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Kein Mist: Effizienteste Müllverbrennungsanlage in Mitteleuropa

120 Tonnen schwer – das entspricht dem Gewicht von rund 27 ausgewachsenen Elefanten – und ist somit ein echter Kraftprotz für die Wiener Energiewende. Denn in der Müllverbrennungsanlage Spittelau hat Wien Energie eine neue Großwärmepumpe in Betrieb genommen. Sie versorgt ab sofort rund 16.000 durchschnittliche Wiener Haushalte mit Heizung und Warmwasser, und das klimafreundlich und effizient.
Größte Müllverbrennungsanlage Mitteleuropas in Spittelau in Wien
Die Stadt Wien setzt mit dem neuen Projekt der Wärmepumpe in Spittelau einen weiteren Schritt Richtung Nachhaltigkeit. © Wien Energie/Christian Hofer

Fernwärme spielt eine zentrale Rolle bei der Dekarbonisierung Wiens. Bis 2040 soll ihr Anteil am gesamten Wärmebedarf von derzeit gut 40 auf 56 Prozent steigen. Schon heute nutzt Wien Energie Abwärme aus bisher ungewöhnlichen Quellen: etwa aus der Manner-Fabrik, der Therme Wien oder dem Rechenzentrum von Digital Realty in Floridsdorf.

Die Müllverbrennungsanlage Spittelau ist bereits die dritte Großwärmepumpe von Wien Energie. Nach dem Kraftwerk Simmering und der ebswien Kläranlage setzt das Unternehmen nun auch in der Müllverbrennungsanlage Spittelau auf modernste Technologie.

Hot, hot, hot

Bisher wurde die bei der Müllverbrennung entstehende Energie in zwei Schritten genutzt: zur Stromerzeugung und für die Fernwärme. Die neue Großwärmepumpe greift nun zusätzlich auf die Abwärme aus der Rauchgasreinigung zu und hebt damit die Effizienz der gesamten Anlage nochmals deutlich an.

„Die Spittelau ist mit ihrer bunten Hundertwasser-Fassade nicht nur schön anzusehen, sondern auch ein echtes Technik-Wunder. Seit heute ist sie um eine weitere Facette reicher: Die Hitze der Müllverbrennung wird jetzt dreifach genutzt“, sagt Ulli Sima, Stadträtin für Stadtentwicklung, Mobilität und Wiener Stadtwerke.

Verwendet wird dabei die Abwärme aus der Rauchgasreinigung – Energie, die bisher ungenutzt blieb. So wird die im Hausmüll steckende Energie nahezu verlustfrei wiederverwertet. Mit einer Gesamtinvestition von rund 40 Millionen Euro zählt das Projekt zu den wichtigsten Leuchttürmen der Wiener Wärmewende.

Effizienteste Müllverbrennungsanlage Mitteleuropas

Die Anlage erzeugte bisher jährlich Strom für rund 30.000 und Fernwärme für etwa 60.000 Wiener Haushalte. Durch die neue Großwärmepumpe steigt die gesamte Wärmeerzeugung so stark, dass nun insgesamt rund 76.000 Haushalte beheizt werden können.

„Bei der Fernwärme produzieren wir in Wien Wärme für Wien“, erklärt Karl Gruber, Geschäftsführer von Wien Energie. „Mit der neuen Großwärmepumpe steigern wir die Effizienz am Standort auf 95 Prozent. Damit ist die Spittelau die effizienteste Müllverbrennungsanlage in Mitteleuropa“, so Gruber. Vergleichbare Anlagen gibt es europaweit nur in wenigen Städten wie Basel, Kopenhagen oder Hamburg.

Schlüssel zur Klimaneutralität

Der künftige Erzeugungsmix für die Wiener Fernwärme soll bis 2040 im Wesentlichen auf vier Säulen beruhen: Müllverbrennung, (Groß-)Wärmepumpen, Tiefengeothermie sowie grüne Kraft-Wärme-Kopplung. Großwärmepumpen und Abwärme werden dabei mit rund 31 Prozent den größten Anteil liefern. Bereits bis 2030 will Wien Energie rund 57 Prozent der Fernwärme aus erneuerbaren Quellen und Abwärme erzeugen und investiert dafür etwa 660 Millionen Euro.

Eckdaten zur neuen Großwärmepumpe in der Spittelau

  • Leistung: 16 MW thermisch (2 Wärmepumpen à 8 MW)

  • Versorgungsleistung: Wärme für 16.000 Haushalte

  • CO₂-Einsparung: rund 22.000 Tonnen pro Jahr

  • Investition: 40 Mio. Euro

  • Restmüll: 250.000 Tonnen jährlich

  • Effizienzsteigerung: +13 % auf über 95 %

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