Das Leopold Museum widmet Egon Schiele (1890–1918) eine umfassende Ausstellung, die sich erstmals gezielt mit seinem Spätwerk befasst. Unter dem Titel „Zeiten des Umbruchs. Egon Schieles letzte Jahre: 1914–1918“ beleuchtet die Schau die letzte Schaffens- und Lebensphase des Jahrhundertkünstlers.
Schiele, einer der bedeutendsten Expressionisten, schuf in nur zehn Jahren ein beeindruckendes Œuvre. Während seine frühen Arbeiten oft von Selbstbefragung und innerer Zerrissenheit geprägt waren, wandelte sich sein Stil ab 1914 merklich. Der Erste Weltkrieg und private Einschnitte beeinflussten seine Kunst, ließen ihn reifer und offener für äußere Themen werden. Seine Farbpalette wurde zurückhaltender, seine Kompositionen ruhiger – doch seine expressive Intensität blieb bestehen.
Mit einer eindrucksvollen Auswahl an Gemälden, Zeichnungen und Dokumenten gibt die Ausstellung tiefgehende Einblicke in Schieles künstlerische Entwicklung und seine letzten Jahre, bevor er 1918 im Alter von nur 28 Jahren an der Spanischen Grippe starb.