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16. April 2024
Lifestyle

Schwedenkrone: Volvo anno dazumal und heute

Volvo ist eine der Marken, die sich recht früh dem Elektrothema verschrieben haben. Inzwischen ist die gesamte Palette zumindest teilelektrifiziert. Mit dem EX30 trauen sich die Schweden jetzt erstmals mit einem kompakten Stromer zum Vernunftspreis nach vorne. Aber langweilig war die Volvo-Geschichte ohnehin nie.

Alter Amazon von Volvo auf einer Wiese
Volvo anno dazumal: Die eleganten Rundungen der Baureihe 120, auch „Amazon“ genannt, tragen ab den Fünfzigerjahren maßgeblich zum Erfolg der Marke bei. © Hersteller

1924 als Tochtergesellschaft des Unternehmens SKF in Göteborg gegründet, bewiesen die Schweden schon bei der Namensgebung besondere Findigkeit. Volvo bedeutet auf lateinisch „ich rolle“ und war eigentlich der Name ­eines früheren Kugellager-Patents. Für das Markenlogo wurde einfach das Männchen-Symbol aus der Biologie entlehnt. Wer würde sich das heute noch trauen?

Vom Buckel zur Box

Die frühen, wegen ihrer typischen Linie „Buckel-Volvo“ genannten Modelle, finden in den Fünfzigerjahren in den feschen Schwüngen der Baureihe 120, weitläufig als „Amazon“ bekannt, eine elegante Fortsetzung. 1966 folgt dann der Bruch mit allem Runden: Die Baureihe 140 von Designer Jan Wilsgaard setzt der Kantigkeit ein Denkmal, das bis zum Ende des letzten Jahrhunderts nicht bröckelt. Volvo wird zum Synonym für Sicherheit und Langlebigkeit, und schaut auch genauso aus. Und was, wenn nicht diese Eigenschaften, verbinden wir heute insgesamt mit Schweden? Auch der Name Polestar taucht damals erstmals auf. Ursprünglich hieß die ­Motorsport-Abteilung des ­Unternehmens so.

Marken-Monopoly

1999 übernimmt Ford Volvo. Die bulligen Fünfzylinder-Motoren dieser Zeit sind das gemeinsame Erbe der beiden Marken. Schon 2010 verkauft Ford seine schwedische Tochter an ­Geely weiter. Der erste Auftritt ­eines chinesischen Herstellers in Europa löst damals ziemliche Aufregung aus. Nach einiger Zeit Kulturkampf übernimmt Volvo im Konzern wertvolle Entwicklungsarbeit, etwa bei den heiklen Plattformen.

Design- und Technik-Rochade

Für den frischen Look, der die neue Zeit verkörpern soll, kommt der unvermeidliche Österreicher in der Geschichte ins Spiel. Die bis heute gültige, kühle skandinavische Formensprache der Modelle trägt die Handschrift des Grazer Design-Talents Maximilian Missoni. Inzwischen ist er für das Styling des Volvo-Ablegers ­Polestar zuständig, der seinem ­Namen mit eindeutig sportlicher Ausrichtung gerecht wird. Dem Weg Richtung Elektro verschreibt sich schon davor auch Volvo. Das Unternehmen startet sein Stromer-Programm mit dem XC40 Recharge, bis heuer der große SUV EX90 oben in der Palette nachrückt.

Smarter unterwegs

Mutter Geely hat viele Töchter, neuerdings auch eine gemeinsam mit Mercedes: smart, jetzt nur noch kompakt, anstatt wie früher winzig – aber rein elektrisch. ­­Auf derselben Basis steht auch der neue Volvo EX30. Mit 4,23 Metern Länge ist er ein citytauglicher Kompakt-SUV, der den neuen, glatten Look des EX90 übernimmt. Mit 272 oder 428 PS ­wildert er bereits im Sportwagen-Revier. Dennoch übt er sich mit einem ­Einstandspreis ab 36.590 Euro in skandinavischer Zurückhaltung.