Mittwoch, 14. Oktober 2026
„UND TÄGLICH FRISCH VERLIEBT“
Film: „Und täglich frisch verliebt“ (Österreich 2024) von Houchang Allahyari über Amalia und Ferry Ebert
Gespräch: mit einem der Protagonisten des Films, dem „Automatenkönig“ Ferry Ebert
Beginn: 19 Uhr
Einlass: ab 18 Uhr
Ort: Arkadensaal Langenlois, Rudolfstraße 1, 3550 Langenlois
Eintritt: € 14,– (AK) bzw. 12,– (VVK)
Kartenbestellung: www.dum.at/vst/2026taeglich.php?nav=ver
oder 0664 / 4327973
UND TÄGLICH FRISCH VERLIEBT
Eigentlich plant Houchang Allahyari ein Porträt über das bunte Leben des Wiener „Automatenkönigs“ Ferry Ebert, der ab den 1950er-Jahren mit sogenannten Warenautomaten Karriere machte. Doch bei den Dreharbeiten lernt er dessen Ehefrau Amalia kennen, die seit geraumer Zeit an Demenz leidet. Er begleitet die beiden über mehrere Monate in ihrem Alltag und dokumentiert dabei nicht nur die fortschreitende Krankheit, sondern auch die wachsende Herausforderung im Umgang mit ihr. So wird aus dem ursprünglichen Film ein anderer: eine berührende Liebesgeschichte von zwei Menschen, die schon ihr ganzes Leben miteinander verbringen und nun im hohen Alter mit einer schweren Belastung konfrontiert sind, der sie sich gemeinsam stellen – mit viel Herz, Humor und Hingabe.
(Florian Widegger / Filmarchiv Austria)
FERRY EBERT
Der 1934 in Wien geborene Ferry Ebert ist Unternehmer und Automatenhersteller, ab den 1950er-Jahren europaweit Wegbereiter für Warenautomaten. Legendär sind seine PEZ-, Haribo-, Brieflos- und Kondomautomaten, später kamen Automaten für Märchen und Gedanken (mit philosophischen Texten) hinzu. 2002 beendete er seine unternehmerische Tätigkeit, da die Umstellung der Automaten auf den Euro nicht zu finanzieren gewesen wäre. In seinen Büchern finden sich Märchen von Kindern, die durch seine Märchenautomaten zum Schreiben animiert wurden. Die über Jahre gesammelten Zitate aus Kindermund sind in dem Buch „papperlapapp“ zusammengefasst. Ferry Ebert, mit dem Dalai Lama befreundet, setzt sich unermüdlich für Frieden und Lebensfreude auf der Welt ein.
Gegenwärtig betreibt Ebert wieder sein „Enkelkinder- und Automatenmuseum“ in Wien-Penzing. 2018 stand es wegen seiner gesundheitlichen Probleme zeitweilig zum Verkauf, jedoch kündigte er schon ein Jahr später die Wiedereröffnung an. Dort findet sich auch einer der Märchenautomaten, eine späte Innovation aus dem Hause Ebert, an der er besonders hängt.
