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16. April 2024
Österreich Reise

Alles, nur nicht auf die Piste: Winterurlaub ohne Skifahren

Ist die Liebe zum Sport auf zwei Brettern nie entfacht oder vergangen, haben wir gute Nachrichten. Denn auch abseits der Piste kann man jede Menge einzigartige Erlebnisse planen. Schneeschuhwandern, Nachtrodeln oder Eisfischen sind nur einige Aktivitäten.

Winterurlaub auf der Rodel: Pärchen, das die Piste im Schnee hinabsaust.
Der Winterurlaub auf der Rodel macht zu zweit gleich mehr Spaß. © Getty Images

Bitte nicht auf die Piste! Ungefähr so attraktiv wie die Rosinen im Apfelstrudel ist für viele Skifahren im Winterurlaub. Genauso verzieht sich dann auch der Gesichtsausdruck, wenn nach dem Satz: „Wir fahren eine Woche weg“ das schreckliche Unwort „Skifahren“ kommt. Klar, die angezuckerten Berge sind schön und gegen das winterliche Flair hat man auch nichts. Aber auf zwei Brettern zu stehen ist nun mal nicht jedermanns Sache. Allerdings kann man auch viele andere Aktivitäten planen, bei denen man genauso die Schneelandschaft bewundern und in sich aufnehmen kann.

Schneeschuhe nicht vergessen!

Da kommt einem natürlich gleich eines in den Sinn: Wandern. Noch spektakulärer wird es, wenn man beim Schuhwerk auf eine besonders urige Form zurückgreift: Schneeschuhe. Beim Walken über weite Tiefschneefelder verbrennt man außerdem ordentlich Kalorien. Stolze 450 Kalorien verbraucht man pro Stunde beim Schneeschuhwandern. Im Mariazellerland im Mostviertel gibt es einige Spots, die bewandert werden können. Dazu gehören St. Aegyd am Neuwalde, der Naturpark Ötscher-Tormäuer, der Annaberg und der Schafkogel. Die Touren sind teilweise geführt buchbar und es gibt unterschiedliche Schwierigkeitsgrade von Anfänger bis Fortgeschritten. Um Mariazell selbst gibt es außerdem vier Schneeschuh-Touren. Auch weiter westlich am Katschberg in Kärnten finden wöchentlich geführte Schneeschuh-Wanderungen im Pulverschnee statt.

Ab aufs Eis

Am Katschberg kann man aber nicht nur wandern, sondern sich auch direkt über Eis flitzen. So findet man direkt am Berg einen Eislaufplatz für alle Hobby-Eiskunstläufer und Begeisterte der Präzisionsportart Eisstockschießen. Um den Katschberg findet man vier Eislaufbahnen und zwei Eisstockbahnen. Wer genug von künstlichen Eislaufplätzen hat, muss nur etwas weiter in den Süden. Denn die größte präparierte Natureisfläche der Welt findet man ebenfalls in Kärnten am Weissensee. Dabei immer checken, ob der See gut gefroren und das Eis dick genug ist. Aktuelle Informationen dazu findet man online.

Spaß zum Angeln

Im Ostteil am Weissensee kann man sich auch anders sportlich betätigen. Denn dort praktiziert man eine weitere Sportart mit wachsender Community, die man vor allem aus Norwegen, Finnland und Kanada kennt: Eisfischen. Am Weissensee fischt man in schwindelerregender Höhe am höchsten nationalen Badesee auf 930 Metern Seehöhe. Den Start gibt die Witterung vor. Bei geeigneten Bedingungen werden ab ersten Feber die Angeln ausgepackt und die Eislöcher gebohrt. Allerdings dürfen in Österreich nur Profis ran. Denn geangelt werden darf nur mit Fischerkarte oder Fischergastkarte. Besitzer dieser sollten unbedingt einen Ausflug nach Kärnten wagen.

Aber auch weiter östlich wird das spektakuläre Angelauswerfen angeboten. Und zwar auch für Neulinge. In Miterreith im Raum Zwettl hat man die Möglichkeit, als Laie hineinzuschnuppern. Buchstäblich an der Angel hat man – wenn man Glück hat – Brachsen, Güstern, Rotaugen, Hechte, Zander und Flussbarsche. Angelgeräte, Köder und Sicherheitsausrüstung werden zur Verfügung gestellt.

Jetzt wird’s tierisch

Tierisch bleibt es in Tirol in St. Johann. Dort kann man im Urlaub „Dashing throught the snow“ bei einer romantischen Pferdeschlittenfahrt trällern. Im Großarltal in Salzburg kann man die Fahrten wie aus dem Bilderbuch tagsüber als auch abends in der lauschigen Dämmerung buchen. In einem der größten Ski-Gebiete Europas in Ski-Amadé, das Teile der Steiermark und von Salzburg umfasst, gibt es über 80 Pferdegespanne. Vor allem in Dachstein und Ramsau werden sich Liebhaber der Einhufer freuen. In Filzmoos ist bei einer eineinhalb-stündigen Fahrt auch eine Pause in einer traditionellen Skihütte zum Aufwärmen inkludiert, sodass das Erlebnis noch unvergesslicher wird. Ganz besonders malerisch wird es in Vorarlberg. Denn im Bregenzer Wald kann man neben abends eine Schlittenfahrt mit Fackelbeleuchtung buchen.

Sibirisches Flair mit nicht ganz so arktischen Temperaturen verheißt eine Runde actionreiches Husky-Schlittenfahren. Wenn genug Schnee gefallen ist, kann man im Waldviertel am Huskyhof Schlittenfahren. Ansonsten kommen Wagerl zum Einsatz, die die über 30 Huskys ziehen. Auch in Gastein und im oberösterreichischen Salzkammergut in Ebensee gibt es Husky-Ranches, bei denen der beste Freund des Menschen und seine Gäste voll auf ihre Kosten kommen.

Wer lieber selbst wandert, statt sich kutschieren zu lassen, kann mit Alpakas spazieren gehen. Verschneites Wandern mit den flauschigen Fellnasen ist auch im östlichsten Bundesland möglich und somit ideal für einen Tagesausflug am Wochenende oder in den Ferien. Alpakafarmen gibt es im Mittelburgenland in Lindgraben und im Norden in Frauenkirchen bei der St. Martins Therme und in Gols, der größten Weinbaugemeinde Österreichs.

Hoch hinaus

Weg aus der Steppe und auf in die Berge geht es bei der nächsten Sportart: Mit Eispickel, Steigeisen und Eisschrauben bewaffnet, kann man gefrorene Wasserfälle bezwingen und ungewöhnliche Naturschauspiele aus nächster Nähe bestaunen. Dabei befindet man sich wortwörtlich auf einem schmalen Grat. Denn es geht über Eiswände, Eisrinnen sowie schmale Eis- und Firngrate. Mit Profis und Fachkundigen an der Seite können auch Anfänger das Abenteuer wagen. Viele Eisfälle und Gletscher findet man in Tirol wie in der Ferienregion Imst, um die Hauptstadt Innsbruck, im Kaunertal, im Ötztal, auf der Tiroler Zugspitze, im Pitztal, in Paznaun und beim Tannheimer Tal. Im Stubaital werden auch Kurse speziell für Anfänger angeboten. Im Nachbarland Kärnten hängt man in Heiligenblut und im Maltatal in den Seilen.

Perfektes Abendprogramm: Nachtrodeln

Unkomplizierter geht es beim nächsten Programmpunkt zu: Einfach Helm, Brille, Handschuhe und festes Schuhwerk anziehen und schon kann es losgehen. Kaum eine Sportart ist so einfach wie das Rodeln. Und: Zu zweit auf dem Schlitten macht es gleich noch mehr Spaß. Hier noch ein Tipp für Rodelfans: Die längste beleuchtete Rodelbahn der Welt liegt in der Heimat Österreich. Genauer gesagt in der Wildkogel-Arena Neukirchen und Bramberg. Diese ist 14 Kilometer lang und bis 22 Uhr beleuchtet.

Auch im schönen verschneiten Schladming auf Hochwurzen gibt es eine sieben Kilometer lange beleuchtete Nachtrodelbahn, die bis 21 Uhr 30 geöffnet ist. Auf der Talfahrt kommt man an vier urigen Skihütten vorbei, bei denen man sich aufwärmen und stärken kann. Am Semmering kann man 24/7 rodeln. Dort kann bei Tag und bei Nacht der Schlitten ausgepackt werden. Dabei handelt es sich mit drei Kilometern um die längste Rodelbahn Ost-Österreichs, die bis 21 Uhr geöffnet ist. Für Kinder geht es mit dem Happylift auf die 200 Meter lange Rodelwiese.