Was haben die chinesischen Auto-Modelle, was andere nicht haben? Vor allem ein beeindruckendes Preis-Leistungs-Verhältnis. Wobei abgesehen vom Betrag selbst, der für einen Pkw verlangt wird, vorrangig die Ausstattung zählt – also wie viel Auto bekomme ich für mein Geld?
Je nach Segment unterbieten die Marken aus der Volksrepublik die Platzhirsche schon beim Einstandspreis um zehn bis zwanzig Tausender – und legen dafür noch Equipment drauf, das bei den europäischen Mitbewerbern noch als teures Extra bezahlt werden muss. Für das Styling beschäftigen viele China-Hersteller europäische Designer, um ihre Modelle auf den Geschmack unseres Marktes maßzuschneidern. Mit dem Prestige einer deutschen Premium-Marke mögen sie derzeit noch nicht mithalten können – aber auch am Image-Aufbau wird mit Hochdruck gearbeitet.
Der neue Plug-in-Spezialist

Der SUV Seal U DM-i von BYD war im vergangenen Jahr das am besten verkaufte Modell mit Plug-in-Antrieb in Österreich – noch vor den Bestsellern von Skoda und BMW. Inzwischen wurde die Palette mit dem großen Kombi Seal 6, und das Kompakt-SUV Atto 2 erweitert, weitere DM-i Modelle sollen noch im heurigen Jahr folgen.
Die laufenden Technik-Updates machen sich bezahlt: Auch im Vollhybrid-Betrieb, also ohne zwischendurch an der Steckdose aufzuladen, lagen die Realverbräuche zuletzt bei nur rund 5,5 Litern je hundert Kilometer. Bei den fahrdynamischen Vorlieben bessert BYD ebenfalls zuverlässig nach: Ist der Seal U noch betont komfortabel ausgelegt, bieten die jüngeren Geschwister ein knackiges Handling ganz nach dem europäischen Gusto.
Elektrisch einen Schritt voraus

Bei seinen Stromern bietet BYD unter anderem die vielleicht derzeit fortschrittlichste Batterie-Technik mit Lithium-Eisenphosphat-Chemie und wegen der typischen Form Blade genannten Bauart. Die Vorteile: Die Akkus sind praktisch nicht brennbar, halten die Reichweiten auch bei Hitze oder Kälte und verstärken zusätzlich die Karosserie-Struktur. Die Garantie beträgt acht Jahre und 250.000 Kilometer.
Mit sieben Baureihen reicht die Elektro-Palette aktuell vom ultrakompakten City-Wiesel Dolphin Surf bis zum Premium-SUV Tang. Der Überraschungs-Bestseller unter den rein batterieelektrisch angetriebenen BYDs war im vergangenen Jahr nicht etwa ein Kleinwagen, sondern der sportliche SUV-Crossover Sealion 7 mit mehr als 2.100 Stück. Der elegante Fließheck-Stromer bietet ab 43.980 Euro abgesehen von 313 bis 530 PS und 482 bis 502 Kilometern Reichweite praktisch Vollausstattung mit zahlreichen Komfort-Features.
Kirsche mit einem R
Aber auch der Mitbewerb aus dem chinesischen Mutterland schläft nicht. Von den im vergangenen Jahr neu gestarteten Marken sticht vor allem der hochprofessionelle Auftritt des Duos Jaecoo/Omoda von Chery Automobile heraus. Obwohl erst 1997 gegründet, gehört das Unternehmen in China heute zu den großen Playern. Die beiden Marken Omoda und Jaecoo wurden 2023 kreiert und speziell auf die Märkte in Europa und Nord-Amerika ausgerichtet. Omoda soll dabei vor allem den Geschmack der modernen urbanen Käuferschaft treffen, Jaecoo hingegen auch konservativeres, status-affines Publikum ansprechen.
Sexy in the City

Der Crossover Omoda 5 ist mit 4,45 Metern etwa gleich lang wie ein Cupra Formentor, mit dem er sich auch in Sachen Design-Extravaganz messen kann. Angeboten wird er als vorderradgetriebener Vollhybrid mit 1,5-Liter-Turbo-Benziner und 224 PS Systemleistung in der Ausstattung Comfort-Line ab 26.490 Euro. Als Premium-Line mit elektrischer Heckklappe, Sitz-Heizung und -Belüftung sowie Lenkradheizung und weiterem Bonus-Equipment kostet er 3.500 Euro mehr. Features wie Infotainmentsystem samt Navigation oder Zweizonen-Klimaanlage sind in jedem Fall ebenso serienmäßig an Bord, wie ein cool gestyltes Interieur mit Premium-Anmutung.
Bemerkenswert sind die Verbrauchsdaten von nur 5,3 Litern nach WLTP und rund 1.000 Kilometern Reichweite, die sich bei Tests auch in der Praxis problemlos bestätigen ließen. Dazu fiel das kompakte Handling mit erfreulich präziser, direkt übersetzter Lenkung und straffer, aber dennoch komfortabler Fahrwerksabstimmung auf.
Der nächste Streich folgt bereits: Der 4,66 Meter große SUV Omoda 9 mit Plug-in-Technik startet ab März in den Verkauf.
Kanten-Look neu gedacht

Obwohl mit 4,5 Metern nur unwesentlich länger wirkt der Jaecoo 7 wesentlich größer und massiger als sein Konzern-Bruder. Mit seinem kantigen Zwei-Box-Layout und klaren reduzierten Linien schlägt er äußerlich ins klassische SUV-Fach. Er startet in zwei Antriebsvarianten: Als allradgetriebener, 147 PS starker Turbo-Benziner mit Siebengang-Automatik oder alternativ als Plug-in-Hybrid mit Vorderradantrieb, 204 PS kombinierter Systemleistung und maximal 90 Kilometer E-Reichweite.
Die Preisliste beginnt hier mit 35.990 Euro für den dualen Antrieb in der Comfort-Line, für die höhere Ausstattung fallen wiederum 3.500 Euro mehr an. 36.490 Euro kostet der 4WD-Benziner, der ausschließlich als Premium-Line angeboten wird. Auch hier entsprachen die Verbrauchswerte bei den Tests fast punktgenau den Katalogangaben, der Plug-in zeigte mit rund 6,5 Litern auch ohne Zwischendurch-Ladestopp zurückhaltenden Durst.


