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29. Mai 2024
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Thomas Brezina: Mister Happy erzählt

Thomas Brezina kennen die meisten als Autor ihrer Lieblingsbücher und als Moderator von Kindersendungen. Jetzt ist der Geschichtenerzähler unter die Podcaster gegangen und spricht dabei vor allem über eines: Glück.

Thomas Brezina in grauem Hemd mit runder Brille in nonchalanter Pose auf einer roten Lederbank.
Thomas Brezina verrät sein Glücksrezept. © Lukas Beck

Mehr als 570 Bücher hat Thomas Brezina bereits veröffentlicht. Sie wurden rund 40 Millionen Mal verkauft und in 35 Sprachen übersetzt. Sein Durchbruch gelang dem Wiener und Wahl-Londoner vor 32 Jahren mit „Die Knickerbocker-Bande“. Seit 2017 schreibt Thomas Brezina auch Bücher für Erwachsene, in seinem Podcast „Einfach glücklich – der 5-Minuten-Freude-Kick“ erzählt er Geschichten aus seinem Leben. Das Schöne zu entdecken, im ­Alltag weise zu werden und das Glück so nicht nur zu finden, sondern auch auszustrahlen: Das sind die Themen, die Thomas Brezina dabei am Herzen liegen.

schau: Was hat Sie dazu bewogen, einen Podcast ins Leben zu rufen?

Thomas Brezina: Meinen Beruf würde ich als Geschichtenerzähler bezeichnen, als Geschichtenerzähler der Freude für alle ­Altersgruppen. Es hat etwas sehr Direktes und Unmittelbares, Gedanken zu erzählen. Schrift und Papier sind immer eine Ebene zwischen dem Schriftsteller und den Lesern, das gesprochene Wort ist daher näher.

Krisen, Inflation und Krieg: Wir befinden uns in schwierigen Zeiten. Da kommt Ihr Glücks-Podcast gerade recht. Wie ist die Idee dazu entstanden?

Das Thema Lebensfreude und Wege, ein erfülltes Leben zu leben, hat mich immer interessiert. Was wir Glück nennen, hat selten mit Erfolg oder Geld zu tun. Es geht um Einstellungen, Sichtweisen und Zugänge im Alltag. Meine Erfahrungen, Entdeckungen, Erkenntnisse und auch, was mir persönlich in schwierigen Situationen geholfen, mich weiter­gebracht und gestärkt hat, das möchte ich gerne an meine Hörer weitergeben.

Die Folgen tragen Titel wie „Dr. Jekyll und Mr. Hyde“, „Sorgen sind wie Superkleber“ oder „Liebe ist kein Wadenkrampf“: Wie finden Sie die Themen für Ihren Podcast?

Ich finde sie fast immer in meinem Alltag. Ich notiere ständig Gedanken oder Beobachtungen und ­Momente aus meinem Leben. So kann ich an praktischen Beispielen Verschiedenes erklären, das das Leben freudiger macht. Oft muss ich über mich selbst lachen, weil ich meine eigenen „Weisheiten“ nicht immer so gut umsetze, wie ich sie erklären kann. Auch darüber erzähle ich in meinem Podcast.

Wenn’s mal wieder nicht so läuft: Was heitert Sie sofort in schwierigen Situationen auf?

Mir hilft vor allem, mit jemandem zu sprechen. Meine liebsten Menschen helfen mir oft, Dinge in einem anderen Licht zu sehen. Sie erlauben mir auch, zu jammern. Aber sie sagen mir auch, wenn es mit dem Jammern genug ist (lacht).

Wie sieht Ihr Glücksrezept aus? 

Das Glücksrezept zu erkennen, bedeutet, dass es das ewige und ständige Glück, dem wir immer nachrennen sollen und wollen, nicht gibt. Das Leben ist wie eine Achterbahn oder wie der Herzschlag auf einem Monitor. Auf und ab. Wäre es eine flache Linie, wären wir tot.

„Die 7,7 Geheimnisse des Glücks“ ist der Titel Ihres 2020 erschienenen Ratgebers. Sind es inzwischen mehr Geheimnisse geworden? 

Das sind sehr große Glücks-Gruppen und in allen entdecke ich immer wieder neue Untergruppen.

Danke für das Gespräch.

Glückstipps von Thomas Brezina

  1. Gleich nach dem Aufwachen an drei Dinge denken, für die man dankbar ist. Der Morgenkaffee gilt genauso wie Gesundheit oder eine schöne Begegnung, die bevorsteht.
  2. Statt einer To-do-Liste eine „Heute-zur-Freude“-Liste erstellen. So nennt Thomas Brezina die Liste der Dinge, die er tun will, wird, soll oder muss. So entsteht ein anderer Zugang. Den Namen der Liste soll jeder für sich selbst wählen.
  3. Lächeln! Auf dem Handy eine Erinnerung einstellen, die mindestens drei Mal täglich dazu aufruft, zu lächeln.
  4. Am Handy ein Album mit Fotos von schönen Momenten anlegen. Wird der Tag zu mühsam und schwierig, kann man sich auf diese Weise ein paar glückliche und stärkende Momente gönnen.
  5. Sich selbst loben: Jeden Tag gibt es etwas, das wir besonders gut machen. Uns im Kopf zu beschimpfen, das sind wir gewohnt. Loben und anerkennen ist daher so wichtig. Für andere natürlich auch.