Der burgenländische Wein ist weit mehr als ein kulturelles Erbe – er ist zentraler Wirtschaftsmotor des Landes. Das unterstrich Burgenlands Landeshauptmann Hans Peter Doskozil bei einer Pressekonferenz in Donnerskirchen, bei der eine neue Studie zur volkswirtschaftlichen Bedeutung der Weinwirtschaft präsentiert wurde. Gemeinsam mit Weinbaupräsident Johannes Schmuckenschlager, Wein Burgenland Obmann Herbert Oschep und Burgenlands Weinbaupräsident Andreas Liegenfeld wurden beeindruckende Zahlen vorgelegt.
257,7 Millionen Euro Bruttowertschöpfung
Laut der von der Economica GmbH im Auftrag der Österreich Wein Marketing (ÖWM) durchgeführten Studie erwirtschaftet die Weinwirtschaft im Burgenland eine Bruttowertschöpfung von 257,71 Millionen Euro. Rund 30 Prozent der landwirtschaftlichen Produktion des Landes entfallen auf den Weinbau. „Wein ist nicht nur Teil unserer Kultur, sondern längst ein bedeutender Wirtschaftsfaktor“, betonte Landeshauptmann Doskozil. Besonders stark profitiere auch der Tourismus – ein Grund, warum das Land gezielt sowohl Weinwirtschaft als auch Tourismus unterstützt, um das Burgenland international als Top-Weinregion zu positionieren.
Exportschlager in über 60 Ländern
Rund 1.800 Winzer verkaufen im Burgenland je nach Jahr 75 bis 95 Millionen Flaschen Wein. Etwa 6.200 Arbeitsplätze hängen direkt oder indirekt an der Branche – mehr als vier Prozent aller Jobs im Land. Die Exportquote liegt bei 25 Prozent, denn burgenländischer Wein wird in über 60 Länder geliefert. Die wichtigsten Absatzmärkte sind Deutschland, Österreich und die Schweiz.
Doskozil verwies auch auf die Lehren aus den 1980er-Jahren: Statt Masse setze man heute konsequent auf Qualität. Entscheidend sei zudem die enge Vernetzung mit dem Tourismus sowie mit Kulinarik und Kultur. Als Beispiel nannte er den my burgenland Shop in Parndorf – ein Konzept, das er sich auch in Zielmärkten wie Deutschland oder der Schweiz wünscht. Voraussetzung dafür sei jedoch ein gemeinsames Auftreten ohne Konkurrenzdenken.
Tourismus profitiert spürbar
Dass Wein und Tourismus im Burgenland Hand in Hand gehen, belegt eine Rekordbilanz: 3,4 Millionen Nächtigungen im Jahr 2025, wie Herbert Oschep hervorhob. Veranstaltungen wie das Martiniloben, der Weintourismus-Preis „Rot-Goldene Traube“, der Weinfrühling im Südburgenland oder die Weinwanderwege stärken gezielt den Weintourismus. Laut Studie geben Gäste, die weinbezogene Angebote nutzen, im Schnitt 18 Prozent mehr aus als andere Urlauber.
Oschep betonte zudem die Bedeutung des Weins als Marke: „Der Wein ist eines der bekanntesten Aushängeschilder des Burgenlandes. Er ist Kulturgut, regionales Produkt und Ausdruck unserer Identität.“
Wein als stärkster Markenträger des Landes
Österreichweit erwirtschaftete die Weinwirtschaft 2023 über 3,8 Milliarden Euro Bruttowertschöpfung und sicherte mehr als 68.000 Arbeitsplätze. Während bundesweit jeder hundertste Euro aus dem Wein stammt, ist es im Burgenland bereits jeder vierzigste, wie Johannes Schmuckenschlager erläuterte.
Für Andreas Liegenfeld steht fest: „Der Wein ist mit Abstand der wichtigste Botschafter des Burgenlandes nach außen.“ Die Rahmenbedingungen seien ideal, die Zusammenarbeit mit der Landesregierung hervorragend – und die Weinwirtschaft bereit, diesen Erfolg auch in Zukunft mitzutragen.

