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16. Juni 2024
Lifestyle

Mehr als ein Trend: Yoga für klaren Atem

Seit Jahren machen wir den Sonnengruß, den aufschauenden Hund oder verbiegen uns zu einer Brücke. Aber woher kommt Yoga eigentlich, kann jeder mitmachen und mit welchen Übungen beginnt man am besten?

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Yoga beruhigt Körper und Geist – das gilt für große und kleine Yogis. © Getty Images

„Yoga ist für jeden geeignet“, ist Rita Hofmeister, die in i­hrem STUDIO ICH in Wien-Margareten Yogakurse für Anfänger und Fortgeschrittene anbietet, überzeugt. „Es ist eine meditative Art der Bewegung. Sie ist dazu gedacht, das Energiesystem zu beleben, Körper und Geist zu verbinden und mit dem ganzen Sein mehr ins Gleichgewicht zu kommen. Zudem gibt es mittlerweile so viele Schulen und Strömungen, dass für jeden etwas dabei ist. Egal, ob man eher die kontemplative Ruhe oder die körperliche Herausforderung sucht. Auch Menschen mit Beeinträchtigungen können auf ihre Bedürfnisse zugeschnittenes Yoga machen.“

Der ruhige Geist

Ob Partneryoga für ein harmonisches Miteinander, Clubbingyoga – eine Mischung aus Yoga und einer ausgelassenen Clubnacht – oder Yin-Yoga mit einer sehr entschleunigten Ausführung: Mittlerweile gibt es viele verschiedene Arten, Yoga auszuüben. „Es ist eine jahrtausendealte Bewegungslehre. Man kann sogar sagen, dass es eine Lebenseinstellung und keine Trendsportart ist. Klar gibt es alle möglichen Richtungen. Aber vieles, was bei uns im Westen aus Yoga gemacht wird, ist nicht mehr Yoga im eigentlichen Sinn“, so Hofmeister. Der ursprünglichen indischen Yogalehre nach dient es zur inneren Reinigung und Selbstvervollkommnung. Es trainiert Geist und Körper. „Yoga ist in den vergangenen zehn Jahren sehr schick geworden. ­Bestimmt finden viele Menschen die hübschen Yogaklamotten, die stylishen Studios, die Aura mancher Yogalehrer oder einfach den spirituellen Vibe anziehend.“

Yoga-Übungen für Körper und Geist

Yoga dehnt und stärkt nicht nur die Muskulatur, sondern hat auch eine stressreduzierende Wirkung. Beim Sonnengruß bringt die Aneinanderreihung der zwölf Stellungen den Kreislauf auf Touren, koordiniert die Atmung zu den Bewegungen und dehnt und kräftigt den Körper auf vielfältige Weise. „Meine Lieblingsstellung ist der Kopfstand. Es tut so unglaublich gut, sich einfach mal umzudrehen. Die Schwerkraft zieht alle Organe und das gesamte Gewebe dann von unten nach oben – es gibt nichts, was etwa meinen Bauch mehr entspannt! Der Kopfstand hilft außerdem enorm, einmal die Perspektive zu verändern und sich und seine Probleme aus einem anderen Blickwinkel zu sehen.“

Spiel und Spaß für kleine Yogis

„Das Spiel mit Yoga kann bereits in der Schwangerschaft beginnen, sich dann zum Familien-Mutter-Kind-Yoga entwickeln und mit dem Interesse der Kinder bzw. dem Angebot in ihrer Nähe weiterentwickeln. Yoga ist in jeder Alters- und Entwicklungsstufe eine wertvolle Möglichkeit, das physische sowie psychische Wohlbefinden im Positiven zu beeinflussen“, erklärt die ausgebildete Kinderyoga-Lehrerin Sonja Hülz. Sie weiß genau, welche Bewegungen und Stellungen den Kleinen gut tun.

Kinderyoga unterscheidet sich von dem der Erwachsenen grundlegend. Es geht dabei nämlich nicht darum, in den Flow zu kommen oder Asanas zu perfektionieren, sondern Yoga zu spielen. Bedacht gewähltes didaktisch-pädagogisches Material, Musik, Bücher, Verkleidungen, Lege- sowie Anschauungsmaterialien beleben die Kinderyoga-Einheit. So segelt zum Beispiel das Kind mithilfe eines bunten Tuchs auf einem Segelschiff, auf welchem Wale beobachtet werden und das schließlich zur Yogageschichte führt.

„Yoga bietet Kindern neue, lustbetonte Entfaltungs- und Entwicklungsmöglichkeiten. Sie erlernen und erleben neben den Körperhaltungen (Asanas) Achtsamkeit, Ruhe, Stille, aber auch kraftvolle Bewegung, ein Auspowern, kreative, phantasievolle Geschichten, Musik, Sprache, ein Miteinander, Freude und Spaß“, so Hülz und kennt weitere Vorteile.

Yoga unterstützt Kinder auf dem Weg:

  • zu einer höheren Konzentrationsfähigkeit
  • zu einer Verbesserung der Eigen- bzw. Körperwahrnehmung
  • zum achtsamen Umgang mit ihren Mitmenschen
  • zur bewussten Atemwahrnehmung
  • zur Förderung der sozialen sowie der emotionalen Kompetenz
  • zu einer harmonischen Haltung sowie mehr Beweglichkeit
  • zur Förderung von Fantasie und Kreativität
  • zur kognitiven Entwicklung bzw. der „Öffnung“ der kognitiven Wahrnehmung
  • zur Fähigkeit, bereits gelerntes mit neuen Inhalten zu verknüpfen
  • zur Stärkung ihres Selbstvertrauens und ihres Selbstbewusstseins
  • sich in und mit ihrem Körper wohlzufühlen
  • zu einer kreativen sprachlichen Entwicklung