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28. Mai 2024
Wohnen

Kühler wohnen ohne Klimaanlage

Nicht nur die Statistik schwitzt: Tendenziell wird es in den kommenden Sommern noch wärmer. Die Raumtemperatur auf intelligente Weise abzusenken, wird daher immer wichtiger. Kühler wohnen wollen also alle, aber welche sinnvollen Möglichkeiten abseits der klassischen Klimaanlage gibt es?

Kind steht vor Ventilator und genieß den Luftzug, hinter ihr steht ihr Vater
Ein Ventilator bringt die Luft in Bewegung. In Kombination mit Eiswürfeln eine Low-Budget-Klimaanlage. © Getty Images

Im Laufe der letzten Jahre haben wir die anstrengenden Nebeneffekte heißer Sommer am eigenen Leib zu spüren bekommen: Die Hitze lässt uns schlechter schlafen und die Konzentration fällt schwerer. Das ist nicht verwunderlich, denn bei einer Außentemperatur von 20 bis 25 °C klappt es für den menschliche Kreislauf am besten, die eigene Körpertemperatur auf rund 37 °C zu halten. Wenn es nun aber ein paar Tage – und leider auch Nächte – die berühmten „tropischen Temperaturen“ hat, dann kann auch die eigene Wohnung zur Sauna-Außenstelle werden. Und das will natürlich niemand. Eine Klimaanlage ist eine zumindest temperaturtechnisch oft effiziente Maßnahme – aber auch das ist nicht immer und überall möglich. Was also tun, um das Wohnklima erträglich zu machen und kühler zu wohnen?

Einfach und günstig

Wenn technisch gar nichts geht, dann ist zumindest die Physik auf unserer Seite: Untertags abdunkeln und Fenster geschlossen halten, um ab dem Abend so richtig durchziehen zu lassen. Das hilft weit mehr, als den meisten bewusst ist. Denn Räume heizen sich durch direkte Sonneneinstrahlung immens auf. Die heiße Luft, die ein offenes Fenster hereinlässt, tut ihr Übriges. Also: Beinhart in der Früh die Fenster zu und Rollos herunter. Oder Vorhänge zu, wenn keine Rollos vorhanden sind. Wenn es am Abend ans Lüften geht, empfiehlt es sich, auf Durchzug zu schalten – also gegebenenfalls auf allen Seiten zu öffnen, um die stehende Luft tatsächlich auszutauschen.

Auch der gute alte Ventilator erlebt im letzten Jahrzehnt sein Comeback. Viele Menschen haben Bedenken, dass seine Luftbewegung Nacken- und andere Schmerzen auslösen könnte. Wenn man ihn auf Rotation und weit genug weg stellt, ist das aber in den meisten Fällen kein echtes Problem. An wirklich heißen Tagen und in entsprechenden Nächten ist er gefühlt Gold wert. Er erzeugt zwar einen angenehmen Luftzug, kühlt den Raum aber nicht ab. Daher immer abdrehen, wenn man nicht anwesend ist, das spart Strom. Tipp: Wenn man ein Behältnis mit Eiswürfeln vor den Ventilator stellt, sinkt die Raumtemperatur tatsächlich ab. Das ist dann quasi wie eine Klimaanlage – kühler wohnen für Bastler.

Komfortabel und nachhaltig

Immer populärer wird die Deckenkühlung, und das hat mehrere Gründe: Aufgrund der geringen Betriebskosten amortisiert sie sich relativ flott – so an die drei Jahre braucht es, bis die ungefähr 200 bis 300 Euro pro Quadratmeter wieder herinnen sind. Allzu teuer ist sie also in der Anschaffung nicht. Sie funktioniert nach dem Prinzip der Wasserkühlung; dabei strömt 16 bis 20 °C kaltes Wasser durch die Leitungen. Das sorgt für eine kühle Oberfläche der Deckenkühlung. Die Wärme aus der Luft wird aufgenommen und damit die Temperatur im Raum gesenkt.

Die Königin unter den Frischmachern ist die Wohnraum- oder auch Komfortlüftung. Sie kann sowohl bei einem Neubau als auch bei Sanierungen geplant und eingebaut werden. Es ist zwar die aufwendigste Variante, aber auch die professionellste. Und nicht nur das: Ein gutes Raumklima trägt erstens zum Werterhalt der Immobilie bei, und zweitens werden Lüftungsanlagen gefördert. Diese Förderungen funktionieren zumeist nach einem Punkteschema. Die finanzielle Unterstützung ist in den Bundesländern unterschiedlich, aber es gibt sie auch für Sanierungen.

Die Vorteile: Wohnraumlüftungen sind von der Energieeffizienz her unschlagbar und sie schaffen dank Filtersystemen ein hygienisches Raumklima, da sie weitgehend vor Pollen und Schimmel schützen. Um im Förderungsdschungel den Durchblick zu bewahren, empfiehlt sich das Gespräch mit einem Berater bei einer Installationsfirma oder ein Blick auf den Förderungswegweiser unter energyagency.at. Dann klappt’s auch mit kühler wohnen.