Story

Magier Fab Fox im Talk: „Mut ist der beste Zaubertrick“

Was mit ein paar Kartentricks im Kinderzimmer begann, führt Fabian Blochberger, alias Fab Fox, heute auf die größten Bühnen Europas. Zuletzt stand der niederösterreichische Magier und Illusionist als erster Österreicher im Finale von Britain’s Got Talent. Wie er die internationale Magieszene aufmischt und warum er glaubt, dass echtes Staunen das Kostbarste ist, was wir haben, erzählt er uns im schau-Talk.
© 13PM

Das beschauliche Krumbach in der Buckligen Welt zählt knapp 2.000 Einwohner. Hier ist Fab Fox als Sohn der Eis-Greissler-Familie aufgewachsen, hier hat alles begonnen – mit einem Zauberkasten unter dem Christbaum und einer Bühne, die damals noch das eigene Wohnzimmer war. Heute lässt der 27-Jährige Motorräder verschwinden, liest Gedanken und verzaubert ein Millionenpublikum mit spektakulären Illusionen. Hinter all den großen Effekten steckt jedoch dieselbe Leidenschaft wie damals. Was ihn bis heute antreibt, wie er die vergangenen Monate erlebt hat und weshalb Magie auch im digitalen Zeitalter nichts von ihrer Faszination verloren hat, erzählt er im Gespräch.

schauvorbei.at: Fabian, die letzten Wochen waren sehr aufregend und ereignisreich für dich. Wie geht es dir gerade?
Fab Fox: Ehrlich gesagt bin ich gerade unglaublich dankbar. Die letzten Monate waren ein absoluter Wahnsinn – vom Supertalent-Finale und dem 2. Platz dort über Britain’s Got Talent bis hin zu vielen eigenen Shows. Natürlich ist das auch anstrengend, aber ich versuche wirklich, diese Momente bewusst zu genießen. Als kleiner Junge aus der Buckligen Welt hätte ich mir nie vorstellen können, einmal vor Millionen Menschen aufzutreten.

schauvorbei.at: Beim Britain’s Got Talent-Finale am 30. Mai bist du zwar nicht als Sieger hervorgegangen, aber als erster Österreicher überhaupt im Finale gestanden. Überwiegt gerade die Enttäuschung oder die Dankbarkeit für diese Reise?
Fab Fox: Ganz klar die Dankbarkeit. Natürlich träumt man davon, zu gewinnen, wenn man einmal im Finale steht. Es wäre gelogen, wenn ich etwas anderes sagen würde. Aber wenn ich zurückblicke, dann überwiegt das Positive bei weitem. Ich durfte auf einer der größten Bühnen der Welt auftreten, habe unglaubliche Menschen kennengelernt und Erfahrungen gesammelt, die mir niemand mehr nehmen kann. Und das immerhin vor über 10 Millionen TV-Zusehern.

schauvorbei.at: Mit zehn Jahren hat alles mit einem Zauberkasten unter dem Christbaum angefangen. Gab es irgendwann einen ganz konkreten Moment, wo du dir gedacht hast: „Das ist es, das mache ich mein Leben lang?“
Fab Fox: Ja, tatsächlich. Als ich das erste Mal auf einer Bühne stand und gemerkt habe, wie Menschen gemeinsam lachen, staunen und für einen Moment den Alltag vergessen – das war wie ein Schalter, der umgelegt wurde, und da wurde mir klar: Es geht gar nicht nur um Tricks. Es geht darum, Emotionen zu erzeugen, echte Momente zu schaffen. Deswegen ist mir das auch bei meinen Shows nach wie vor das Wichtigste: It’s never the trick, always the story.

schauvorbei.at: Hattest du eigentlich einen Plan B für den Fall, dass es als Magier nichts wird?
Fab Fox: Wenn ich ehrlich bin: nicht wirklich. Ich habe natürlich meine Matura fertig gemacht und auch vernünftig gedacht, das schon. Aber innerlich gab es immer nur Plan A. Ich habe von Anfang an alles auf die Karte Magie gesetzt, ohne großes Sicherheitsnetz. Vielleicht war das naiv, aber manchmal braucht es genau diesen Mut, dieses Vertrauen in das, was man tut.

schauvorbei.at: Haben dich deine Eltern von Anfang an unterstützt?
Fab Fox: Absolut. Sie haben mich immer machen lassen und nie gebremst, auch wenn die Idee „Ich werde Magier“ nicht unbedingt nach einem klassischen Karriereplan klingt. Ich glaube, das ist gar nicht selbstverständlich. Ohne ihre Unterstützung wäre vieles von dem, was ich heute erleben darf, nicht möglich gewesen.

schauvorbei.at: Was würdest du deinem jüngeren Ich heute raten?
Fab Fox: Mach dir weniger Gedanken darüber, was andere denken – das kostet so viel Energie, die man viel besser investieren kann. Viele Chancen kommen genau dann, wenn man mutig genug ist, sie zu ergreifen, auch wenn der Moment sich nicht perfekt anfühlt. Und: Hab Geduld. Die meisten Erfolge passieren nicht über Nacht, auch wenn es von außen manchmal so aussieht.

schauvorbei.at: Wie lange bereitest du dich auf einen Trick oder Stunt vor und was passiert, wenn live etwas schiefgeht?
Fab Fox: Die Vorbereitung kann von ein paar Wochen bis zu mehreren Jahren dauern. Manche Illusionen sehen auf der Bühne nach wenigen Minuten Vorbereitung aus, dahinter stecken aber hunderte Stunden Arbeit, Proben und Feinschliff. Das ist etwas, das dem Publikum meist verborgen bleibt, und das soll es auch. Und wenn etwas schiefgeht, dann improvisiert man einfach. Das gehört irgendwo auch zur Magie dazu. Das Publikum merkt oft gar nicht, dass etwas nicht nach Plan läuft.

schauvorbei.at: Dein Zeitreise-Trick bei Britain’s Got Talent mit Rapper KSI ist viral gegangen. Wie wichtig ist dir Social Media – reicht die Bühne allein noch, oder braucht Magie heute auch das Netz?
Fab Fox:
Beides gehört heute zusammen, das eine ohne das andere funktioniert kaum noch. Die Bühne bleibt für mich das Herzstück, daran hat sich nichts geändert. Nichts ersetzt den Moment, wenn Menschen live vor dir sitzen und du ihre Reaktion direkt spürst. Aber Social Media ermöglicht es, genau diese Magie mit Millionen Menschen zu teilen, weit über den Saal hinaus. Gerade für junge Künstler ist das eine riesige Chance, die es früher so einfach nicht gab. Für mich persönlich ist es Fluch und Segen gleichzeitig.

schauvorbei.at: Auf der anderen Seite haben „How it’s done“-Videos auf YouTube Millionen Klicks. Wie gehst du damit um? Stirbt die Magie, wenn jeder das Geheimnis hinter einem Trick kennt?
Fab Fox:
Nein. Die meisten Menschen schauen sich einen James-Bond-Film auch an, obwohl sie wissen, dass es ein Film ist. Magie lebt nicht nur vom Geheimnis, sondern von der Geschichte, der Präsentation und dem Gefühl, das entsteht. Das kann kein Erklärvideo zerstören. Jeder Zuschauer kann für sich selbst entscheiden, ob er sich seine Illusion zerstören möchte durch „How it’s Done“-Videos oder den Moment genießt.

schauvorbei.at: Hast du Vorbilder? Und wo und wie holst du dir die Inspiration für neue Tricks?
Fab Fox: Natürlich gibt es Magier, zu denen ich aufgeschaut habe, und da kommt man an David Copperfield in den 90er Jahren kaum vorbei. Was er damals auf die Bühne gebracht hat, war für mich als Kind schlicht unvorstellbar. Aber Inspiration finde ich mittlerweile oft außerhalb der Zauberkunst – in Filmen, Musik, Freizeitparks, Konzerten oder modernen Shows. Ich schaue mir an, wie andere Emotionen erzeugen, wie sie Spannung aufbauen, wie sie Geschichten erzählen. Die besten Ideen entstehen oft dort, wo man sie am wenigsten erwartet.

schauvorbei.at: Du hast mit dem britischen Magic Consultant Mark Parker zusammengearbeitet. Wie war diese Zusammenarbeit für dich?
Fab Fox: Es war extrem inspirierend für mich. Mark arbeitet auf einem internationalen Niveau, das man sonst nur aus Las Vegas oder großen TV-Produktionen kennt. Von ihm habe ich gelernt, noch größer zu denken und jede Sekunde einer Show bewusst zu gestalten.

schauvorbei.at: Gibt es so etwas wie Konkurrenz unter Magiern?
Fab Fox: Natürlich, wie in jeder Branche. Aber ich glaube, man sollte sich weniger darauf konzentrieren, was andere machen, sondern darauf, die beste Version von sich selbst zu werden. Konkurrenz kann anspornen, aber sie kann einen auch lähmen, wenn man zu sehr auf andere schaut. Ich versuche, meinen eigenen Weg zu gehen und meiner eigenen Handschrift treu zu bleiben. Am Ende gewinnt die Kreativität und die lässt sich nicht kopieren.

schauvorbei.at: Zauberst du auch privat für Freunde und Familie? Oder brauchst du eine klare Trennung zwischen Bühne und Privatleben?
Fab Fox: Früher habe ich ständig gezaubert – bei jedem Familientreffen, bei jeder Geburtstagsfeier. Heute genieße ich es aber manchmal auch einfach, privat Fabian zu sein und den Kopf auszuschalten. Aber ganz lässt mich die Magie natürlich nie los. Irgendwann landet doch wieder ein Kartenspiel auf dem Tisch (lacht).

schauvorbei.at: Britain’s Got Talent, Das Supertalent, Schloss Schönbrunn – du bist auf Bühnen gestanden, von denen andere nur träumen können. Welche Bühne möchtest du noch unbedingt bespielen?
Fab Fox:
Las Vegas oder New York stehen natürlich ganz oben auf meiner Liste, diese Orte sind wohl der Traum jedes Magiers. Aber wenn ich ehrlich bin, geht es mir weniger um den Ort als um die Menschen im Publikum. Mein großer Traum ist eigentlich, mit meinen eigenen Shows möglichst viele Menschen zu erreichen – egal ob in Wien, Berlin oder Las Vegas.

schauvorbei.at: Diesen Sommer darf man dich und deine Show vor allem im Eis-Greissler Erlebnispark bestaunen. Was dürfen die Leute erwarten?
Fab Fox:
Eine moderne Zaubershow für die ganze Familie mit großen Illusionen, viel Humor und einigen Überraschungen, die es so bisher noch nicht gegeben hat. Wir arbeiten gerade intensiv an neuen Effekten und Momenten, die speziell für den Erlebnispark entwickelt werden, also nichts von der Stange. Und es wird für mich persönlich auch eine neue Herausforderung: 140 Shows in 10 Wochen ist selbst für mich eine Premiere.

schauvorbei.at: Du siehst dich als neue Generation der Zauberei. Warum ist es dir so wichtig, Magie als Kunst und Handwerk am Leben zu erhalten?
Fab Fox: Weil Magie etwas schafft, das heutzutage selten geworden ist: echtes Staunen. Wir leben in einer Zeit, in der wir glauben, alles erklären zu können. Umso schöner und umso wichtiger ist es, wenn Menschen für einen Moment wieder wie Kinder staunen können, ohne nach dem Wie und Warum zu fragen. Genau dafür mache ich das.

Vielen lieben Dank für das Gespräch!

Wordrap

Wenn ich nicht gerade zaubere, dann …
plane ich die nächste Show.

Das Erste, was ich morgens mache, ist …
aufs Handy schauen – leider (lacht).

Was mich selbst zum Staunen bringt …
Menschen, die ihre Träume wirklich verfolgen und Großes geschaffen haben.

Drei Dinge, die immer in meinem Tourgepäck sind …
Airpods, ein Kartenspiel und viel zu viele Ladekabel.

 

 

Sponsored
Das könnte dir gefallen:

Fini’s Feinstes lud zum ersten Kuchen-Picknick Österreichs

Nach OP-Pause: Doskozil zurück an der Spitze der Landesregierung

„Reisen ohne Fernweh“: Niederösterreich startet Sommerkampagne

Werde jetzt schauvorbei-Newsletter Abonnent und bleibe immer auf dem Laufenden!
Leider konnten wir deine Anmeldung nicht abschließen. Versuche es bitte später erneut.
Die Anmeldung zum Newsletter war erfolgreich!
Sponsored