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Dorfentwicklungsstrategie 2026: Burgenland setzt auf Miteinander

Ideen und Beteiligung – Das fasst die Dorfentwicklungsstrategie 2026 vom Land Burgenland zusammen. 171 Gemeinden werden mit einem umfassenden Paket aus Förderung, Beratung und Vernetzung unterstützt. Im Mittelpunkt stehen die Stärkung der Ortskerne, die Revitalisierung von Leerständen, Klimaschutzmaßnahmen und nachhaltige Entwicklung. Für die Umsetzung stehen bis Juni 2027 eine Million Euro zur Verfügung.
Landeshauptmann-Stellvertreterin Anja Haider-Wallner präsentierte mit Johanna Aufner, Architekturraum Burgenland und ViA ZT Architektur KG, dem Pöttelsdorfer Bürgermeister Christian Kurz und Pöttelsdorfs Vizebürgermeister Roland Piller die Dorfentwicklungsstrategie 2026.
Landeshauptmann-Stellvertreterin Anja Haider-Wallner präsentierte mit Johanna Aufner, Architekturraum Burgenland und ViA ZT Architektur KG, dem Pöttelsdorfer Bürgermeister Christian Kurz und Pöttelsdorfs Vizebürgermeister Roland Piller die Dorfentwicklungsstrategie 2026. © Landesmedienservice Burgenland

Ortskerne stärken, Zukunft sichern: Mit der neuen Dorfentwicklungsstrategie 2026 stellt das Land Burgenland die Weichen für die Zukunft seiner 171 Gemeinden. „Die Entwicklung unserer Gemeinden ist eine der wichtigsten Zukunftsaufgaben im Burgenland“, betonte Haider-Wallner bei der Vorstellung der neuen Strategie in Pöttelsdorf.

Vier Bausteine für die Gemeinden

Die Dorfentwicklungsstrategie vereint erstmals Förderung, Beratung, Vernetzung und Beteiligung in einem Gesamtpaket. Herzstück sind vier zentrale Elemente: eine neue Förderrichtlinie für Dorfentwicklungsmaßnahmen, der strategische Leitfaden „Gemeinsam gestalten“, der neue „Impulsraum Dorfentwicklung Burgenland“ sowie regelmäßige Sprechtage für Gemeinden, Vereine und Privatpersonen.

„Mit der Dorfentwicklungsstrategie 2026 bringen wir Förderung, Beratung und Beteiligung erstmals in einem Paket zusammen. Damit geben wir Gemeinden zusätzliche Unterstützung, um Projekte vor Ort auf den Weg zu bringen“, erklärte Haider-Wallner.

Für die Umsetzung der Maßnahmen stehen bis Juni 2027 insgesamt eine Million Euro an Fördermitteln zur Verfügung. Die Initiative ist Teil der Umsetzung des burgenländischen Regierungsprogramms in den Bereichen Bodenschutz, ländliche Entwicklung und Dorferneuerung.

Neue Förderrichtlinie tritt mit Juni in Kraft

Ein zentraler Bestandteil des Maßnahmenpakets ist die neue „Richtlinie zur Förderung von Maßnahmen der Dorfentwicklung im Burgenland 2026“, die mit 1. Juni in Kraft getreten ist und die bisherige Regelung aus dem Jahr 2015 ersetzt.

Gefördert werden künftig unter anderem Projekte zur Revitalisierung und Nachnutzung von Gebäuden in Ortskernen, Maßnahmen zur Stärkung der lokalen Wohn-, Wirtschafts- und Sozialstruktur sowie Initiativen zur Sanierung und Energieeinsparung. Auch qualitätsvolle Planungen und Investitionen im öffentlichen Raum können unterstützt werden. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf Baukultur, Ortsbildschutz sowie nachhaltigen und klimafreundlichen Lösungen.

„Gemeinsam gestalten“ als Orientierungshilfe

Mit dem Leitfaden „Gemeinsam gestalten“ reagiert das Land auf aktuelle Herausforderungen wie Klimawandel, Leerstand, Abwanderung und den Funktionsverlust vieler Ortszentren. Der Ansatz legt Wert auf eine Entwicklung von innen nach außen. Das heißt, bestehende Gebäude sollen revitalisiert, Leerstände genutzt und Ortskerne gestärkt werden. Damit soll der Flächenverbrauch reduziert und gleichzeitig lebendige Zentren mit Wohnen, Arbeiten, Nahversorgung, Handwerk und Kultur geschaffen werden.

„Dorfentwicklung funktioniert nur gemeinsam. Niemand kennt die Stärken und Herausforderungen eines Dorfes besser als die Menschen, die dort leben. Deshalb setzen wir auf Austausch und Beteiligung statt Vorgaben von oben“, so Haider-Wallner. Der Leitfaden richtet sich an Gemeinden, Vereine, engagierte Bürger sowie Planer und soll als praxisnahe Orientierung für zukünftige Projekte dienen.

Mehr Lebensqualität und Klimaschutz

Ein wesentliches Ziel der Strategie ist die Sicherung und Verbesserung der Lebensqualität in den burgenländischen Gemeinden. Geplant sind unter anderem barrierearme Freiräume, wohnortnahe Grünflächen und Begegnungszonen sowie Maßnahmen zur Entsiegelung versiegelter Flächen.

Naturnahe Bereiche sollen nicht nur das Ortsbild aufwerten, sondern auch das Mikroklima verbessern, die Biodiversität fördern und Gemeinden widerstandsfähiger gegenüber den Folgen des Klimawandels machen.

Vernetzung durch den neuen Impulsraum

Mit dem „Impulsraum Dorfentwicklung Burgenland“ entsteht zudem eine neue Plattform für Vernetzung und fachlichen Austausch. Gemeinden, Experten sowie engagierte Bürger sollen voneinander lernen und erfolgreiche Projekte vorstellen können. Das nächste Event ist für den 17. September geplant.

Ergänzend dazu startet das Land Burgenland regelmäßige Sprechtage. Gemeinden, Vereine und Privatpersonen erhalten dabei Unterstützung bei Projektideen, Informationen zu Fördermöglichkeiten sowie Beratung bei Planung und Umsetzung. Die ersten Termine finden am 24. September in Eisenstadt und am 22. Oktober in Oberwart statt.

Gemeinden als lebenswerte Heimat stärken

Für Anja Haider-Wallner steht dabei vor allem die Lebensqualität der Menschen im Mittelpunkt: „Lebensqualität zeigt sich für mich in den kleinen Momenten im Dorf: wenn Jung und Alt einander begegnen, wenn Gemeinschaft spürbar ist und ein Ort wirklich lebt.“

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