunabhängigkeit und Klimaneutralität Burgenlands wieder einen großen Schritt näher und erhöhen die Wertschöpfung in unserer Heimat durch die Substitution von ausländischen, fossilen Energieimporten. Seit 2021 haben wir das gesamte Energiesystem im Burgenland gemeinsam umgebaut und die heimische, erneuerbare Eigenproduktion mehr als verdoppelt. Dieses Tempo und diese Umsetzungskraft behalten wir bei“, sagt Sharma.

Zusätzliche Einnahmen für die Gemeinde Gattendorf

Auch die Gemeinde soll finanziell vom neuen Solarpark profitieren. Laut Burgenland Energie erhält Gattendorf durch die Anlage zusätzliche jährliche Einnahmen über einen Zeitraum von 20 Jahren. Bürgermeister Robert Kovacs begrüßt das Projekt: „Nachhaltigkeit und erneuerbare Energie für die Gemeinde sind wichtige Zukunftsthemen. Hier positioniert sich Gattendorf ganz klar und leistet einen Beitrag dazu, die Klima- und Energiestrategieziele des Landes Burgenland zu unterstützen, um unseren gesamten Energiebedarf zukünftig selbstständig abzudecken.“

Darüber hinaus bietet das Unternehmen ein Bürgerbeteiligungsmodell an. Dabei besteht laut Burgenland Energie die Möglichkeit, sich für fünf Jahre zu beteiligen und eine jährliche Fixverzinsung von drei Prozent zu erhalten. „Neben den Einnahmen für die Gemeinde Gattendorf, haben auch die Gattendorferinnen und Gattendorfer die Möglichkeit, sich wirtschaftlich zu beteiligen. Mit dem Bürgerbeteiligungsmodell besteht die Möglichkeit auf fünf Jahre eine jährliche Fixverzinsung von 3 Prozent zu erhalten“, erklärt Sharma.

Strompreis von 10 Cent pro Kilowattstunde

Auch Haushalte und Unternehmen sollen von der regionalen Stromproduktion profitieren können. Über die Energiegemeinschaft Fanclub Burgenland Energie (FCBE) wird laut Unternehmen Strom aus burgenländischen Wind- und Photovoltaikanlagen zu einem Energiepreis von 10 Cent pro Kilowattstunde angeboten. Dieser Energiepreis soll für 20 Jahre stabil bleiben – ohne Indexierung und ohne Mitgliedsgebühren. Die Angaben beziehen sich auf den Energiepreis, nicht auf sämtliche Bestandteile der Stromrechnung.

„Energieunabhängigkeit bedeutet für uns nicht nur, mehr heimischen Strom zu erzeugen. Entscheidend ist, dass die Menschen und Gemeinden unmittelbar davon profitieren. Mit langfristig stabilen Strompreisen, zusätzlichen Einnahmen für die Gemeinden und Möglichkeiten zur Bürgerbeteiligung bleibt die Wertschöpfung in der Region. Das ist unser burgenländischer Weg der Energiewende“, betonen Doskozil und Sharma abschließend.

 

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