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16. Juni 2024
Familie

Stressfaktor Familienalltag: Tipps gegen die Überbelastung

Der Familienalltag ist eine ständige Herausforderung für Eltern. Wie eine Studie von Vorwerk Österreich und dem Meinungsforschungsinstitut TQS zeigt, sind bei der Bewältigung der täglichen Aufgaben immer noch vor allem die Mütter an vorderster Front.

Frau sitzt gestresst auf Couch, um sie herum laufen zwei Kinder
Viele Mütter haben im Familienalltag kaum noch Zeit für sich selbst. © Shutterstock

Der Familienalltag birgt viele Herausforderungen. Das wissen Mütter und Väter nur zu gut. Aber es sind immer noch die Mütter, auf denen ein Großteil der organisatorischen Aufgaben lastet. Der sogenannte „Mental Load“, also die zahlreichen Überlegungen zur Organisation des Lebens zu Hause, in der Schule, im Kindergarten, wird immer noch vor allem von den Frauen getragen. Das belegt eine kürzlich präsentierte Studie von Vorwerk Österreich und dem Meinungsforschungsinstitut TQS.

Befragt wurden 503 Mütter und Väter zum Thema Familienalltag. Das traurige Resultat: Frauen übernehmen immer noch den Großteil von Organisation und Erziehung. In Zahlen heißt das: 89% der Mütter begleiten die Kinder zu Gesundheitsterminen. 85% betreuen die Kinder, wenn diese krank sind. 89% kümmern sich um neue, passende Kleidung. 73% lernen mit den Kids. 69% besorgen die Schul-Ausstattung. Kein Wunder, dass 71% der befragten Väter mit der Aufgabenverteilung zufrieden sind, aber nur 42% der Mütter.

Eine Herausforderung vor allem für Mütter

Aufgrund der umfassenden Aufgaben im Familienalltag kommt bei einem großen Teil der Mütter die Zeit für sich selbst zu kurz: immerhin 65% treffen diese Aussage. 80% davon haben täglich nur maximal eine Stunde freie Zeit. So empfinden 48% der Studienteilnehmerinnen ihren Alltag als stark bis sehr stark belastend. Die stolze Zahl von 93% wünscht sich eine Veränderung der Aufgabenverteilung.

Philipp Kammerer vom Studien-Auftraggeber Vorwerk Österreich bringt die Problematik auf den Punkt. „Damit der Familienalltag reibungslos funktioniert, gibt es unzählige Dinge, an die man täglich denken muss. Die Abfrage der täglichen Denkleistungen zeigt, dass vor allem die oftmals unterschätzten mentalen Aufgaben rund um die Kinderbetreuung ganz klassisch von Frauen bewältigt werden.“

„Mental Load“ verringern – was tun?

  • Gute Planung: schriftlich festhalten, was wann zu tun ist und Erledigtes abhaken. So hat man das Gefühl, Dinge geschafft zu haben. Ein Buchplaner mit Organisationstipps und freien Flächen zum Eintragen leistet dabei gute Dienste.
  • Einen Familienkalender mit einzelnen Spalten für die Familienmitglieder aufhängen. Dann kann jeder nachschauen, welche Termine anstehen, was zu tun ist und dies auch selbst in seiner Spalte eintragen.
  • Eine Familien-WhatsApp-Gruppe zur klaren Aufgabenverteilung einrichten. Dann kann keiner hinterher behaupten, er hätte von nichts gewusst.
  • „Nein-Sagen“ üben. Das wird nicht auf Anhieb funktionieren, aber mit der Zeit gewöhnt sich die Familie daran, dass Mama nicht alles (alleine) macht.
  • Auszeiten für sich selbst einplanen. Ein Mädels-Abend oder gar ein Wochenende mit der besten Freundin ist eine Belohnung, die für Entspannung der Stress-Situationen zu Hause sorgt. Oder die Kids zur Oma schicken und endlich einmal wieder ausschlafen und in Ruhe Frühstücken – auch das kann Wunder wirken.