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16. Juni 2024
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Liszt-Haus Raiding: Das Geburtshaus des Musikgenies

Franz Liszt (1811–1886) war ein Rockstar seiner Zeit. Das Liszt-Haus in Raiding beherbergt seit 1911 ein Museum, das sich dem Leben und Werdegang des Pianisten und Komponisten widmet.

Büste von Franz Liszt vor dem Geburtshaus mit Museum in Raiding
Die Dauerausstellung „Franz Liszt: Wunderkind, Weltstar, Abbé“ kann jeweils von März bis November besichtigt werden. © Burgenland Tourismus/Andreas Hafenscher

Franz Liszt war ein echtes Multitalent. Umso spannender ist, die Wurzeln des Ausnahmekünstlers zu entdecken – und die findet man im Liszt-Haus in Raiding im Burgenland. Dort steht nämlich das Geburtshaus des Genies, das als Komponist, Pianist, Dirigent, Theaterleiter, Musiklehrer und Schriftsteller in die Geschichte einging.

Neben seinen zahllosen Auftritten und Aufenthalten in Italien, Frankreich und Deutschland sind es die mehr als 1.300 Werke und Bearbeitungen, die von Franz Liszts regem Schaffen zeugen. Einige seiner Arbeiten gelten als richtungsweisend. Im Bereich der Programm- und der orchestralen Musik wird er als Erneuerer und Wegbereiter gesehen. Die damals sogenannte „Lisztomanie“ verbreitete sich also keineswegs grundlos.

Faszinierende Einblicke

Wie so oft im Burgenland spielen die Fürsten Esterházy eine nicht zu unterschätzende Rolle in der Biografie des Musikers. Franz Liszts Vater Adam – selbst am Cello musikalisch versiert – arbeitete als Verwaltungsbeamter der fürstlichen Schäferei. Deren Meierhof sollte am 22. Oktober 1811 der Geburtsort von Franz Liszt werden.

Genau hundert Jahre nach seiner Geburt wurde das Haus, in dem Liszt seine ersten zehn Jahre verbracht hatte, zum Museum umgestaltet und 2006 um ein Konzerthaus erweitert. Natürlich hat sich auch die Art und Weise der Präsentation verändert. Liszt-Fans und Kulturinteressierte erleben heute im Liszt-Haus sorgsam kuratierte und mit multimedialen Audioguides ergänzte Eindrücke aus Kindheit und Leben einer herausragenden Persönlichkeit.

Aufgrund von Dauerausstellungen und Führungen ist das Liszt-Haus immer einen Besuch wert. Dank des erlebnisorientierten Kinder-Kulturprogramms lohnt sich auch für jüngere Ausflügler der Besuch. Aber Achtung, denn von ungefähr Mitte November bis Mitte März hat das Liszt-Haus geschlossen.

5 Dinge, die man gesehen haben muss

  • die Dauerausstellung „Franz Liszt: Wunderkind, Weltstar, Abbé“
  • die Reproduktion des Taufbeckens, in dem der Musiker getauft wurde
  • das sehr gut klingende Konzerthaus, das 2008 den Architekturpreis des Landes Burgenland gewann
  • Liszts Bösendorfer aus dem „Blauen Salon“
  • den Shop für Liszt-Fans mit allerlei Memorabilia – der Turnbeutel ist ziemlich cool!

Facts and Figures Liszt-Haus Raiding

  • Das jetzige Gebäude ist das, was vom ursprünglichen und viel größeren Meierhof noch übrig geblieben ist. Liszts Vater Adam arbeitete dort von 1808 bis 1822 als „Schäferey Rechnungsführer“. Doch auch der Meierhof war nur ein Teil einer noch umfangreicheren Anlage, dem Edelhof. Die Fürsten Esterházy erwarben die bereits 1587 errichtete Anlage erst sechs Jahre vor Franz Liszts Geburt.
  • Auf dem rechten der dreieckigen Giebel über den Eingangstüren findet sich eine Tafel. Diese stiftete der Ödenburger Verein für Literatur und Kunst anlässlich des 70. Geburtstags von Liszt am 7. April 1881 im Beisein des „Geburtstagskindes“.
  • Der 2006 eröffnete Konzertsaal mit 600 Sitzplätzen ist ein beliebtes Ziel vieler Liszt-Fans. Der Rotterdamer Atelier Kempe Thill hatte ihn entworfen. Seine tolle Akustik kann man bei den zahlreichen musikalischen Events wie dem Barock-Jazz Festival, dem Brass Festival, den Family Concerts oder dem umfangreichen Liszt Festival genießen.
Liszt-Haus Raiding Lisztstraße 46
A-7321 Raiding
+43/2619/510 47-16
https://liszt-haus.at
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