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Tourismus-Strategie 2030: Halbzeitbilanz im Burgenland

Drei Rekordjahre in Folge, neue Angebote und ein klarer strategischer Kurs: Beim Presse-Talk „Vision trifft Realität“ zog das Burgenland in Rust eine Zwischenbilanz seiner Tourismus-Strategie 2030. Vertreter aus Politik, Tourismus und Zukunftsforschung zeigten auf, welche Maßnahmen bereits umgesetzt wurden und wohin die Reise in den kommenden Jahren gehen soll.
V.l.: Burgenland Tourismus-Geschäftsführer Didi Tunkel, Landeshauptmann und Tourismusreferent Hans Peter Doskozil, Zukunftsforscher und Tourismusexperte Andreas Reiter und Burgenland Tourismus-CMO Kurt Kaiser. © Burgenland Tourismus/Maria Hollunder

Rund drei Jahre nach dem Start der Tourismus-Strategie 2030 zog das Burgenland in Rust eine erste Zwischenbilanz. Neben Doskozil diskutierten auch Zukunftsforscher und Tourismusexperte Andreas Reiter sowie Burgenland-Tourismus-Geschäftsführer Didi Tunkel über Meilensteine, Herausforderungen und Chancen der kommenden Jahre.

Strategie soll in der Praxis wirken

Seit der Präsentation der Strategie im Jahr 2023 wurden zahlreiche Maßnahmen aus dem Masterplan umgesetzt oder gestartet. Doskozil betonte: „Wir haben von Beginn an klar gesagt, dass wir eine Strategie nicht für die Schublade entwickeln. Entscheidend ist die Umsetzung, und genau hier zeigt sich, dass Burgenland Tourismus in den vergangenen Jahren konsequent und zielgerichtet gearbeitet hat. Mit der Einführung des flächendeckenden digitalen Meldewesens, der Weiterentwicklung der Burgenland Card inklusive der kostenlosen Nutzung des öffentlichen Verkehrs sowie der Anreise aus Graz und Wien, der landesweiten Nachhaltigkeitszertifizierung, dem my burgenland Shop oder neuen Ganzjahresangeboten wie den Burgenland Trails und Leuchtturmprojekten zum Aufbau eines Wintertourismus wie dem Winterwunder Mörbisch wurden zentrale Meilensteine der Strategie erfolgreich umgesetzt.“

Die Tourismus-Strategie 2030 basiert auf vier zentralen Handlungsfeldern: „Arbeitsmarkt im Tourismus“, „Innovative Produkt- und Lebensraumentwicklung“, „Beherbergung, Gastronomie und Next Generation“ sowie „Digitalisierung und Vernetzung“. Ergänzt wird sie durch das Querschnittsthema „Nachhaltigkeit und Regionalität“. Bereits zu Beginn wurden im Masterplan konkrete Starterprojekte und messbare Ziele definiert.

Vision des „nachhaltigen Lebensgenusses“

Zukunftsforscher Andreas Reiter ordnete die Entwicklung strategisch ein: „Das Burgenland hat sich mit dieser Tourismus-Strategie ein klares und imageträchtiges Profil gegeben. Die Vision des nachhaltigen Lebensgenusses spiegelt nicht nur die DNA der drei Erlebnisregionen und deren Stärken wider, sondern trifft auch zentrale Sehnsüchte und Reisemotive der Gäste. Im Burgenland hat man es vorbildlich verstanden, Lebens- und Erlebnisraum sowie Einheimische und Gäste gemeinsam zu denken. Dieser zukunftsorientierte und systemische Ansatz des Destinationsmanagements ist bereits mit zahlreichen Maßnahmen hinterlegt, die sowohl auf den Standort als auch auf das touristische Image einzahlen, etwa die Nachhaltigkeitszertifizierung des gesamten Bundeslandes oder neue Mobilitätsangebote.“

Thematisiert wurden beim Presse-Talk unter anderem Substrategien im Wein-, Natur- und Campingtourismus, die Stärkung der drei Erlebnisregionen Neusiedler See, Mittelburgenland-Rosalia und Südburgenland sowie Maßnahmen in den Bereichen Digitalisierung, Servicequalität und Organisationsentwicklung. Konkrete Beispiele sind neue Ganzjahresangebote im Rad- und Wandertourismus wie Pannonisch Wandern oder die Burgenland Trails, Serviceangebote wie die Burgenland Card mit digitalem Concierge BURGI sowie die Mitarbeiter Card zur Stärkung des Arbeitsmarktes im Tourismus.

Dazu erklärte Didi Tunkel: „Die Umsetzung der Tourismus-Strategie samt Masterplan ist ein laufender Prozess. Klar definierte Starter-Projekte und KPIs haben es uns ermöglicht, Prioritäten zu setzen und Fortschritte messbar zu machen. Viele Maßnahmen sind heute fixer Bestandteil der touristischen Entwicklung. Highlight-Events wie das Winter Burgenland, Martiniloben im ganzen Land, der Blaufränkischland Marathon, das See Opening oder der Paradies-Frühling stehen exemplarisch für diesen Weg und zeigen, wie wir die Strategie Schritt für Schritt wirksam werden lassen.“

Rekordzahlen bestätigen den eingeschlagenen Kurs

Ein zentraler Indikator für den Erfolg der Strategie ist die Entwicklung der Nächtigungen. Beim Presse-Talk wurde diese als „harte Währung“ des Tourismus hervorgehoben. Mit 3.379.605 Nächtigungen (+2,8 % gegenüber 2024) und 1.245.688 Ankünften (+3,5 %) verzeichnete das Burgenland 2025 bereits das dritte Rekordjahr in Folge. Auch langfristige Investitionen des Landes in touristische Infrastruktur, insbesondere in Thermen und Gesundheitstourismus, gelten als stabilisierende Faktoren.

Doskozil erklärte dazu: „Gezielte Investitionen in Qualität und touristische Infrastruktur zahlen sich aus. Sie sichern Wertschöpfung und Arbeitsplätze und machen das Burgenland ganzjährig attraktiv, für Gäste ebenso wie für die Bevölkerung. Die burgenländischen Thermen sind dabei ein wesentlicher Treiber für Nächtigungen: Rund 34 Prozent aller burgenländischen Nächtigungen entfallen auf Thermendestinationen, 2025 wurden über 1,14 Millionen Eintritte verzeichnet. Diese Entwicklung zeigt, dass unser Kurs stimmt: Qualität vor Masse, starke Ganzjahresangebote und gezielte Investitionen in Infrastruktur.“

Nachhaltigkeit als zentrales Leitmotiv

Große Aufmerksamkeit erhielt beim Presse-Talk auch das Thema Nachhaltigkeit, das als Querschnittsthema alle Bereiche der Strategie durchzieht – von Mobilität über Angebotsentwicklung bis hin zu Digitalisierung und Ressourceneinsatz.

Tunkel betonte: „Nachhaltigkeit wird im Burgenland nicht als Zusatz, sondern als integraler Bestandteil der Tourismus- und Lebensraumentwicklung verstanden. Gerade zu Beginn haben viele gemeint, dass eine flächendeckende Zertifizierung eines ganzen Bundeslandes nicht umsetzbar sei. Mit der Zertifizierung nach dem internationalen TourCert-Siegel und dem Österreichischen Umweltzeichen ist uns im vergangenen Jahr jedoch ein Meilenstein gelungen, der überregional Beachtung findet. Das Burgenland ist damit das erste und bislang einzige Bundesland in Österreich, das diesen Schritt flächendeckend gesetzt hat – und darauf sind wir sehr stolz.“

Auch Andreas Reiter sieht darin einen richtungsweisenden Ansatz: „Mit seiner zukunftsorientierten Tourismus-Strategie erweist sich das Burgenland als Pionier eines attraktiven Tourismus in Balance, der nachhaltigen Lebensgenuss mit Wertschöpfung verbindet.“

Zum Abschluss zog Didi Tunkel eine positive Zwischenbilanz:„Die Halbzeitbilanz zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Jetzt geht es darum, die Dynamik zu nutzen, Schwerpunkte weiter zu schärfen und die zweite Halbzeit der Strategie mit derselben Konsequenz anzugehen.“

Zahlreiche Projekte bereits umgesetzt

Zur Halbzeit der Tourismus-Strategie 2030 zeigt sich auch im Masterplan eine breite Umsetzung. Dazu zählen unter anderem die Entwicklung der Weintourismus-, Naturtourismus- und Camping-Strategie, regionale Strategieprozesse in den drei Erlebnisregionen sowie Internationalisierungs-Workshops für Betriebe. Auch Marketing und Kommunikation wurden weiter ausgebaut – etwa durch Always-on-Kampagnen unter dem Motto „So einen Genuss spielt’s nur im Burgenland“, zahlreiche nationale und internationale Preise für Tourismuswerbung mit Nicholas Ofczarek als Markenbotschafter sowie Kooperationen bei rund 145 Events pro Jahr.

Weitere Maßnahmen reichen von der Weiterentwicklung der Burgenland Card mit digitalem Concierge BURGI und kostenloser Nutzung des öffentlichen Verkehrs, der Einführung der Mitarbeiter Card, der Initiative „Tourismus Erleben“ für Schüler, bis hin zum Ausbau touristischer Angebote wie Burgenland Trails, Pannonisch Wandern oder dem Bahntrassen-Radweg. Auch neue touristische Höhepunkte wie See Opening, Blaufränkischland Marathon, Paradies-Frühling sowie Projekte zur Saisonverlängerung wie Winterwunder Mörbisch und Martiniloben wurden etabliert. Ergänzt wird dies durch internationale Messeauftritte, datenbasierte Marketingkampagnen, das Incoming-Reisebüro my burgenland Travel, den my burgenland Shop als Plattform für Lebensraum-Marketing sowie strukturelle Maßnahmen wie die Zusammenlegung der Tourismusverbände im neuen Tourismusgesetz. Zudem wurde das Burgenland als erstes und bislang einziges Bundesland Österreichs flächendeckend mit dem internationalen TourCert-Siegel und dem Österreichischen Umweltzeichen zertifiziert.

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