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29. Mai 2024
Lifestyle Wohnen

Zu Besuch im Schaugarten der Familie Ungersböck

Schau war zu Gast im Landhaus-Garten von Martina und Haimo Ungersböck und hat dabei malerische Einblicke in das Pflanzen-Paradies bekommen. Neben einer Führung durch die Oase mit Naturteich gab es ein paar nützliche Tipps für Hobbygärtner.

Im Vordergrund eine weiße, verschnörkelte Bank aus Metall auf eienr grünen Wiese. Im Hintergrund zwei verschlungene WEge viel grün und Natur.
Nischen, Bänke und schattige Plätzchen laden im Garten von Martina und Haimo Ungersböck zum Verweilen ein. © Tanja Hofer

Bereits vor dem Gartentor des Schaugartens in Mistelbach lässt sich erahnen, dass sich dahinter etwas ganz Besonderes befindet. Das dunkelgrüne Eingangstürchen ist bestückt mit Schildern, darunter auch einige englische, wie ein Metallschild mit der Aufschrift Buckingham Palace. Dieser angloamerikanische Einschlag kommt nicht von ungefähr, denn der Besitzer Haimo Ungersböck und seine Frau Martina mögen es gerne britisch. Kein Wunder, dass der Garten einem Cottage Garten nachempfunden ist.

Blütenmeer im Sommer

Auf einer Fläche von 2.000 Quadratmetern taucht man in eine Pflanzenkomposition ein, wie sie sicherlich einzigartig ist. Dazu gehören himmelfarbener Blauregen, zartlila Zierlauch, sonnengelbe Pfingstrosen und dunkelviolette Akeleien. Was lange währt, wird endlich gut: Haimo Ungersböck hat bereits vor 35 Jahren damit begonnen, den Garten anzulegen. Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Der ganze Stolz des Pädagogen sind seine Rosen mit dem dazugehörigen Pavillon. „Bei den Rosen ist es bei mir wie mit Kindern: Da kann man keinen Liebling wählen“, gesteht er.  Deswegen ist es am besten den Schaugarten Mitte bis Ende Juni zu besuchen, Dann stehen die vielen unterschiedlichen Rosensorten, darunter Jaques Cartier und Rose de Resht,  in voller Blüte. Auf verschlungenen Wegen geht es auf 13 rollstuhlgerechten Stationen durch den Garten. Das muss so sein, denn die Besucher an den Schautagen strömen von überall her, um das Werk zu bewundern.  

Work in Progress

Wer jetzt denkt, von so einem Garten kann ich nur träumen, für den hat der Hobby-Gärtner eines Gartens gleich zwei Ratschläge. Erstens: „Man muss keinen grünen Daumen für den perfekten Garten haben. Das kann man alles lernen“, erklärt er. Und zweitens: „Ich war mit meinem Garten nie zufrieden, es gibt immer etwas zu tun oder etwas, das ich noch ausprobieren möchte. Als nächstes will ich unbedingt Bodendecker pflanzen und in der Pension werde ich den Teich restaurieren“, bekennt er. Dieser ist auch der Lieblingsplatz des Hobby-Gärtners und befindet sich im hintersten Teil des Gartens, wo ein Naturteich mit Brücken und vielen Laubfröschen jeden  Besucher begrüßt. Die Brücken sind schwenkbar: „So kann man im Winter, wenn das Eis gefroren ist, auch Hockey oder Eisstock-Schießen spielen.“, erklärt Haimo Ungersböck. Natürlich nur wenn es die Zeit erlaubt, denn seinem Hobby widmet er jede Minute seiner freien Zeit.

Exotische Arten

Diese Leidenschaft zum Garteln legte man Haimo Ungersböck quasi in die Wiege, denn bereits seine Eltern hatten einen großen Garten. „Dort wurde aber vor allem Gemüse angepflanzt,“, erzählt er. Apropos Gemüse: Auch im Landhausgarten baut man an, dazu gehören vor allem Paradeiser und Spargel. Neu im Sortiment sind die Bananenbäume, die Haimo Ungersböck liebevoll in einem Gewächshaus gehegt hat und die nun bereit sind, eingesetzt zu werden. Da die kalte Jahreszeit in Österreich mittlerweile sehr mild ist, kann man diese Bäumchen sogar draußen überwintern. „Sollten sie doch mal frösteln, packe ich sie in eine dicke Schicht Heu warm ein“, erklärt 62-Jährige. Übrigens lässt es sich nicht mehr so genau sagen, welche Arten wirklich heimisch sind und welche exotisch. Denn streng genommen handelt es sich nicht einmal bei der Rose um eine beheimatete Pflanze.

Gelebte Nachhaltigkeit

Aber zurück zum Garteln: Oft beginnt die Gartenarbeit schon bevor er in die Schule fährt, um dort zu unterrichten. Seine Frau Maria unterstützt ihn vor allem im Hintergrund und liest sich gerne in die Materie ein. Denn auch Nachhaltigkeit will gelernt sein: Wer glaubt, dass der Wasserverbrauch beim Gießen des Gartens utopisch ist, der irrt: Tatsächlich muss der Garten muss nur alle zwei Monate bewässert werden. So sind auch längere Urlaube kein Problem. „Grund dafür ist, dass nicht im Frühjahr gesetzt wird, sondern im Herbst. Dadurch entwickeln die Pflanzen längere Wurzeln und benötigen auch an heißen Tagen kein zusätzliches Wasser“, so Ungersböck.

Fünf Tipps für den perfekten Garten von Haimo Ungersböck

  1. Hat man den Grund erworben sollte man sich zunächst überlegen, was für eine Art von Garten man haben möchte wie zum Beispiel Spielgarten, Naturgarten oder englischer Garten.
  2. Von Groß nach Klein pflanzen: Zuerst Bäume, dann Stauden und zuletzt Sträucher setzen. Große Bäume gehören eher an den Rand. In einem kleinen Garten kann aber auch ein einziger in der Mitte gepflanzt werden. Außerdem sollte man sich überlegen, ob man Laub- oder Nadelbäume bevorzugt. Beide spenden Schatten, allerdings sind Laubbäume lichtdurchlässiger.
  3. Die verwendete Erde sollte jedenfalls torffrei sein. Denn Erde die Torf enthält trocknet
  4. Eine Wasserfläche vergrößert durch die spiegelnde Fläche optisch auch kleine Gärten.
  5. Ein Teich sollte sich immer so weit wie möglich weg vom Haus befinden. Grund dafür sind die Bewohner, die gerne nachts Konzerte geben: Die Laubfrösche.

Wer jetzt Lust hat, den Landhausgarten zu besuchen, der kann an den Schautagen vorbeischauen. Diese finden zwischen Ostern und Weihnachten statt. Der Eintritt in den Cottage-Garten an den Schautagen kostet je nach Saison bis zu fünf Euro.