Das Projekt „Wiener Klima-Himmel“ soll Kindern, Lehrern, Eltern und Anrainern vor allem an heißen Tagen einen angenehmeren Aufenthalt ermöglichen. Die Umsetzung im Rahmen des Wiener Klimateams ist nun abgeschlossen. Im Mittelpunkt steht eine begrünte Pergola direkt vor dem Schuleingang. Sie spendet Schatten und soll gemeinsam mit zusätzlichen Pflanzen das Mikroklima verbessern. Sitzbänke und ein Trinkhydrant ergänzen die neue Gestaltung des Schulvorplatzes. Zum Abschluss des Projekts pflanzten Klimastadtrat Jürgen Czernohorszky und Mariahilfs Bezirksvorsteherin Julia Lessacher gemeinsam mit den Wiener Stadtgärten einen Hibiskus und verschiedene Sträucher.
Die besondere Herausforderung am Standort: Aufgrund unterirdischer Leitungen sind dort keine Baumpflanzungen möglich. Die begrünte Pergola soll deshalb eine Alternative bieten, um den dicht bebauten Straßenraum zu beschatten und an heißen Tagen für angenehmere Bedingungen zu sorgen. „Mehr Grün, mehr Schatten und mehr Wasser sind zentrale Elemente beim Hitzeschutz in der Stadt. Besonders bei Schulen braucht es Orte, an denen Kinder, Eltern, Lehrer*innen und Anrainer*innen auch an heißen Tagen gut verweilen können. Der Wiener Klima-Himmel zeigt, wie aus einer Idee der Bevölkerung ein ganz konkreter Nutzen für den Alltag wird“, sagt Klimastadtrat Jürgen Czernohorszky.
Auch Bezirksvorsteherin Julia Lessacher betont die Vorteile für das Grätzl: „Mit der Pergola vor der Volksschule wird sichtbar, wie eine gute Idee direkt im Bezirk Wirkung entfaltet. Wo Baumpflanzungen wegen der Leitungen im Untergrund nicht möglich sind, schaffen wir mit der begrünten Überdachung trotzdem Schatten und ein angenehmeres Mikroklima. Davon profitieren vor allem die Kinder und ihre Eltern, aber auch alle, die in der heißen Jahreszeit einen schattigen Platz suchen. So entsteht ein echter Ort zum Wohlfühlen im Bezirk.“
Der „Wiener Klima-Himmel“ geht auf ein gleichnamiges Forschungsprojekt zurück, das innovative Begrünungslösungen für dicht bebaute Stadtgebiete entwickelt. Dabei werden Rankkonstruktionen untersucht, die Straßen oder öffentliche Plätze teilweise oder vollständig überspannen können. Sie sollen dort für Schatten und Kühlung sorgen, wo klassische Baumpflanzungen nicht umsetzbar sind. Die Konstruktion in der Corneliusgasse dient zugleich als Prototyp für eine möglicherweise künftig standardisierte Begrünungsinfrastruktur im öffentlichen Raum. Die Erfahrungen aus der Umsetzung sollen Erkenntnisse für weitere klimaangepasste Stadtentwicklungsprojekte liefern. Gefördert wird das Forschungsprojekt aus Mitteln des Klima- und Energiefonds. Es wird im Rahmen der FFG-Programmlinie „Leuchttürme für resiliente Städte 2040“ durchgeführt. Zum Forschungskonsortium gehören tatwort – Nachhaltige Projekte GmbH, das Institut für Ingenieurbiologie und Landschaftsbau der BOKU University, GRÜNSTATTGRAU GmbH, RATAPLAN-Architektur ZT GmbH, EIGENSINN – Veränderung RAUM geben sowie die Wiener Umweltschutzabteilung MA 22.
Die ursprüngliche Idee des Forschungsteams wurde im Rahmen des Wiener Klimateams gemeinsam mit Bewohnern Mariahilfs weiterentwickelt und mit den zuständigen Dienststellen der Stadt Wien abgestimmt. Eine repräsentativ ausgeloste Bürgerjury schlug das Projekt schließlich zur Umsetzung vor. Für die baulichen Arbeiten waren die städtischen Abteilungen Straßenverwaltung und Straßenbau sowie Bau- und Gebäudemanagement zuständig. Die abschließende Bepflanzung übernahmen die Wiener Stadtgärten.
Das Wiener Klimateam ist ein Projekt des Büros für Mitwirkung in der Abteilung Energieplanung der Stadt Wien. Es ermöglicht der Bevölkerung, Ideen für Klimaschutz und Klimaanpassung einzubringen und an deren Weiterentwicklung mitzuwirken.