Mit dem Frühlingsstart ist auch die Radsaison in Niederösterreich eröffnet. Radfahren zählt zu den wichtigsten Motiven für Besuche im Bundesland: Mehr als zehn Prozent der Urlaubsgäste kommen hauptsächlich zum Radfahren nach Niederösterreich, bei Gästen aus dem Ausland ist es sogar fast die Hälfte. Bei einer Pressekonferenz am Nibelungenplatz in Tulln präsentierten Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner, Niederösterreich-Werbung-Geschäftsführer Michael Duscher und weitere Vertreter die Pläne für die Saison 2026. Im Mittelpunkt: Qualität, Digitalisierung, Service und die stärkere Ansprache internationaler Gäste.
Upgrade für einen Klassiker
Das Herzstück des niederösterreichischen Radtourismus ist und bleibt laut Niederösterreich Tourismus der Donauradweg. 260 Kilometer führen durch Niederösterreich, vorbei an der Wachau und durch das UNESCO-Welterbe Donaulimes. Jährlich sind über 900.000 Radfahrer auf der Route unterwegs, die als Teil des internationalen Fernradwegs EuroVelo 6 europäische Bedeutung hat.
Nun soll der Abschnitt von Ennsdorf bis Berg im Rahmen eines LEADER-Projekts namens „Donauradweg 3.0″ gezielt aufgewertet werden. Geplant sind ein einheitliches Leitsystem, eine neue Marke, eine überarbeitete Erlebnislandkarte sowie große Landmark-Säulen, die Gäste auf Ausflugsziele in der Umgebung aufmerksam machen sollen. In die Vorbereitung wurden bereits 58 Gemeinden direkt am Radweg, 108 im Umland sowie zahlreiche Betriebe und Touristiker eingebunden.
Landeshauptfrau Mikl-Leitner betonte bei der Pressekonferenz: „Der Donauradweg zählt als eine unserer 10 Top-Radrouten zu unseren wichtigsten touristischen Aushängeschildern und ist als Teil des EuroVelo 6 eine der bedeutendsten Radverbindungen Europas. Mit Initiativen wie ‚Discover your Danube‘ wird die Sichtbarkeit dieses Erlebnisraums für internationale Gäste gemeinsam mit vielen Partnern in Zukunft weiter gestärkt.“
Neue Optik für die „Donauwellen“
Wer den Donauradweg kennt, kennt auch die markanten „Donauwellen“-Tafeln entlang der Strecke. 27 davon sollen bis Ende Mai mit frischen, künstlerischen Motiven versehen werden. Den Wettbewerb, der gemeinsam mit „Kunst im öffentlichen Raum“ ausgeschrieben wurde, gewann der Südtiroler Künstler Siggi Hofer. Die erste neue Tafel wurde bei der Pressekonferenz präsentiert, die restlichen folgen im Laufe des Sommers.
Bernhard Schröder, Geschäftsführer von Donau Niederösterreich Tourismus: „Neben dem Leader-Projekt ‚Donauradweg 3.0′ zur Qualitätssteigerung und stärkeren Einbindung des Umlandes für touristische Wertschöpfung und Erhöhung des Kundenservices verbessern wir auch das Erlebnis entlang der Strecke.“
International denken: „Discover your Danube“
Ein besonderes Projekt ist die neue länderübergreifende Initiative „Discover your Danube“. Gemeinsam wollen Österreich Werbung, Visit Hungary und die Deutsche Zentrale für Tourismus, zusammen mit den Tourismusorganisationen Bayerns, Baden-Württembergs, Oberösterreichs und Niederösterreichs, die Donau als zusammenhängenden Erlebnisraum international positionieren.
„Schon jetzt kommen rund 13 Prozent der Urlaubsgäste vorrangig zum Radfahren nach Niederösterreich, bei den Gästen aus dem Ausland sind es sogar rund 50 Prozent. Darin steckt ein großes Potenzial für mehrtägige Radurlaube, zu denen wir mit unseren Maßnahmen gezielt inspirieren wollen“, sagte NÖ-Werbung-Geschäftsführer Michael Duscher.
390 Betriebe, mehr Zählstellen, neue Karte
Neben den großen Leitprojekten tut sich auch im Detail einiges. Die Qualitätsoffensive „Radpartner Niederösterreich“ wächst weiter: Aktuell sind 390 Betriebe zertifizierte Mitglieder – von Nächtigungsbetrieben über Direktvermarkter bis zu rund 90 gut per Rad erreichbaren Ausflugszielen. Neu ab 2026: Auch Shops und Servicebetriebe für Verleih, Transport oder Reparatur können dem Netzwerk beitreten.
Parallel dazu werden heuer acht neue Radverkehrszählanlagen auf wichtigen Routen installiert, unter anderem am Ybbstalradweg, dem Iron Curtain Trail und dem EuroVelo 9, um das Nutzungsverhalten besser zu verstehen. Und ab Sommer 2026 gibt es eine überarbeitete Radkarte mit Booklet, die Übersicht und Inspiration für mehrtägige Radtouren liefern soll.
Tullns Bürgermeister Peter Eisenschenk zog ein positives Fazit für seine Stadt: „Mit der malerisch gestalteten Donaulände bietet Tulln schon lange ein mehr als attraktives Umfeld für die tausenden Radfahrerinnen und Radfahrer, die auf dem Donauradweg unterwegs sind.“




