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Operetten-Premiere auf Schloss Tabor: „Wiener Blut“ sticht in See

Mit Standing Ovations und großem Applaus feierte Johann Strauss’ „Wiener Blut“ auf Schloss Tabor Premiere. Die Neuinterpretation als turbulente Kreuzfahrt verbindet klassische Operettenklänge mit modernem Humor und einem überraschenden Finale.
V. l.: Claudia Priber, Hans Peter Doskozil mit Julia Doksozil, Alfons Haider und Darstellerinnen. © Katharina Schiffl

Die Opernfestspiele Schloss Tabor haben am 5. August mit einer außergewöhnlichen Premiere begeistert: Johann Strauss’ Operette „Wiener Blut“ wurde in einer neuen Lesart auf die Bühne gebracht. Statt Wiener Salons heißt es diesmal Sonnendeck, Poolbar und Kapitänskajüte, denn die Handlung spielt auf der MS Wiener Blut und erzählt von Liebe, Eifersucht, Verwechslungen und großen Gefühlen. Das Publikum reagierte begeistert: Zwölf Minuten Standing Ovations und langanhaltender Applaus belohnten das Ensemble.

Schloss Tabor wird zum Kreuzfahrtschiff

Für die neue Interpretation zeichnet Rita Sereinig verantwortlich, die Regie, Konzept und die moderne Lesart des Klassikers übernommen hat. Gemeinsam mit Autor Max Niemeyer wurde die Geschichte in die Gegenwart übertragen, ohne den Charme und die Leichtigkeit des Originals zu verlieren. Die Bühne von Hans Kudlich verwandelt Schloss Tabor in ein luxuriöses Kreuzfahrtschiff. Mit Choreografie von Sabine Arthold, rund 164 Kostümen von Julia Klug sowie Maske und Hairstyling von Renate Wutte entsteht eine maritime Welt voller Glamour und Bewegung. Musikalisch sorgt Dirigent Peter Sommerer gemeinsam mit der Jungen Philharmonie Brandenburg für den passenden Strauss-Sound. Der Chor unter der Leitung von Sascha Nader ergänzt das große Ensemble.

Große Stimmen an Board

Friederike Meinke überzeugt als Gabriele Zedlau mit Eleganz, Ausdruckskraft und stimmlicher Brillanz und wurde vom Publikum als Star des Abends gefeiert. Michael Heim verkörpert Kapitän Balduin Zedlau als charmanten Lebemann zwischen Liebeswirren und Verantwortung. Lena Stöckelle bringt als Franziska Cagliari Temperament auf die Bühne, Verena Barth-Jurca sorgt als Pepi Pleininger für Humor und Energie. Martin Mairinger, Horst Lamnek und Christian Tschelebiew komplettieren das Ensemble.

Frauen übernehmen das Kommando

Besonders für Gesprächsstoff sorgte das neue Finale der Inszenierung. In Alfons Haiders Interpretation werden die Männer am Ende in einem Rettungsboot auf offener See ausgesetzt – eine Wendung, die es in dieser Form bislang noch nicht gegeben hat. „Wir haben das Stück lediglich ins Heute versetzt und zeigen, was passieren könnte, wenn einmal die Frau das Ruder übernimmt“, so Haider. Der spektakuläre Abschluss setzt noch einen drauf: Ein zehn Meter großer goldener Krake taucht aus den Untiefen des Meeres auf und gesellt sich zum Ensemble auf der Bühne.

Erfolg für Schloss Tabor

Auch Landeshauptmann Hans Peter Doskozil betonte die Bedeutung der Festspiele für die burgenländische Kulturlandschaft. Die Auslastung liegt laut Veranstaltern bereits bei rund 85 Prozent, zudem wurden schon jetzt mehr Tickets verkauft als im gesamten Vorjahr. Das Ziel für heuer: 8.500 Besucher. „Schloss Tabor zeigt Jahr für Jahr, welchen Stellenwert Kunst und Kultur im Burgenland haben. Es freut mich besonders, dass sich dieser Weg auch im großen Interesse des Publikums widerspiegelt: Die Auslastung liegt bereits bei rund 85 Prozent, und schon jetzt wurden mehr Tickets verkauft als im gesamten Vorjahr. Wer ‚Wiener Blut‘ noch erleben möchte, sollte sich also beeilen. Dieser Erfolg ist vor allem dem großartigen Einsatz von Alfons Haider und seinem gesamten Team zu verdanken. Unser Ziel sind heuer 8.500 Besucherinnen und Besucher – damit hätten wir die Besucherzahlen seit dem Einstieg des Landes verdoppelt. Diesen erfolgreichen Weg werden wir weitergehen und Schloss Tabor als bedeutenden Kulturstandort weiter stärken.“

Nach dem Erfolg von „Wiener Blut“ steht bereits die nächste Produktion fest: Von 4. bis 15. August 2027 wird auf Schloss Tabor Emmerich Kálmáns „Die Csárdásfürstin“ gezeigt.

© Katharina Schiffl, Andreas Hafenscher und Schloss Tabor
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