2025 war ein Jahr voller Herausforderungen für die heimische Industrie. Umso wichtiger sei Freihandel für den Standort, betonte Christian Strasser, Präsident der IV-Burgenland, beim diesjährigen Neujahrsempfang in der Joseph Haydn Privathochschule in Eisenstadt. Es sei bedauerlich, dass Österreich dem Abschluss des Mercosur-Abkommens nicht zugestimmt hat. Besonders in Zeiten einer schwachen Konjunktur und geopolitischer Unsicherheiten bräuchten wir aber Freihandelsabkommen, um den Industriestandort zu stärken. Analysen zufolge könnten in Österreich 300 Millionen Euro an Wertschöpfungseffekten sowie mehr als 2.000 neue Arbeitsplätze in der Industrie entstehen.
„Mercosur ist eine wichtige Chance für den Standort, für unsere Unternehmen, für unseren Wohlstand und damit für uns alle. Mit der Unterzeichnung entsteht die weltweit größte Freihandelszone dieser Art – sie umfasst 708 Millionen Menschen. Jetzt gilt es, unsere Stärken weiterzuentwickeln und zu nutzen“, unterstreicht Strasser. Man begrüße daher auch die Verhandlungen zu einem Freihandelsabkommen mit Indien, so Strasser.
Neues Jahr, alte Herausforderungen
Die Herausforderungen, vor denen die Industrie in Österreich und im Burgenland steht, sind altbekannt: „In Österreich haben wir eine der höchsten Abgabenquoten im OECD-Raum, die Kosten für Energie, Personal und Bürokratie sind nach wie vor hoch und wir kämpfen mit einer Konjunktur, die nicht richtig in Schwung kommt“, so Strasser.
So gelte es, Industriepolitik mit Energiepolitik zu verschränken und dabei die Industrie als Partner mit an Bord zu holen. Der Präsident der IV-Burgenland forderte in diesem Zusammenhang eine Industrie-Energie-Strategie, in der Energieüberschüsse als klare industrielle Standortvorteile gehandelt werden. Er hob zudem Künstliche Intelligenz als wichtigen Standortfaktor hervor: „Wir kommen nicht umhin, neue Technologien bestmöglich zu nutzen. Viele Unternehmen machen bereits intensiv Gebrauch von KI. Seitens Politik und Verwaltung wünsche ich mir grundsätzlich bei Forschung und Entwicklung mehr Tempo, insbesondere im Bereich KI. Im Burgenland haben wir mit einer Forschungsquote von 0,78 die niedrigste Forschungsquote aller Bundesländer.“
Insgesamt sei es 2026 dringend notwendig, auf den Wachstumspfad zurückzukehren. Dafür brauche es seitens der Politik Umsetzungswillen, mutige Maßnahmen und Investitionsanreize. „Konsum und Beschäftigungswachstum dürfen nicht größtenteils vom öffentlichen Sektor kommen. Der Staat sollte sich mehr auf seine Kernkompetenzen besinnen“, fordert Strasser. „Die Privatwirtschaft muss gestärkt werden. In diesem Sinne erwarten wir auch die Industriestrategie der Bundesregierung, die diese Woche vorgestellt werden soll. Gehen wir gemeinsam die Herausforderungen unseres Standorts an: Energiekosten, Bürokratie, Steuerlast. Sorgen wir dafür, industrielle Wertschöpfung in der Region zu halten.“
Lösungsbegabung als Innovationstreiber
Zu Gast beim Neujahrsempfang 2026 war auch der Genetiker und Autor Markus Hengstschläger. In seinem Impulsvortrag ging er unter anderem auf die Frage ein, welches Mindset eine Gesellschaft braucht, um innovative Lösungen auf drängende Fragen zu finden und wie eine offene Fehlerkultur Lösungsbegabung und Innovationen fördert.
Musikalisch umrahmten ein Streicherquartett sowie ein Jazz-Duo der Joseph Haydn Privathochschule den Neujahrsempfang, an dem rund 120 Gäste aus Wirtschaft, Politik, Sozialpartnerschaft und Bildung teilnahmen.
Unter anderem vor Ort waren: Bernd Berghofer (Austria Pet Food GmbH), Christoph Blum (Trafomodern Transformatorenges.m.b.H), Roman Bock (BECOM Electronics GmbH), Markus Bohrer (Dr. Bohrer Lasertec GmbH), Martin Geiger (Siemens AG Österreich, Niederlassung Burgenland), Manfred Gerger (Gerger Industrial Holding GmbH), Christina Glocknitzer (Seal Maker Produktions- und Vertriebs GmbH), Jochen Joachims (Braun Lockenhaus GmbH), Andrea Maller-Weiß (Bank Burgenland AG), Johannes Marchhart (Marchhart GmbH), Alexander Martna (Kromberg & Schubert Austria GmbH & Co. KG.), Stephan Sharma (Burgenland Energie AG), Marco Talasz (Vossen GmbH & Co KG), Matthias Unger (Unger Steel Group), Clemens Weinhandl (Pinkataler Schotterwerke GmbH & Co KG) und Bernd Zauner (Lenzing Fibers GmbH).
