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27. Feber 2024
Lifestyle

Barfuß laufen – ohne Schuhe für mehr Gesundheit

Ob bei der Arbeit oder privat: Schuhe sind unsere täglichen Begleiter. Der Sommer ist die perfekte Gelegenheit, das zu ändern. Denn egal ob am Strand, im Park oder im heimischen Garten – bei hohen Temperaturen freut sich doch eigentlich jeder, seine Füße nicht in dicke Socken und stickige Schuhe stecken zu müssen. Wir zeigen, warum Bewegung ohne Sneaker, Schlapfen und High Heels so gesund ist, und worauf es beim Barfußlaufen ankommt.

Frau geht barfuß über eine Wiese
Wer es noch nicht tut, könnte jetzt im Sommer damit beginnen: barfuß gehen oder laufen. © Getty Images

Barfuß gehen oder laufen sind die natürlichsten Formen der Fortbewegung des Menschen. Unsere frühen Vorfahren hatten weder Schuhe noch gedämpfte Sohlen und schon gar keine Absätze unter ihren Fersen. Und heute? Im Kindesalter werden wir an Schuhe gewöhnt und zwängen uns im Laufe unseres Lebens in so manches einengende Schuhpaar. Fast den ganzen Tag verbringen wir in ihnen. Und wir ziehen sie nur noch aus, wenn wir duschen oder schlafen. Warum eigentlich? Immerhin werden wir ohne Schuhe geboren und sind die einzige Spezies auf der Welt, die welche trägt — und die einzige, die so massiv unter Haltungsschäden, Rückenschmerzen und Gelenkproblemen leidet. Grund genug, diese Tatsache zu hinterfragen.

Unsere Füße, anatomisch betrachtet

Unsere Füße bestehen aus Knochen, Sehnen, vielen Rezeptoren und zahlreichen kleinen Muskeln. Sie nehmen den Untergrund präzise wahr, bemerken schiefes Auftreten sofort und gleichen die Bewegung direkt aus. Barfuß umzuknicken ist daher schier unmöglich. Wenn wir Schuhe tragen, wird dieser Mechanismus beeinträchtigt und verlernt. Denn Sneaker & Co passen sich nur selten dem Fuß an und verhindern das natürliche Abrollen. Die Muskeln werden so kaum trainiert. Bänder und Sehnen bilden sich zurück.

Die Folge: Viele Menschen kämpfen mit orthopädischen Problemen wie zum Beispiel Knick-, Senk- oder Spreizfüßen. Die unangenehmen gesundheitlichen Folgen von jahrzehntelangem Laufen in engen Schuhen versuchen wir – früher oder später – durch andere Schuhe mit starker Dämpfung, Einlagen oder sogar Operationen zu lindern. Nicht selten führen unpassende Schuhe auch zu Haltungsschäden, Fußdeformationen und Rückenschmerzen. Übrigens: Flip Flops zählen in diesem Zusammenhang als Schuhe. Die oft verkrampfte Haltung der Zehen, wenn die Sandalen zu locker sitzen, kann sogar zu Schmerzen führen.

Füße sind die besseren Schuhe

Wer jedoch regelmäßig barfuß geht, kann all diese Schäden verhindern. Der Gang ohne Schuhe kräftigt Bänder und Muskeln. Das Fußgelenk wird stabiler, Verletzungen werden seltener. Plus: Barfuß unterwegs zu sein, ist ein sinnliches Erlebnis, das die Gesundheit fördert und hilft, den ganzen Körper zu stärken.

Langsam anfangen

Also ab sofort auf Schuhe verzichten? Nicht ganz. Am besten geht man zuerst nur kürzere Zeiträume barfuß, zum Beispiel eine Stunde pro Tag. Wer zu schnell zu lange ohne Schuhe geht und dies nicht gewöhnt ist, riskiert Überlastungsschäden. Der Fuß sollte sich langsam an die neue Anstrengung gewöhnen, und das geht im Sommer am allerbesten. Auch wichtig: Zu Beginn nur auf weichen Böden – zum Beispiel Rasen oder Sand – gehen. Speziell für Kinder ist Barfußgehen wichtig, um die Fußmuskulatur zu stärken und die korrekte Zehenstellung zu erhalten.

Barfuß laufen?

Auch Läufer entdecken das Barfußlaufen immer mehr für sich. Denn wer gut trainierte Füße hat, läuft schneller. Doch nicht nur das: Auch die Lauftechnik ist besser. Wenn man nämlich Schuhe trägt, setzt der Fuß mit der Ferse auf. Beim Barfußlaufen liegt die Belastung hingegen auf dem Mittel- oder sogar Vorderfuß. Und diese Bewegung ist eigentlich die natürlichere. So liefen schon unsere Vorfahren vor mehreren Tausend Jahren. Da die Belastung beim Joggen jedoch höher als beim Gehen ist, sollten Anfänger nur zehn bis 15 Minuten ohne Schuhe trainieren. Ein Kompromiss sind sogenannte Barfußschuhe, die eine extrem dünne Sohle haben. Aber auch hier gilt: Langsam anfangen und vorsichtig die Laufstrecken verlängern.

Vorsicht vor Verletzungen

Die fehlende Schuhsohle beim Barfußlaufen hat viele Vorteile, aber natürlich auch einen entscheidenden Nachteil: Scherben, spitze Steine und Nägel können schnell Wunden verursachen. Diabetiker sollten besonders vorsichtig sein. Sie haben häufig ein gestörtes Schmerzempfinden. Dadurch kann es passieren, dass sie Verletzungen erst zu spät bemerken.

Aus folgenden fünf Gründen ist Barfußlaufen gesund für den Körper:

  1. Barfußgehen fördert den natürlichen Ballengang
    Von Natur aus laufen wir im Ballengang. Das Laufen mit dem Aufsetzen der Ferse schauen wir uns erst später von unseren Eltern ab. Durch das Tragen von Schuhen fördern wir diesen unnatürlichen Fersengang. Mittlerweile gibt es nicht nur viele Menschen, die im Alltag barfuß laufen. Auch viele Hobby- und Profiläufer schwören auf den natürlichen Ballengang, zu dem man beim Barfußlaufen zurückfindet.
  2. Barfußlaufen bekämpft Fußdeformationen und Gelenkprobleme
    Orthopäden empfehlen seit einigen Jahren verstärkt das Barfußlaufen. Die Muskeln, die für den natürlichen Gang des Menschen zuständig sind, werden trainiert. Das hilft bei Gelenkproblemen, Fußdeformationen, Haltungsschäden und auch Rückenschmerzen. Dadurch können Schäden, die falsche Schuhe über Jahre hinweg angerichtet haben, kompensiert werden oder sogar gänzlich zurückgehen.
  3. Barfußlaufen schont die Gelenke
    Im Gegensatz zum Fersengang, zu dem wir vor allem beim zügigen Gehen oder Laufen neigen, wird beim Ballengang nicht die gesamte Knochenkette vom Fuß über die Beine und Wirbelsäule hinauf belastet. Die Muskelkette, angefangen beim vorderen Fußballen, federt den Stoß ab.
  4. Barfußlaufen macht die Füße robust
    Die Sorge, dass sich viel Hornhaut durch das Barfußlaufen bildet und die Füße dadurch rau und unansehnlich werden könnten, ist verbreitet. Hier besteht jedoch kein Grund zur Panik. Zwar bildet sich durch das Barfußlaufen eine natürliche und schützende Hornhaut. Durch die rasante Regeneration der Haut reguliert sich diese aber von alleine und wird nicht zu dick. Die kontinuierliche Erneuerung der Hornhaut führt dazu, dass diese schöner, robuster und weicher zugleich wird.
  5. Barfußlaufen verhindert Fußschweiß
    Beim Barfußlaufen sind die Füße ständig an der frischen Luft. Der Fußschweiß, der in Schuhen häufig im Zusammenspiel mit Bakterien unangenehme Gerüche hervorruft, hat so erst gar keine Chance. Das beugt auch der Bildung von Fußpilz vor, welcher ein feuchtes Milieu bevorzugt.

Unser Resümee

Das Barfußlaufen führt zu einer verbesserten Durchblutung und damit zur Stärkung des Immunsystems. Es ist gesund für unsere Füße und sowohl für Kinder als auch für Erwachsene eine Erfahrung, die die Wahrnehmung durch unterschiedlichste Sinneseindrücke schult. Ebenso hilft es, sich im oft hektischen Alltag wieder zu erden. Durch feinen Sand oder über weiches Moos laufen, das Gras zwischen den Zehen spüren oder durch einen kühlen Bach waten – das sind sinnliche Erlebnisse, die nur Barfußläufer erfahren.