Im Village im Dritten setzen Wien Energie und ARE auf Strom aus der unmittelbaren Umgebung. Zukünftig stehen der Energiegemeinschaft insgesamt 18 Photovoltaikanlagen zur Verfügung, die von beiden Partnern errichtet wurden. Zusammen kommen sie auf eine Leistung von rund einem Megawatt. Der dort erzeugte Sonnenstrom soll einen möglichst großen Teil des Stromverbrauchs direkt im Quartier decken und bestehende Stromverträge sinnvoll ergänzen. Das Besondere daran: Die Energiegemeinschaft ist baufeldübergreifend organisiert, der Strom wird also nicht nur innerhalb einzelner Gebäude, sondern im gesamten Areal gemeinschaftlich genutzt. Schon jetzt werden erste Mitglieder mit Ökostrom versorgt, ab 1. April wird das Angebot auch für private Haushalte geöffnet.
Für die Teilnehmer soll sich das auch finanziell rechnen. Für lokal genutzten Sonnenstrom fallen laut Wien Energie um rund ein Drittel geringere Netzentgelte an. Dazu kommen weitere Entlastungen: Der Erneuerbaren-Förderbeitrag und die Elektrizitätsabgabe entfallen. Wie viel Strom die Anlagen im Quartier gerade produzieren, lässt sich über ein Online-Portal transparent mitverfolgen.
Energiegemeinschaften machen es möglich, lokal erzeugten Strom aus erneuerbaren Quellen über Grundstücksgrenzen hinweg gemeinsam zu nutzen, zu speichern und zu teilen. Daran können sich Gemeinden, öffentliche Einrichtungen, Unternehmen und Privathaushalte beteiligen.
Wien Energie beschäftigt sich schon seit einigen Jahren mit der Umsetzung von Energiegemeinschaften. Bereits 2017 wurde mit dem Forschungs- und Innovationsprojekt Urban Pioneers Community im Wiener Stadtquartier Viertel Zwei eine der ersten Energiegemeinschaften Europas umgesetzt. Aktuell betreut das Unternehmen nach Angaben Energiegemeinschaften in ganz Österreich, die zusammen mehr als 15 Gigawattstunden Ökostrom teilen – genug, um den Stromverbrauch von rund 7.500 Wiener Durchschnittshaushalten zu decken.
Das Village im Dritten entsteht im dritten Wiener Gemeindebezirk auf einer Fläche von mehr als elf Hektar. Geplant sind rund 2.000 Wohnungen, dazu Büros, Gewerbeflächen, Nahversorgung, Kinderbetreuungs- und Bildungseinrichtungen sowie ein öffentlicher Park. Die ersten Bewohner sind bereits eingezogen, die Fertigstellung ist für 2027 vorgesehen.
Das Energiekonzept des Quartiers ist dabei von Anfang an auf lokale und erneuerbare Erzeugung ausgelegt. Herzstück ist das größte Erdsondenfeld Österreichs mit 500 Erdsonden, die jeweils 150 Meter tief reichen und über das größte Anergienetz des Landes verbunden sind. Ergänzt wird der Energiemix durch Photovoltaikanlagen, Wärmepumpen und die Einbindung in die Fernwärme.


