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19. April 2024
Politik

Zukunftsfittes Frauenkirchen

Am Eingang zum Nationalpark Neusiedler See – Seewinkel liegt die pulsierende Stadt am Haideboden: Frauenkirchen. Sie ist das Zentrum für Wirtschaft, Bildung und Tourismus in der Region.

Hannes Schmid vor der Basilika in Frauenkirchen an einem sonnigen Tag.
Bürgermeister Hannes Schmid zeigt sich stolz über seine Gemeinde. © Michael Rausch-Schott

Frauenkirchen ist bekannt. Basilika und St. Martins Therme – zwei touristische Fixpunkte, die man sofort im Gedächtnis hat. Aber Frauenkirchen ist noch viel mehr. Als Partner des Nationalparks Neusiedler See – Seewinkel hat sich die St. Martins Therme & Lodge zu einem der schönsten Rückzugsorte für Entdecker entwickelt und als perfekter Ausgangspunkt für Natur-Abenteuer etabliert. Fragt man Bürgermeister Hannes Schmid nach den für ihn weiteren wichtigen Bereichen für ein zukunftsfittes Frauenkirchen, nennt er sofort Nachhaltigkeit und Bildung. 

Frauenkirchen: Das Mekka der Bildung

Der im Zuge der Bildungsreform entstandene sogenannte Bildungscluster in Frauenkirchen umfasst Volksschule, Sportmittelschule, Polytechnische Schule und Sonderpädagogisches Zentrum. Er bietet eine ortsnahe, zukunftsorientierte Ausbildung. Die HAK/HAS Frauenkirchen steht für Wirtschaftsbildung im Seewinkel. Die Handelsakademie wartet mit den Spezialisierungen E-Business und Webpublishing, nachhaltige und ökologische Unternehmensführung sowie Business and Sports auf. Die Handelsschule bietet eine kaufmännische Ausbildung mit dem Schwerpunkt Sozialberufe. Nach dem Abschluss können die Schüler direkt im Bildungszen­trum für Sozialberufe (SOB) einsteigen. Für Hannes Schmid, der auch Direktor der HAK/HAS Frauenkirchen ist, eine ideale Symbiose: „Nach einer fünfjäh­rigen Ausbildung – drei Jahre Handelsschule und zwei Jahre SOB –haben die Schüler zwei Berufsabschlüsse.“

Nachhaltig in die Zukunft

Klima- und Naturschutz sind Schwerpunkte im burgenländischen Bildungswesen. In den ­vergangenen Jahren wurden viele Projekte initiiert, um die Kinder für dieses wichtige Thema zu sensibilisieren. Dazu zählt etwa die Baumaktion der Volksschule und des Sonderpädagogischen Zen­trums (ASO), bei dem die Kinder rund um das Schulgelände Bäume gepflanzt haben. Auch die Initiative „Wurzeln schlagen in Frauenkirchen“, die entlang des 1, 6 Kilometer langen Rosalienweges die Lebensqualität und Nachhaltigkeit stärken soll, sorgt für Aufsehen. Geplant sind ein Baum- und ein Naturlehrpfad bis hinaus zur Rosalienkapelle. „Diese Welt ist nur geborgt. Geborgt von unseren Kindern und Enkelkindern, den Generationen nach uns, die darauf vertrauen, dass wir auf diese Welt achten und sie schützen“, sagt der neue Bürgermeister, der seit Oktober 2021 im Amt ist. 

Bäume spielen dabei eine große Rolle, da ist sich auch die Wissenschaft einig: Sie sind ein effektives Mittel im Kampf gegen den Klimawandel, indem sie Kohlendioxid aufnehmen und Sauerstoff abgeben. „Mit dem Geburtsbaum, den wir gemeinsam mit den Eltern aussuchen und pflanzen – egal ob entlang des Rosalienweges oder im eigenen Garten –, setzen wir ein sichtbares Zeichen für die Wurzeln des Lebens, für die Heimat in Frauenkirchen“, erklärt Hannes Schmid ein weiteres Projekt der Stadtgemeinde Frauenkirchen: „Im Rahmen der Geburtsbaumaktion erhalten alle Frauenkirchner Kindergartenabgänger, Volksschulabgänger 2022 sowie alle neuen Erdenbürger der Geburtsjahrgänge 2021 und 2022 einen Baum. Gepflanzt werden ausschließlich verschiedene, für den Seewinkel artentypische Baum- und Strauchkulturen.“

Einsatz für die Artenvielfalt

Untrennbar verbunden mit den Baumpflanzungen ist die Artenvielfalt der Insekten, die Sicherung des Lebensraums der Bienen und der Artenschutz. Auch hier möchte Frauenkirchen die Bevölkerung mit ins Boot holen und vergibt Patenschaften für Insektenhäuser. Schmid: „Gemeinsam wollen wir Frauenkirchen noch grüner und klimafitter machen. Das Ziel ist, in den kommenden vier Jahren 1.000 neue Bäume zu pflanzen“, so Schmid.

Faktencheck Frauenkirchen

  • Bundesland: Burgenland
  • Pol. Bezirk: Neusiedl am See
  • Fläche: 31,9 km2
  • Höhe: 124 m
  • Einwohner: 2.854 (1. 1. 2021)
  • Bürgermeister: Hannes Schmid
  • Bevölkerung: Über sieben Prozent der Einwohner gehören der Volksgruppe der Burgenland-Ungarn an. Der ungarische Ortsname der Stadt ist Boldog-Asszony oder Fertőboldog-Asszony.