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15. April 2024
Reise Service

Nachgefragt bei Josef Hader

Im Laufe seiner Karriere wurde er mit allen wichtigen deutschsprachigen Kleinkunstpreisen ausgezeichnet. Kurzum: Josef Hader (62) ist seit 1985 einer der erfolgreichsten Kabarettisten Österreichs.

Porträt von Josef Hader auf Parkbank bei Tisch sitzend
Josef Hader zählt schon lange zu den erfolgreichsten Kabarettisten Österreichs. © Stefan Fürtbauer

Seit Anfang der 1990er-Jahre unternimmt Josef Hader Ausflüge ins Filmfach als Schauspieler, Drehbuchautor und Regisseur. Bei seinem aktuellen Spielfilm „Andrea lässt sich scheiden“ führte Hader Regie und spielte u. a. an der Seite von Birgit Minichmayr. schau Gute Reise hat Josef Hader zu seinen Reise-Erinnerungen befragt.

schau Gute Reise: Die erste Reise, an die ich mich erinnere?
Josef Hader: Das war mit den Großeltern, mit der Mariazellerbahn nach Mariazell. Das war die erste Übernachtung auswärts, sehr aufregend. Was in der Kirche passiert ist, war weniger aufregend, das kannte ich eh schon alles von zu Hause. 

schau Gute Reise: Eine Reise, die in meinem Leben Spuren hinterlassen hat?
Josef Hader: Mit den Eltern nach Wien. Mit einem Steyr-Puch 500, und wir sind nur bis Hütteldorf gefahren, weiter hat sich mein Vater nicht fahren getraut. Das war keine Sightseeingtour, sondern wegen eines Anzugs für die Erstkommunion. Ich durfte die ganze Zeit Rolltreppe fahren im Großkaufhaus Herzmansky, während meine Eltern eingekauft haben. Und am Abend hab ich vom Fenster hinuntergeschaut auf die vielen Lichter und Autos und die Straßenbahnen und hab mir gedacht: Da will ich hin. 

schau Gute Reise: Wohin es mich zieht, wenn es mir nicht so gut geht?
Josef Hader: Aquileia im Friaul. Da kann man durch sehr spärliche römische Ausgrabungen spazieren, man sieht ein paar verwitterte Säulen, die fast 2.000 Jahre alt sind, und bekommt eine gesunde Distanz zu seinen Problemen.

schau Gute Reise: Eine Reise, die ich am liebsten ganz vergessen würde?
Josef Hader: Mit dem Zug von Melk nach Ybbs und dann heim nach Nöchling mit dem Postbus an dem Tag, an dem ich bei der Nachprüfung durchgefallen bin.

schau Gute Reise: Welches Reiseerlebnis mich nachdenklich gemacht hat?
Josef Hader: Eine Reise durch Israel und Jordanien vor 20 Jahren. Weil die Lage damals schon so unlösbar und verfahren war wie heute.

schau Gute Reise: Welches Reiseerlebnis mich am meisten erheitert hat?
Josef Hader: Die Grabeskirche in Jerusalem. Da hat jede christliche Konfession eine eigene Kapelle, und die verschiedenen Priester wachen über jeden Quadratzentimeter, und manchmal gibt es Grenzstreitigkeiten und sie verprügeln sich gegenseitig. Es gibt keinen idealeren Ort, um ungläubig zu werden.

schau Gute Reise: Wo mein Lieblingsplatz ist?
Josef Hader: In Deutschland in Freiburg im Breisgau, in Österreich eine Wiese mitten im Wald zwischen Waldhausen und Dorfstetten.

schau Gute Reise: Welches Reiseland ich jedem ans Herz lege?
Josef Hader: Finnland. Sehr anders und trotzdem ein bisschen wie Österreich. Und die Ukraine, sobald es wieder möglich ist. Und dort unbedingt Odessa.

schau Gute Reise: Mit welcher Landessitte ich das größte Problem hatte? 
Josef Hader: Um die Jahrtausendwende bin ich zum ersten Mal durch die Ukraine gereist, damals bekam man schon vor dem Essen ein Zahnputzglas bis oben voll mit Wodka hingestellt. Als Aperitif. Da hab ich damals gern mitgemacht bei dieser Landessitte, aber größere Probleme hab ich auch bekommen am nächsten Tag.