Story

27.000 Besucher bei den Passionsspielen 2026 in St. Margarethen

Anlässlich des 100-Jahr-Jubiläums der Passionsspiele wurde die Geschichte vom Leben, Lieben, Leiden und der Auferstehung Jesu Christi heuer erstmals aus weiblicher Sicht inszeniert. „Mirjam – Stark wie der Tod ist die Liebe“ lockte insgesamt rund 27.000 Besucher an – 40 Prozent mehr als 2022.
Das Finale der Passionsspiele St. Margarethen 2026 sorgte für Emotionen: Alle Mitwirkenden überraschten den scheidenden Spielleiter und Pfarrer Richard Geier zum Abschied mit ganz vielen Herzen und einem Lied. © Passionsspiele St. Margarethen

„27.000 Besucherinnen und Besucher konnten wir mit unserer doch etwas gewagten Neuinterpretation der Geschichte Jesu begeistern. Wir konnten ihnen die Geschichte Jesu näherbringen und in Gestalt der Mirjam auch den Frauen in der Kirche ein Stück weit eine Stimme geben. Ich danke unserem Regisseur Manfred Waba, dass er mit seiner Führung der Darstellerinnen und Darsteller, aber auch mit seinem Bühnenbild die Geschichte aus der Sicht von Mirjam so einfühlsam zum Leben erweckt hat, und unserem Komponisten Albin Rudisch dafür, dass er die Emotionen im Stück eine musikalische Atmosphäre gegeben hat. Was Pfarrer Kaindlbauer und Emmerich Unger vor genau 100 Jahren geschaffen haben, war ein ganz besonderes Zeugnis für ihren Glauben, das die Dorfgemeinschaft in St. Margarethen nachhaltig geprägt hat und das die St. Margarethenerinnen und Margarethener bis heute und auch in Zukunft in den Passionsspieljahren aber auch in den Jahren dazwischen weitertragen“, zeigte sich der Spielleiter der Passionsspiele St. Margarethen, Pfarrer Richard Geier, bei der Abschlussfeier der Passionsspiele emotional.

Für Geier ist der Abschied von der heurigen Passionsspielsaison gleichzeitig ein Abschied von der Gemeinde selbst, denn er St. Margarethen mit Ende August verlassen und in Zukunft die Pfarre Pinkafeld übernehmen. Geiers Nachfolge in St. Margarethen tritt mit 1. September 2026 Julian Heissenberger an.

St. Martins-Orden für den Verein Passionsspiele St. Margarethen

Eine besondere Überraschung zum 100-Jahr-Jubiläum der Passionsspiele hielt Diözesanbischof Ägidius J. Zsifkovics bereit: Für sein unermüdliches Glaubenszeugnis, das seit mittlerweile 100 Jahren Tausende Menschen berührt hat, und seine Verdienste für die Neuevangelisierung verlieh er dem Verein Passionsspiele St. Margarethen den St. Martins-Orden in Gold, eine der höchsten Auszeichnungen der Diözese Eisenstadt.

„Die Passionsspiele sind weit mehr als ein künstlerisches Ereignis. Rund 500 Mitwirkende bringen Zeit, Talent und Engagement ein und machen sichtbar, wie Glaube in Gemeinschaft wächst. Mein aufrichtiger Dank gilt der Pfarre St. Margarethen. Die Pfarrgemeinde, die Passionsspieler und Passionsspielerinnen – in Vergangenheit und Gegenwart, lebende wie verstorbene – und alle Mitwirkenden spiegeln durch dieses lebendige Glaubenszeugnis wider, wozu Christus uns berufen hat. Ihr alle seid ein wertvolles Aushängeschild unserer Diözese!“, so Diözesanbischof Zsifkovics.

Stellvertretend für alle Mitwirkenden überreichte er den Orden den Mitgliedern des Passionsspielvorstandes rund um Spielleiter Pfarrer Richard Geier. Jede und jeder Mitwirkende erhielt eine Dankeskarte des Bischofs.

Für die Passionsspiele St. Margarethen beginnt nun eine kurze Phase des Verschnaufens, bevor bereits wieder die Weichen für die nächsten Passionsspiele, die 2031 stattfinden sollen, gestellt werden.

Passion aus weiblicher Sicht

Der neue Passionstext, „Mirjam – Stark wie der Tod ist die Liebe“ von Spielleiter und Autor Pfarrer Dr. Richard Geier erzählte die Passionsgeschichte erstmals aus weiblicher Perspektive: Mirjam – Maria Magdalena – blickte 20 Jahre nach den Ereignissen in Bethanien und Jerusalem auf Jesu Wirken zurück und verarbeitete ihre Erinnerungen und nachwirkenden Eindrücke im Gespräch mit anderen Figuren aus dem Johannesevangelium. Für Regie und Bühnenbild zeichnete – 30 Jahre nach seiner ersten Oper im Steinbruch St. Margarethen – Prof. Manfred Waba verantwortlich, der bereits auf der Ruffinibühne inszenierte und für „Mirjam“ das alte Jerusalem zum Leben erweckte. Komponist Mag. Albin Rudisch, PhD, der mit der Musik zu „Mirjam“ sein Debüt bei den Passionsspielen St. Margarethen gab, verlieh der neuen Passion ihre musikalische Atmosphäre – einmal mit kinoreifen, reichen Orchesterstücken, ein anderes Mal mit martialischen Klängen und dann wieder mit berührend zarten Melodien.

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