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Tourismus-Talk mit Didi Tunkel: Burgenland bleibt nachhaltig auf Kurs

Dietmar „Didi“ Tunkel ist seit 2020 Geschäftsführer von Burgenland Tourismus. © Burgenland Tourismus/Martin Steiger

schauvorbei.at: Nach dem Rekordjahr 2024 zeigen die Nächtigungszahlen im Burgenland eine weiterhin positive Entwicklung. Was macht das Burgenland anders oder besser als andere Bundesländer? Und was erwarten Sie sich für die kommenden Monate?
Didi Tunkel: Hinter dem anhaltenden Erfolg stehen klare Strategien und konsequente Weichenstellungen. Die Struktur dafür wurde vor vier Jahren mit dem neuen Tourismusgesetz, den schlanken drei Verbänden Nord, Mitte und Süd sowie dem flächendeckenden digitalen Meldewesen umgesetzt. Mit der weiterentwickelten Burgenland Card und der digitalen Reisebegleiterin BURGI wurde das Gästeangebot deutlich attraktiver und komfortabler gestaltet. Der my burgenland Shop wiederum bringt die Marke Burgenland als hybrides Lebensraum-Marketingprojekt einem breiten Publikum näher. Gleichzeitig stärken wachsende Schwerpunkte wie Rad- und Weintourismus sowie ganzjährige Events wie das See Opening, Martiniloben oder Winterwunder Mörbisch die Nachfrage. Zudem positioniert sich das Burgenland mit der flächendeckenden Nachhaltigkeitszertifizierung als österreichischer Vorreiter. Und ab 2026 sorgt die Novelle des Tourismusgesetzes für den nächsten Entwicklungsschritt: weniger Bürokratie, mehr Effizienz und mehr Ressourcen für Betriebe, Regionen und nachhaltige Projekte.

schauvorbei.at: Wie sehen Ihre Pläne für die Weiterentwicklung der pannonischen Säulen Wein und Kulinarik, Natur, Kultur, Thermen sowie Radfahren aus?
Didi Tunkel: Diese Säulen sind seit Jahren das Herzstück unseres touristischen Angebots und bleiben es auch. Wichtig ist uns, sie noch stärker zu verknüpfen, sodass Gäste ein ganzheitliches, nachhaltiges Erlebnis bekommen. Bei Wein und Kulinarik setzen wir auf Erlebnisformate und Genuss-Events. Ein Paradebeispiel dafür ist der jährliche Blaufränkischland Marathon in Deutschkreutz. Die Themen Natur, Kultur und Thermen kombinieren wir gezielt mit Radfahren und Wandern, sodass unsere Gäste die Vielfalt des Burgenlands aktiv erleben können.

schauvorbei.at: In welchen Bereichen gibt es besonderes Optimierungspotenzial? Gibt es Regionen, die touristisch noch stärker erschlossen oder Zielgruppen, die noch besser erreicht werden sollen?
Didi Tunkel: Wir optimieren tagtäglich alle Maßnahmen auf den Märkten und Kanälen, auf denen wir aktiv sind. Nur so erzielen wir nachhaltigen Erfolg. Im ersten Quartal 2026 werden wir gemeinsam mit den Erlebnisregionen und Betrieben an unserer Internationalisierungsstrategie weiterarbeiten. Dabei liegt der Fokus auf den Nachbarmärkten Ungarn, Slowakei und Tschechien, dem wichtigsten Auslandshauptmarkt Deutschland sowie den Hoffnungsmärkten Niederlande und Schweiz, um diese Zielgruppen noch gezielter zu erreichen.

schauvorbei.at: Heuer wurde das gesamte Burgenland mit dem Österreichischen Umweltzeichen und dem TourCert-Gütesiegel zertifiziert. Welche positiven Effekte erwarten Sie sich mittel- und langfristig davon?
Didi Tunkel: Mit der Zertifizierung haben wir ein echtes Stück Tourismusgeschichte geschrieben. Noch nie zuvor wurde ein ganzes Bundesland – also alle drei Tourismusregionen und alle 171 Gemeinden – gleichzeitig zertifiziert. Das macht uns zum Vorreiter des nachhaltigen Tourismus in Österreich. Wir haben damit eine messbare und glaubwürdige Grundlage für nachhaltige Entwicklung in ökologischer, ökonomischer, sozialer und kultureller Hinsicht geschaffen. Gleichzeitig stärkt dies unsere Position vor allem am internationalen Markt. Nachhaltigkeit ist kein Trend mehr, sie ist Voraussetzung für langfristige Wettbewerbsfähigkeit.

schauvorbei.at: Angesichts steigender Betriebskosten und hoher Preise: Könnte das zukünftige Nächtigungswachstum gefährdet sein?
Didi Tunkel: Nein, das zukünftige Nächtigungswachstum im Burgenland ist dadurch nicht gefährdet. Die touristische Nachfrage bleibt ungebrochen, und die steigenden Betriebskosten betreffen alle Betriebe in Österreich gleichermaßen. Das Burgenland hat dabei mit seinem sehr guten Preis-Leistungs-Verhältnis einen klaren Vorteil.

schauvorbei.at: Die UCI Gran Fondo Weltmeisterschaft findet 2029 rund um den Neusiedler See statt. Welche Chancen eröffnet das Event für den burgenländischen Tourismus?
Didi Tunkel: Für uns ist der Zuschlag ein Jackpot, denn Tausende Hobbyradfahrerinnen und -radfahrer aus unseren touristischen Kernmärkten werden 2029 und in den Jahren zuvor ins Burgenland kommen. Das bringt zusätzliche Nächtigungen, belebt die Region und stärkt unsere Rolle als Top-Raddestination.

schauvorbei.at: Was sind Ihre Ziele für die kommenden fünf Jahre?
Didi Tunkel: Unsere Ziele für die kommenden fünf Jahre sind die konsequente Umsetzung der Tourismus-Strategie 2030, der Ausbau nachhaltiger Angebote und die Stärkung unserer Erlebnisregionen. Ein zentraler Fokus liegt zudem darauf, das Image, die Bekanntheit und die Anziehungskraft des Burgenlands hochzuhalten, mit „Always-on“-Kampagnen über alle Markenberührungspunkte, von Messen über digitale Werbung bis hin zu großen TV-Kampagnen.

schauvorbei.at: Vielen Dank für das Gespräch!

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