Story

Studie zeigt: Wohnen und Energie sind größter Ausgabenposten

4.170 Euro pro Monat – so viel geben Haushalte in Österreich durchschnittlich aus. Eine aktuelle Konsumerhebung der Statistik Austria zeigt, wohin das Geld tatsächlich fließt. Der größte Anteil entfällt klar auf Wohnen und Energie, doch auch Verkehr, Ernährung sowie Freizeit zählen zu den wichtigsten Ausgabenposten.
© Unsplash/Jakub Żerdzicki

Die monatlichen Verbrauchsausgaben privater Haushalte in Österreich liegen laut der Konsumerhebung 2024/25 der Statistik Austria im Schnitt bei rund 4.170 Euro. Betrachtet man die sogenannten Äquivalenzausgaben, also bedarfsgewichtete Pro-Kopf-Ausgaben eines Haushalts, ergibt sich ein monatlicher Wert von rund 2.760 Euro. Den größten Anteil an den Ausgaben nimmt mit 26,4 % der Bereich Wohnen und Energie ein. Dahinter folgen Verkehr (13,6 %) sowie Ernährung und alkoholfreie Getränke (11,6 %). Auch Freizeit, Sport und Kultur (11,4 %) machen einen beträchtlichen Teil der Haushaltsbudgets aus.

Weitere Ausgabenkategorien liegen deutlich unter der Zehn-Prozent-Marke. Gastronomie und Beherbergung machen 6,6 % der Haushaltsausgaben aus, Wohnungsausstattung 6,2 %, Gesundheit 4,8 % und Versicherungen sowie Finanzdienstleistungen 4,7 %. Ähnliche Anteile entfallen auf andere Waren und Dienstleistungen (4,5 %) sowie Bekleidung und Schuhe (4,2 %). Am geringsten fallen die Ausgaben für Information und Kommunikation (2,8 %), alkoholische Getränke und Tabak (2,2 %) sowie Bildung (1,1 %) aus.

Haushaltsgröße und Erwerbsstatus prägen Ausgaben

Die Höhe der Haushaltsausgaben hängt stark von der Größe des Haushalts ab. Je mehr Personen in einem Haushalt leben, desto höher sind die gesamten monatlichen Ausgaben. Pro Kopf sinken die Ausgaben allerdings. Haushalte mit vier oder mehr Personen haben rund 11 % niedrigere Äquivalenzausgaben als Einpersonenhaushalte.

Besonders deutlich zeigen sich Unterschiede bei Einpersonenhaushalten. Hier spielt der Erwerbsstatus eine entscheidende Rolle. Erwerbstätige Alleinlebende geben im Durchschnitt 3.080 Euro pro Monat aus und damit rund 27 % mehr als nicht-erwerbstätige Einpersonenhaushalte, deren Ausgaben bei 2.430 Euro liegen. Auch in der Ausgabenstruktur gibt es Unterschiede: Erwerbstätige geben deutlich mehr für Verkehr (14,7 %), Freizeit (11,2 %) und Gastronomie (8,0 %) aus, während nicht-erwerbstätige Alleinlebende größere Anteile für Wohnen und Ernährung aufwenden.

Zwischen alleinlebenden Männern und Frauen bestehen ebenfalls Unterschiede, wenn auch auf niedrigerem Niveau. Alleinlebende Männer geben durchschnittlich 2.740 Euro pro Monat aus, Frauen rund 2.660 Euro. Besonders deutlich sind die Differenzen bei Verkehr und Gastronomie: Männer wenden 15,2 % ihrer Ausgaben für Verkehr und 8 % für Essen außer Haus auf, während Frauen 9 % für Verkehr und 5,2 % für Gastronomie ausgeben.

Stadt und Land: Unterschiede bei Haushaltsausgaben

Auch der Wohnort hat Einfluss auf die Höhe der Haushaltsausgaben. Haushalte in ländlichen Gebieten weisen aufgrund ihrer im Schnitt größeren Haushaltsgröße die höchsten Gesamtausgaben auf. Mit rund 4.460 Euro monatlich liegen sie etwa 7 % über dem Österreichschnitt und 16 % über den Ausgaben von Haushalten in Gemeinden mit mehr als 20.000 Einwohnern beziehungsweise Wien. Die Pro-Kopf-Ausgaben unterscheiden sich hingegen nur gering: In Wien liegen sie rund 2,4 % unter dem Österreichschnitt, während Haushalte in Gemeinden zwischen 5.000 und 20.000 Einwohnern etwa 2,7 % darüber liegen.

Die größten Unterschiede zwischen Stadt und Land zeigen sich bei den Verkehrsausgaben. Haushalte in ländlichen Gebieten geben monatlich rund 761 Euro für Anschaffung, Erhalt und Versicherung ihrer Fahrzeuge aus – mehr als doppelt so viel wie Haushalte in Wien, die im Schnitt 354 Euro dafür aufwenden. Umgekehrt ist es bei den Ausgaben für den öffentlichen Verkehr: Wiener Haushalte geben monatlich etwa 100 Euro dafür aus – rund viermal so viel wie Haushalte am Land. Diese Unterschiede spiegeln sich auch in der Fahrzeugausstattung wider. In kleinen Gemeinden besitzen rund 90 % der Haushalte zumindest ein Kraftfahrzeug. Im Durchschnitt verfügen Haushalte im ländlichen Raum über 1,5 Pkw, im urbanen Raum über 0,85 Pkw und in Wien über 0,56 Pkw.

Bei den Freizeitausgaben zeigt sich ein umgekehrtes Bild. Haushalte in Wien geben mit durchschnittlich 527 Euro pro Monat rund 19 % mehr für Freizeit aus als Haushalte in Gemeinden mit bis zu 2.500 Einwohnern. Noch deutlicher wird der Unterschied bei den Pro-Kopf-Ausgaben: Wiener Haushalte wenden rund 361 Euro monatlich für Freizeit auf und damit 35 % mehr als Haushalte in ländlichen Gebieten (267 Euro). Ein wesentlicher Faktor sind Urlaubsreisen. Hier liegen die Pro-Kopf-Ausgaben in Wien bei 186 Euro und damit beinahe doppelt so hoch wie in kleinen Gemeinden (97 Euro).

6.689 Haushalte nahmen an der Erhebung teil

Die Konsumerhebung 2024/25 wurde von April 2024 bis Mai 2025 als Stichprobenerhebung durchgeführt. Insgesamt 6.689 zufällig ausgewählte Haushalte führten zwei Wochen lang ein Haushaltsbuch und dokumentierten darin ihre Ausgaben. Neben regelmäßigen Kosten wie Lebensmittel, Miete oder Treibstoff wurden auch größere Anschaffungen, etwa Pkw oder Küchen, sowie Ausgaben für besondere Anlässe wie Urlaub, Weihnachten oder Hochzeiten erfasst.

Sponsored
Sponsored
Das könnte dir gefallen:

Tourismus-Strategie 2030: Halbzeitbilanz im Burgenland

Eventhighlights rund um den Internationalen Frauentag

Erlebnis pur in Irland

Werde jetzt schauvorbei-Newsletter Abonnent und bleibe immer auf dem Laufenden!
Leider konnten wir deine Anmeldung nicht abschließen. Versuche es bitte später erneut.
Die Anmeldung zum Newsletter war erfolgreich!
Sponsored