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Motorradfahren im Sommer: Fünf Tipps für eine sichere Saison

Der Sommer ist die Motorrad-Saison schlechthin und das zu Recht. Zwei Experten verraten, wie man das Maximum aus jeder Tour herausholt und wie man in jedem Fall sicher ans Ziel kommt.
© Getty Images

Strahlender Sonnenschein, leere Bergstraßen, Wind um die Nase – der Sommer ist für viele Motorradfans die schönste Zeit des Jahres. Vor der nächsten Tour sollte man aber wissen, welche besonderen Herausforderungen Hitze, Blendlicht und heißer Asphalt mit sich bringen. schauvorbei.at hat die wichtigsten Tipps von Manuel Tatura, Unfallexperte bei der ERGO Group, und Georg Scheiblauer, Motorrad-Chefinstruktor der ÖAMTC Fahrtechnik, zusammengestellt.

Tipp 1: Den Körper nicht vergessen

Wer bei sommerlichen Temperaturen stundenlang auf dem Motorrad sitzt, belastet seinen Körper mehr, als es auf den ersten Blick scheint. Flüssigkeitsverlust durch Schwitzen bleibt in voller Schutzmontur oft unbemerkt, bis die Konzentration langsam nachlässt und die Reaktion etwas langsamer wird. Hinzu kommen optische Besonderheiten: Hitzeflimmern über dem Asphalt kann die Sichttiefe trügen, und die tief stehende Abendsonne blendet oft genau dann, wenn nach einer langen Tour die Aufmerksamkeit ohnehin schon gefordert ist.

Die gute Nachricht: Mit ein bisschen Planung lässt sich das alles gut managen. Manuel Tatura, Unfallexperte bei der ERGO Group, empfiehlt, möglichst früh loszustarten, um der Hitze tagsüber zu entgehen. Zwischendurch gelte es außerdem, häufiger Pausen zu machen und ausreichend zu trinken, um die Leistungsfähigkeit zu sichern.

Tipp 2: Reifendruck und Grip im Blick behalten

Auch die Fahrdynamik verändert sich bei Hitze messbar. Laut dem Unfallexperten kann sich der Reifendruck an einem heißen Sommertag um mehr als 0,1 Bar erhöhen. Stark aufgeheizter Asphalt verringert zusätzlich den Grip, was in Kombination mit überhitzten Reifen kritisch werden kann. „Besonders in Kurven sollten Biker auf die Bodenhaftung achten und die Schräglage bei unsicheren Straßenverhältnissen reduzieren.“

Tipp 3: Das Bike fit für den Sommer machen

Bevor es auf die erste Sommertour geht, verdient auch die Maschine einen gründlichen Check. Georg Scheiblauer, Motorrad-Chefinstruktor der ÖAMTC Fahrtechnik, erklärt: „Wenn das Motorrad mehrere Monate gestanden ist, sollten noch vor der ersten Ausfahrt alle sicherheitsrelevanten Komponenten sorgfältig geprüft werden.“ Bei den Flüssigkeiten heißt das: Motoröl, Brems- und Hydraulikflüssigkeit sowie Kühlmittel müssen auf korrektem Stand und in einwandfreiem Zustand sein.

Auch Elektrik und Batterie sind anfälliger, wenn die Temperaturen klettern. Beleuchtung, Blinker, Bremslicht und Hupe müssen zuverlässig funktionieren. Die Batterie benötigt nach längerer Standzeit oft eine zusätzliche Ladung. Scheiblauer empfiehlt außerdem, beim Reifendruck und beim Profil keine Kompromisse einzugehen: Die gesetzliche Mindestprofiltiefe liegt zwar bei 1,6 Millimetern, aus Sicherheitsgründen sollte man aber nicht unter 2,0 Millimeter fahren. Und: Sind Kettenrad oder Ritzel stark abgenutzt, sollte der gesamte Antriebssatz auf einmal getauscht werden.

Tipp 4: Kein Kompromiss bei der Sicherheit

So verlockend es bei 30 Grad auch ist – T-Shirt und kurze Hose haben auf dem Motorrad nichts zu suchen. „Damit bitte niemals aufs Bike“, warnt Manuel Tatura unmissverständlich. Moderne Motorradbekleidung aus atmungsaktiven Materialien schützt bei einem Sturz und hält gleichzeitig den Körper kühl. Auch bei Handschuhen und Stiefeln gilt: Gute Belüftung ja, aber Griffigkeit und Wärmeschutz dürfen dabei nicht auf der Strecke bleiben. Ein gut belüfteter Helm sorgt zudem für einen kühlen Kopf und ein sauberes, kratzfreies Visier für die nötige Durchsicht.

Tipp 5: Defensiv fahren

Und auch wenn Outfit und Technik stimmen: Defensives, vorausschauendes Fahren bleibt eine der wichtigsten Sicherheitsstrategien überhaupt, wie Georg Scheiblauer erklärt. Es sei essenziell, ausreichend Abstand zu halten, nicht länger als nötig im toten Winkel anderer Fahrzeuge zu bleiben und besonders auf abbiegende Autos zu achten, denn Motorräder werden im Straßenverkehr häufig übersehen oder ihre Geschwindigkeit falsch eingeschätzt.

Tipp 6: Im Ernstfall abgesichert sein

Für alle Fälle, die sich trotz bester Vorbereitung nicht ausschließen lassen, empfiehlt ERGO-Experte Tatura zusätzlich eine private Unfallversicherung. Sie unterstützt nicht nur finanziell bei bleibenden Beeinträchtigungen, sondern auch mit praktischen Assistenzleistungen wie Reha-Maßnahmen. So lässt sich der Sommer auf zwei Rädern wirklich sorgenfrei genießen.

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