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27. Feber 2024
Burgen & Schlösser Geschichte & Kultur

Volles Programm in der Friedensburg Schlaining

In der Friedensburg Schlaining gibt es neben Ausstellungen einige künstlerische Besonderheiten zu entdecken. Dazu gehören die Dekorationsmalerei im Rittersaal, die Sgraffito-Dekoration im Schwarzen Hof und einige Denkmäler. Entscheidet man sich für den Verbotenen Weg, kann man den Burggraben begehen. Dort gibt es einen Kinderspielplatz, Rastmöglichkeiten und eine Aussichtsplattform.

Die Friedensbrug Schlaining bei Sonnenaufgang aus der Vogelperspektive
Die Friedensburg Schlaining liegt am Stadtrand von Stadtschlaining im Burgenland und wurde 1786 unter ihrem heutigen Namen bekannt. © Florian Schauer

Die erste geschichtliche Erwähnung der Friedensburg Schlaining als „castrum Zloynuk“ stammt aus dem Jahr 1271. Heute finden in den historischen Mauern wechselnde Ausstellungen und Veranstaltungen statt. Sogar Kindergeburtstage können in der Festung gefeiert werden: Sechs- bis Zehnjährige meistern dabei Ritterprüfungen und Abenteuer.

Fresken und Statuen

Aber auch architektonisch hat die Burg einiges zu bieten. Über dem Eingang zum Rittersaal befindet sich eine Dekorationsmalerei aus dem Jahr 1740. Die Freskendarstellung zeigt dekorative, geistige und weltliche Schwerpunkte. Sie zählt zu den ältesten profanen Raumdarstellungen des Burgenlands.

Im Schwarzen Hof finden sich ebenfalls wunderschöne künstlerische Elemente. Der Name kommt von der markanten Dekoration im Sgraffito-Stil im Treppenhaus und auf den Schwibbögen. Dort befinden sich auch drei Zisternen, die der Wasserversorgung dienten. Um den Schwarzen Hof herum wurde die Friedensburg gebaut. Er ist daher der älteste Teil der Gemäuer.

Im Burghof befinden sich sowohl ehemalige Wohn- und Wirtschaftsräume als auch Kanonentürme aus dem 15. Jahrhundert. Der gesamte Hof ist von einem Mauerring umgeben. Am Brückenkopf zum dritten Burgtor thronen drei Widder aus Sandstein aus dem 18. Jahrhundert. In der Mitte des Hofs sind fünf Kastanienbäume in Kronenform gepflanzt. Grund für die Pflanzung: die Krönung von Kaiserin Elisabeth.

Rund um die Burg

Es lohnt sich, die Festung auch von außen unter die Lupe zu nehmen. Seit 2007 können Besucher über den Verbotenen Weg, wie der Burggraben immer noch genannt wird, die Burg entlang der äußersten Mauer umrunden. Entlang des Wegs gibt es Sitzmöglichkeiten und Rastplätze sowie Hinweistafeln zur Geschichte der Friedensburg Schlaining wie auch zu den Pflanzen, die dort wachsen. Der Spaziergang führt außerdem zur Burgarena, die sich unter der Brücke befindet und vor allem in den Sommermonaten eine beliebte Event-Location ist. Kinder freuen sich über den Spielplatz: Am Hindernisparcours können die kleinen Helden an einem steilen Abhang auf einem Seil hinauf- und hinunterklettern und über einen Balken balancieren.

Last but not least sorgt eine Aussichtsplattform für tolle Ausblicke. Sie ist auch Startpunkt mehrerer Wanderwege, etwa der Route „alpannonia“ – Zubringer Bad Tatzmannsdorf – Schlaining. Die Strecke ist etwa fünf Kilometer lang und nimmt rund eineinhalb Stunden in Anspruch. Zu den Highlights entlang des Wegs gehören das Freilichtmuseum, das Radio-Museum, die ehemalige Synagoge und jetzige Friedensbibliothek sowie der dreiseitige Stadtmauerring von Stadtschlaining.

5 Dinge, die man gesehen haben muss

  • eine der wechselnden Ausstellungen in der Burg
  • die Dekorationsmalerei
  • den Schwarzen Hof
  • den Großen Burghof
  • den Verbotenen Weg

Facts and Figures Friedensburg Schlaining

  • Der ehemalige Burgherr und Heerführer Andreas Baumkircher wendete sich gegen Friedrich III.: Zusammen mit dem ungarischen König Matthias Corvinus organisierte er einen Aufstand gegen den Kaiser – der Beginn der der sogenannten Baumkircher Fehde. Nach mehreren Auseinandersetzungen vereinbarten Friedrich III. und Baumkircher einen Waffenstillstand. 1470 versprach Friedrich III. seinem Widersacher schließlich sogar völlige Amnestie und eine Zahlung von 14.000 Gulden. Als diese ausblieb, begab sich Baumkircher 1471 zu Verhandlungen nach Graz. Eigentlich war ihm freies Geleit bis zum Ertönen der Vesperglocke zugesichert worden, der Kaiser ließ die Glocke aber eine Stunde früher läuten. Baumkircher wurde ohne Gerichtsverhandlung eingesperrt und zwischen den beiden Murtoren enthauptet. In dunklen Nächten, wenn der Nebel über die Burg kriecht, soll man seinen Geist an der Burgmauer sehen. Während des Spuks trägt er seinen Kopf unter dem Arm.
  • In der Friedensburg Schlaining ist das Friedenszentrum ansässig. Dessen Gründung erfolgte 1982 im Kalten Krieg mithilfe des damaligen Bundeskanzlers Bruno Kreisky. Es sollte den Dialog zwischen Ost und West fördern.
  • In den Bauteilen Schmiede und Zeughaus aus dem 15. Jahrhundert befindet sich heute ein Konferenzhotel. Es beherbergt 64 Zimmer mit insgesamt 100 Betten.
  • Die Burgbrücke ist 70 Meter lang und ruht auf zwölf Pfeilern mit Rundbögen.
  • Ab 2019 fand eine Sanierung der Friedensburg Schlaining statt.
Friedensburg Schlaining Rochusplatz 1
7461 Stadtschlaining
friedensburg@kultur-burgenland.at
03355/23 06
https://www.friedensburg.at
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