Story

Wasser marsch: Größter geschlossener Trinkwasserspeicher der Welt

Ob Großbaustelle, Trinkwasserqualität oder Hygienekontrollen: Die Prüf-, Inspektions- und Zertifizierungsstelle der Stadt Wien investiert weiter entschlossen in die Zukunft – und zwar dort, wo Lebensqualität ganz unmittelbar beginnt: beim Trinkwasser. In Neusiedl am Steinfeld in Niederösterreich entsteht derzeit der weltweit größte geschlossene Trinkwasserspeicher.
Kathrin Gaál und Stadtrat Jürgen Czernohorszky beim Jahrhundertprojekt für die Wasserversorgung vor Ort.
Vize-Bürgermeisterin Kathrin Gaál und Stadtrat Jürgen Czernohorszky beim Jahrhundertprojekt für die Wasserversorgung vor Ort. © Stadt Wien/Martin Votava

Bis 2050 wird Wien laut Prognosen um etwa die Größe von Graz wachsen. Der Wasserbedarf steigt damit um rund 15 Prozent. Gleichzeitig machen Extremwetterereignisse die Versorgung komplexer. Mit der Strategie „Wiener Wasser 2050“ hat die Stadt frühzeitig reagiert – rund ein Drittel der Maßnahmen ist bereits umgesetzt.

Mehr Wasser speichern zu können, ist ein zentrales Element der langfristigen Trinkwasser-Strategie. Damit reagiert die Stadt nicht nur auf das Bevölkerungswachstum, sondern auch auf die Herausforderungen des Klimawandels. Das Ziel ist klar: höchste Qualität und maximale Versorgungssicherheit – heute und für kommende Generationen.

Gigantische Dimensionen

Ein Jahr nach dem Baustart des weltweit größten geschlossenen Trinkwasserspeichers ist der Rohbau des Jahrhundertprojekts bereits weit fortgeschritten. Kürzlich machten sich Kathrin Gaál, Vizebürgermeisterin und Wohnbaustadträtin, und Jürgen Czernohorszky, Klimastadtrat der Stadt Wien, persönlich ein Bild vom aktuellen Baufortschritt.

„Die hohe Qualität des Wiener Trinkwassers zählt zur weltweit bewunderten Wohn- und Lebensqualität in unserer Stadt“, betont Gaál. „Regelmäßige und zuverlässige Kontrollen garantieren Sicherheit – sowohl bei der hygienischen Wasserqualität als auch bei der Planung und dem Bau unserer Infrastruktur“, meint sie.

Verantwortungsvolle Haltung

Die erste der vier neuen Wasserkammern ist bereits klar erkennbar: Nach Aushubarbeiten bis zu acht Metern Tiefe wurden Bodenplatten gegossen und ein Großteil der bis zu elf Meter hohen Wände und Säulen steht bereits. Von insgesamt 67 Wänden sind 50 fertiggestellt, 120 von 169 Säulen ragen schon in die Höhe. In Kürze wird – trotz eisiger Temperaturen – mit dem Betonieren der Kammerdecke begonnen.

Wiener Wasser-Direktor Paul Hellmeier hebt die Verantwortung auf der Baustelle hervor: „Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten unter herausfordernden Bedingungen. Trotz Kälte und Schnee verlaufen die Arbeiten nach Plan. Der Speicher ist schon heute zentral für Wiens Versorgungssicherheit – mit dem Ausbau sichern wir sie langfristig ab.“

Milliarden-Liter-Projekt

Der Speicher Neusiedl am Steinfeld ist in das Gefälle der I. Hochquellenleitung eingebunden. Das Wasser fließt völlig ohne Pumpen durch den Behälter bis nach Wien. Derzeit fassen die bestehenden Kammern rund 600 Millionen Liter. Bis Ende 2028 kommen zwei Kammern mit einem Volumen von 200 Millionen Litern hinzu.

In einer zweiten Phase folgen zwei weitere Kammern sowie die Sanierung der bestehenden Anlagen. Am Ende stehen rund eine Milliarde Liter Speichervolumen zur Verfügung. Das bedeutet ein Plus von etwa 70 Prozent. Anschaulich gerechnet: Das entspricht einem Fußballfeld, das 140 Meter hoch mit Wasser gefüllt ist. In dieses Volumen würde sogar der Stephansdom passen. Insgesamt wird Wiener Wasser künftig in seinen 31 Wasserbehältern rund zwei Milliarden Liter Trinkwasser speichern können.

Umsichtige Arbeiten

Rund 35.000 Kubikmeter Beton kommen zum Einsatz. Damit die Wasserkammern dauerhaft dicht, sicher und langlebig sind, werden seit Baubeginn wöchentliche Betonprüfungen durchgeführt.

Die Arbeiten erfolgen in enger Abstimmung mit der Prüf-, Inspektions- und Zertifizierungsstelle der Stadt Wien, der MA 39. Dieter Werner, Leiter der Stelle, erklärt: „Unsere Expertinnen und Experten begleiten das Projekt seit Jahren. Wöchentliche Prüfungen vor Ort, laufende Abnahmen und bei Bedarf Verdichtungsversuche stellen sicher, dass die Anlage höchsten technischen Standards entspricht – für viele Jahrzehnte.“

Dem stimmt auch der Klimastadtrat zu: „Das ist ein Jahrhundertprojekt für die Wasserversorgung der Stadt. Wien investiert jährlich rund 130 Millionen Euro in die Wasser-Infrastruktur. Wir treffen heute die richtigen Entscheidungen, damit auch in Zukunft jederzeit bestes Trinkwasser verfügbar ist“, erklärt er weiter.

 

 

 

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