×
26. Mai 2024
Österreich Reise

Campen und Outdoor-Urlaub im Inland: Draußen ganz nah

Im Trend liegt es das ganze Jahr – wenn die Tage langsam kürzer und die Nächte wieder frischer werden, ist aber die schönste Zeit zum Campen gekommen. Der Spätsommer ist die Genuss-Gelegenheit für Outdoor-Urlauber.

Frau in offenem Camper mit Blick auf die Berge in einem Campingbett mit bunter Lichterkette am Tag.
So gelingt der Campingurlaub auf heimischen Boden. © Getty Images

Der Hochsommer ist zu Ende, die Touristenströme beruhigen sich wieder. Keine Staus mehr auf den Reiserouten, keine überfüllten Quartiere – oder knallvollen Campingplätze. Wer mit Wohnmobil oder -wagen den Weg schon zu einem Teil des Urlaubsziels machen will, hat diese Zeit zum Campen sehnsüchtig erwartet. Und wer mit Zelt oder auch nur Ruck- und Schlafsack der Natur nahe sein möchte, erlebt jetzt die schönsten Momente unter freiem Himmel.

Campen: Urlaub auf vier Rädern

Natürlich waren die Lockdowns ein Booster für das ganze Thema Individual-Urlaub. Der Trend war aber schon vorher da, er hat sich in den letzten beiden Jahren nur verstärkt und inzwischen praktisch immer Saison. Während die einen im Caravan- oder Camping-Urlaub nur kopfschüttelnd den Komfortverzicht sehen, ist er für immer mehr Menschen ein Intensiverlebnis, das sie nicht mehr missen wollen. Die vollen Campingplätze der Hauptreisezeit meiden sie bewusst und warten auf den Spätsommer oder Herbst, wenn es auch dort mehr Platz und Ruhe gibt; oder suchen sich überhaupt ihr ureigenes Stück Natur zum Genießen. Wild campen ist in vielen Ländern Europas, etwa Deutschland, Holland oder in ganz Skandinavien, den Baltischen Staaten und Albanien, gestattet. Auf dem restlichen Balkan bis hinunter nach Griechenland ist es streng verboten.

Reisen im Inland

In Österreich haben wie bei so vielem die Länder das Sagen. Wer in Oberösterreich unterwegs ist, muss etwa eine behördliche Genehmigung einholen, in Salzburg ist campen ­erlaubt, wenn es die jeweilige ­Gemeinde nicht untersagt. In Vorarlberg müsste sie es einem Camper gar per persönlichem Bescheid verbieten. Alle anderen Bundesländer untersagen außerhalb von ausgewiesen Campingplätzen sowohl zu zelten als auch in einem Wohnmobil oder -wagen zu übernachten. In ganz ­Österreich gilt aber: Kein Campen im Wald und in Naturschutzgebieten! Die Natur, vor allem die menschliche, findet aber immer einen Weg: Längst haben Landwirte und Grundbesitzer mit etwas Geschäftssinn einen Ausweg aus dem Verbots-Labyrinth gefunden. Sie stellen gegen geringe Gebühr Bereiche auf Privatgrund zur Verfügung, wo Zelt oder mobiles Heim dann stehen dürfen.

Koffer packen

Fehlt nur noch die richtige Ausstattung zum Campen. Ein guter alter Land Rover ist natürlich nie die falsche Wahl, aber nicht jedem liegt die Abenteurer-Aura. Der VW California gibt sich da schon volkstümlicher und ist schon seit 1989 als Reise- und Allround-Mobil beliebt. Der heute wahrscheinlich meistverbreitete Camper ist der Fiat Ducato, der seit seinem Debut 1982 als Basis für zahllose Caravan-Aufbauten gedient hat. Die simple, robuste Technik sorgt für entsprechende Langlebigkeit, selbst die Urmodelle sind nach wie vor auffallend zahlreich unterwegs. Wer nicht unbedingt gleich in ein ganzes Freizeit-Mobil investieren möchte, wird bei Zubehör-Spezialisten fündig: ein Dachzelt für den herkömmlichen Pkw, während der Fahrt kompakt in einer Box verstaut, mit wenigen Handgriffen aufgebaut – geräumig, sicher und trotzdem in der freien Natur.

Verpflegung aus der Natur

Wer den Ver- und Gebots-Dschungel hinter sich gelassen und die Ausrüstung beisammen hat, wird die Herbstzeit in der Natur umso mehr genießen. Die Kürbissuppe oder der Maiskolben schmecken nach einem Tag unterwegs und draußen genossen einfach am besten. Und selbst wer in seinem Wohnmobil mit Kühlschrank ausgestattet ist, weiß: In einem Bach gekühlte Getränke sind einfach besser. Was das Naturerlebnis angeht, bieten Spätsommer oder Herbst so etwas wie das Beste aus mehreren Jahreszeiten: mystische Morgennebel, tagsüber warme Sonne und als Draufgabe vielleicht schon winterweiße Gipfel. Die Natur tankt nach dem heißen Sommer noch einmal für die kalte Saison auf – und lädt zum Mitmachen ein.

Campen: Kleines Lexikon

Ablasten
Das höchstzulässige Gesamtgewicht des Wohnwagens durch behördlichen Eintrag herabsetzen, damit es zur Führerscheinklasse passt.

Bigfoots
Die Außenstützen an einem Wohnwagen.

Caravan
Offiziell ein anderes Wort für Wohnwagen, nicht aber für ein Wohnmobil und umgangssprachlich genau umgekehrt.

Deichselschloss
Es sperrt die Deichsel des Wohnwagens, er kann damit nicht an ein Zugfahrzeug an- oder davon abgehängt werden.

Glamping
Amalgam aus Glamour und Camping, meint Luxus-Camping, von Puristen argwöhnisch betrachtet.

Mover
Rangierhilfe für Wohnwagen, meist elektrisch, inzwischen oft mit App steuerbar.

Tandemachse
Auch Doppel- oder Zwillingsachse genannt, sorgt sie für einen ruhigeren Lauf des Wohnwagens.

Thetford Cassette
Nach dem Hersteller benannte, weitgebräuchliche chemische Toilette.

Nützliche Seiten
Straßenverkehr
Wildcampen