Story

Québecs Hotelikone Château Frontenac

Mächtig wie eine Burg, prächtig wie ein Schloss: Das luxuriöse Fairmont-Hotel dominiert wie kein anderes das Bild der Stadt und ist Kristallisationspunkt der illustren Geschichte von Québec.
Das Château Frontenac thront über dem frankofonen Québec, beherbergt mehr als 600 Zimmer bzw. Suiten und zählt zu den meistfotografierten Hotels der Welt. © Getty Images

Als ich vor langer Zeit zum ersten Mal diese Hotelikone auf Fotos sah, da wusste ich: Da muss ich unbedingt mal hin! Nicht alle Träume gehen im Leben in Erfüllung, aber dieser wird gleich wahr. Ich komme mit dem Zug am Gare du Palais an. Der prächtige Hauptbahnhof von Québec aus dem Jahr 1915 ist mit seinem Châteauesque-Stil ein mehr als würdiges Entree in die 550.000-Seelen-Stadt. Die Eisenbahn hat auch sehr viel mit dem Ziel meiner Sehnsucht zu tun, aber mehr darüber später. Ein Taxi fährt mich ins Zentrum der Hauptstadt der gleichnamigen kanadischen Provinz am Sankt-Lorenz-Strom. Immer wieder sucht mein Blick den Horizont über den vorbeiziehenden Häusern ab, und da taucht es endlich auf: Das Château Frontenac thront majestätisch über dem historischen Zentrum innerhalb der alten Stadtmauern.

Québec ist übrigens die einzige befestigte Stadt in ganz Nordamerika nördlich von Mexiko. Und das Château Frontenac ist nicht nur ein edles Schloss oder eine mächtige Burg, nicht nur eine einzigartige Landmark oder eine Top-Sehenswürdigkeit, nicht nur ein historisches Baujuwel oder modernes Luxushotel – nein, es ist das alles zusammen.

Stelldichein der Promis

Wir nähern uns dem Château-Hügel. Dabei hat man den Eindruck, das Hotel mit seinem mächtigen, 80 Meter hohen Zentralturm wird immer höher und höher. Durch ein riesiges Tor geht es in den geschützten Innenhof, wo livrierte Pagen das Gepäck abnehmen. Betritt man das Hotel durch eine der Drehtüren, vermittelt einem gleich die Empfangshalle mit dicken Teppichen, rundum holzvertäfelten Wänden, edlen Onyxplatten hinter dem Front Desk, ausgewählten Kunstwerken und unzähligen Kristalllustern: Hier ist man an einem besonderen Ort angekommen.

So wie in den letzten 130 Jahren eigentlich jeder Prominente, der Québec einen Besuch abgestattet hat: von gekrönten Häuptern wie Queen Elisabeth II. oder Grace Kelly über Weltpolitiker wie Wins­ton Churchill und Charles de Gaulle bis hin zu berühmten Celebritys und den größten Stars der Kultur wie Celine Dion, Leonardo DiCaprio oder Steven Spielberg. Alfred Hitchcock diente das Hotel sogar als Kulisse für einen seiner Filme. Das Château Frontenac, benannt nach einem Grafen und bedeutendem Gouverneur der französischen Kolonie Neufrankreich aus dem 17. Jahrhundert, wird angesichts seiner dominanten Panoramalage fast schon mit der Altstadt von Québec gleichgesetzt und zählt heute zu den am häufigsten fotografierten Hotels der Welt.

Flair der Vergangenheit

Das monumentale Bauwerk wurde 1892/93 von der Canadian Pacific Railway im Stil der Neogotik und Neorenaissance als typisches Eisenbahnhotel für die illustren Bahnpassagiere errichtet. Anfangs kamen die Ziegel aus Schottland, heute werden sie für Restaurierungsarbeiten speziell im Stil des Châteaus individuell angefertigt. Seit 2001 zählte das Hotel mit 610 Zimmern und Suiten auf 18 Etagen zu den prestigeträchtigsten Standorten der kanadischen Luxushotelkette Fairmont, die gleich bei der Ankunft zeigt: Es geht noch exklusiver als exklusiv.

Boutique-Style mit Prunk

Gäste mit Gold-Status werden nämlich sofort zum Lift gebeten, der einen in den 14. Stock des Hauptturms zum Private Check-in bringt. Hier sind sechs Stockwerke mit 70 Zimmern und 41 Suiten quasi ein Hotel im Hotel, ein luxuriöses Paradies mit hochklassigem Boutique-Flair, der die Altehrwürdigkeit des Grand Hotels mit modernem Style und edlen Materialien verbindet. Eine private Lounge exklusiv für Gold-Gäste versteht sich da von selbst. Vor gut zehn Jahren wurden im Fairmont Le Château Frontenac 75 Millionen Dollar investiert. Fürs Design engagierte man mit Wilson eines der besten Studios der Welt, das unter anderem auf Luxushotels spezialisiert ist und zum Beispiel für die Neugestaltung des Fairmont Monte-Carlo oder des The Langham Hong Kong verantwortlich zeichnete.

Heimat der Superlative

Das Fairmont Le Château Frontenac kennt nur absolute Superlative. Zwei Zahlen als Beweis: Mehr als zwölf Kilometer an Korridoren ziehen sich durch den riesigen Komplex. Und wer durch jedes der rund 2.000 Fenster blicken will, aus denen man einen unvergesslichen Blick auf den Sankt-Lorenz-Strom oder auf Québec und sein Umland werfen kann, hat wahrlich viel zu tun. Noch eine Zahl gefällig? Dann nenne ich 70.000: So viele Bienen haben nämlich am Dach des Hotels einen luftigen Lebensraum, der ihnen anscheinend gefällt: Jährlich werden bei zwei Ernten insgesamt rund 300 Kilogramm Honig geerntet, den man sich hier zum Beispiel beim Frühstück aufs Brot schmieren oder am Abend beim Cocktail an der Bar als süße Ingredienz schmecken lassen kann.

Apropos Genuss: Beim Fairmont Le Château Frontenac hat man die Qual der Wahl unter drei exquisiten Restaurants, eines besser als das andere. Meine Empfehlung ist das nach dem Stadtgründer Samuel de Champlain benannte Bistro Le Sam – nicht nur aufgrund der hier kredenzten Köstlichkeiten wie dem modern interpretierten Kanada-Klassiker Pulled Beef Cheek Poutine oder der Foie gras Crème brûlée. Sondern mindestens genauso wegen des fantastischen Ausblicks auf den Sankt-Lorenz-Strom. Beim Beobachten der Schiffe und der regelmäßig ans Südufer fahrenden Fähre kommt man ins Träumen. Und ich weiß, da wird so manches wahr.

© Helmut Widmann
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