Mit einer klaren Botschaft und einem modernen Zugang startet das Burgenland eine neue, breit angelegte Präventionskampagne gegen Sucht und Abhängigkeit bei Jugendlichen. Unter dem Titel „FILTER OFF. LEBEN ON. Du bist echt genug.“ wollen Bildungslandesrätin Daniela Winkler und das Landesjugendreferat Burgenland (LJR) neue Wege in der Aufklärung gehen – direkt dort, wo junge Menschen heute leben: online, in Schulen und in Jugendtreffs.
Wachsender Druck
„Die Lebenswelten von Jugendlichen haben sich in den letzten Jahren rasant verändert. Der Druck im Alltag, sei es im echten Leben oder in den sozialen Medien, ist spürbar gestiegen. Wir erfahren aus unseren Beratungsstellen und Kliniken, dass junge Menschen in schwierigen Phasen immer häufiger zu Suchtmitteln oder digitalen Angeboten greifen, um mit Stress, Ängsten oder Belastungen umzugehen“, betont Bildungslandesrätin Daniela Winkler.
Genau dort setzt das Land Burgenland mit der neuen Kampagne an. „Als Land Burgenland schauen wir hier nicht weg, sondern verändern die Art und Weise, wie wir Prävention betreiben. Wir holen die Jugendlichen direkt dort ab, wo sie sich täglich aufhalten, in den sozialen Medien, in den Schulen und in Jugendzentren oder Jugendtreffs. Unser Ziel ist es, jungen Menschen Orientierung zu geben und sie für einen verantwortungsvollen Umgang mit sich selbst zu begeistern“, so Winkler weiter.
Gemeinsame Entwicklung
Der Start der Kampagne erfolgte am 1. Juni und umfasst mehrere Bausteine. Herzstück ist eine Kurzvideo-Offensive auf Social Media, die mit prägnanten Clips auf Plattformen wie Instagram oder TikTok Jugendliche direkt anspricht. Ergänzt wird das Konzept durch Imagevideos zu Themen wie Alkohol, Nikotin (insbesondere Vapes), Spielsucht und problematischer Mediennutzung.
Experten und Jugendliche im Dialog
Ein weiterer zentraler Bestandteil sind Expertinnen- und Jugendvideos, in denen Fachpersonen aus der Jugendarbeit, Schulpsychologie und den sozialen Diensten ebenso zu Wort kommen wie Jugendliche selbst. Diese sogenannte Peer-Perspektive soll Glaubwürdigkeit schaffen und zeigen, dass Betroffene nicht allein sind. Gleichzeitig werden konkrete Anlaufstellen sichtbar gemacht.
Neben der digitalen Präsenz setzt das Land auch auf klassische Informationswege: Plakate in Schulen und Jugendzentren sowie eine zentrale Landingpage des Landesjugendreferats bündeln die Inhalte und bieten Orientierung für Jugendliche, Eltern und Bezugspersonen.
Sucht beginnt oft schleichend
Besonders deutlich wird in der Kampagne auch der Blick auf die Hintergründe von Suchtverhalten. „Hinter dem riskanten Konsum oder Suchtverhalten steckt oft ein Schrei nach Hilfe“, erklärt Winkler. Viele würden Substanzen als eine Art Selbstmedikation nutzen – etwa bei Angststörungen oder Depressionen. Gleichzeitig rückt auch die digitale Abhängigkeit immer stärker in den Fokus.
Das Burgenland verweist dabei auf ein bestehendes Unterstützungsnetzwerk, darunter eine Ambulanz der Sozialen Dienste Burgenland für Jugendliche mit Abhängigkeitserkrankungen. Dort werden Betroffene medizinisch, psychologisch und therapeutisch begleitet, wobei auch Angehörige Beratung erhalten.

