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29. Mai 2024
Wohnen

Home-Entertainment: My Home Is My Cinema

Home-Entertainment: Wie genießt man Filme, Serien und Computerspiele Zuhause am besten? Besuch bei zwei Männern, die wissen, wie’s geht.

Vater, Mutter, Tochter und Sohn sehen abends auf der Couch über eine Beamer-Leinwand fern. Im Hintergrund sanftes, indirektes Licht und Lichterketten am Boden.
So wird Fernsehen auch zuhause zum Entertainment. © Getty Images

Ein Kino, komplett in Weiß. Am flauschigen weißen Boden spürt schon der Fuß, was hier angesagt ist: Entspannung. Auch die Couch, die Beistelltische sowie die Surround-Boxen sind komplett in Weiß gehalten, ebenso die Blenden, hinter denen sich Kästen mit DVDs und Playstation-Equipment befinden. Die Projektionsfläche für die Cabasse-Heimkinoanlage ist, wenig überraschend, ebenfalls weiß. Daneben: ein ­Playstation-Rennsitz mit Fanatec-Lenkrad. Dieser ungewöhnliche Raum befindet sich in Alexander Gebhardts Haus. „Beim Bauen habe ich den Fokus auf Genuss ­gelegt“, erklärt der Wiener. Das Ergebnis wirkt auf den ersten Blick wie der ultimative Home-Entertainment-Traum: Partyzonen draußen und drinnen, ein Outdoor-Whirlpool mit Fernseher, der Küchenbereich schwebt wie ein DJ-Pult auf den Stiegen über dem Wohnzimmer. Lautsprecherboxen gibt es in so gut wie ­jedem Bereich. Allerdings geht es Alexander Gebhardt um weit mehr als „nur“ um Spaß und Party, nämlich um bewusste Steuerung seines Gefühlshaushalts. 

Gut fürs Gemüt

„Mit dem Sonos-Soundsystem kann ich jeden Raum mit anderer Musik bespielen“, berichtet der Gastgeber. „Ich dusche gerne mit Metal oder Techno in den Tag, meine Freundin bespielt inzwischen andere Zimmer mit Entspannungs- oder Meditationsmusik.“ Der bewusste Umgang mit Sounds beschäftigt ihn auch beruflich: In seiner psychosozialen Praxis (mental-potential.com) setzt er Musik zur Therapie ein, etwa zur Wutbewältigung oder Entspannung. Seit 2015 wohnt er in seinem „Genuss-Haus“. Fazit: „Wenn das Zuhause eine Oase, ein Rückzugsort sein soll, dann sollte man es so gestalten, dass man sich möglichst wohlfühlt und auch in schwierigen Zeiten entspannen und Kraft tanken kann. Ich würde wieder so bauen.“

Das neue Must-have

Geplant hat Gebhardts Haus Martin Haller von caramel Architektur. Dem Experten zufolge gibt es zwei Wege, um Entertainment-Elemente in die eigenen vier Wände zu integrieren: Entweder schafft man einen eigenen, für Multimedia-Freuden aller Spielarten maßgeschneiderten Raum, wie es Alexander Gebhardt getan hat. Die Alternative: ein multifunktionaler Raum, der bei Bedarf zum Home-Entertainment-Tempel wird. Dabei sollte man einige Basics beachten, etwa den Einfall des Lichts. „Dann muss man nicht komplett verdunkeln, um ohne Blendung Filme oder Spiele zu ­genießen“, sagt Haller. Mobile Elemente wie auf- und abziehbare Screens oder versenkbare Boxen sorgen dafür, dass der Raum nicht durchgehend von der Mediennutzung geprägt ist. „Wobei manche ihre Riesenboxen auch tagtäglich gerne sehen oder zur Schau stellen“, weiß der Architekt. Abgesehen von derlei individuellen ­Vorlieben gebe es einen starken allgemeinen Trend: „Hochwertiger Medienkonsum in den eigenen vier Wänden ist für immer mehr Bauherren ein Muss.“ 

Soundbars und Subwoofer

Technikfirmen stillen den Gusto auf Home-Entertainment mit immer neuem Equipment. Grundsätzlich bestehen Heimkinosysteme aus großflächigen Screens sowie Soundsystemen, etwa Soundbars. Diese „Klangbalken“ bestehen aus mehreren Lautsprecherboxen und einem Subwoofer für das Wummern im Bauch. Soundbars bringen satten Sound bei vergleichsweise wenig Platzbedarf. Das Bild, auch von Computerspielen, kann mit einem Projektor auf versenkbare Screens – oder weiße Wände – projiziert werden. Trotz der Beliebtheit von Streamingdiensten ist ein Blu-ray-Player nach wie vor Bestandteil vieler Home-Cinemas. Denn hochwertige Blu-ray-Player bringen eine brillante Auflösung und sind auch 3D-fähig.

Home-Entertainment: Gaude und Romantik

Noch etwas kann für einen gediegenen Heimkino- oder Playstation-Abend essenziell sein: nette Gesellschaft. Das wissen Felix, Markus, Oliver – und ihr Gastgeber Robert Blöchl. Der preisgekrönte Kabarettist bringt üblicherweise ein großes Publikum zum Lachen: solo oder im Kabarettduo „BlöZinger“. Selbst lacht er gerne beim Fifa-, Mortal-Kombat- und Mario-Kart-Zocken mit Freunden. „Das haben wir schon als Teenager gemacht, und es tut immer noch gut.“ Die Runde trifft sich meist bei Blöchl, weil dieser ein Dolby 5.2 Surround-Soundsystem und einen Beamer hat. „Da ist das Bild drei mal zwei Meter groß, das ist spektakulär und macht richtig Spaß“, berichtet der Entertainer. Deutlich ru­higer geht es im „Entertainment­raum“ zu, wenn Blöchl Beamer und Projektionsfläche für Kinoabende mit Partnerin Ursula nutzt. „Schöne gemeinsame Abende sind wichtig, damit man zusammen nicht nur den Alltag runterspult.“