Der Standort Theiß (Bezirk Krems), der bereits heute als bedeutender Knotenpunkt im niederösterreichischen Energiesystem gilt, soll um eine weitere Schlüsseltechnologie erweitert werden: Die EVN errichtet hier Österreichs bislang größten Batteriespeicher. Mit einer Leistung von 70 Megawatt und einer Kapazität von 140 Megawattstunden soll die Anlage künftig kurzfristig Energie aufnehmen oder abgeben und damit Schwankungen im Stromnetz ausgleichen.
Der Ausbau von Speichertechnologien wird in der Energiepolitik zunehmend als wichtiger Faktor für die Versorgungssicherheit gesehen. Sie können überschüssige Energie aus Wind- und Sonnenkraft aufnehmen und zu einem späteren Zeitpunkt wieder ins Netz einspeisen.
„Mehr Speicher heißt mehr Versorgungssicherheit, weniger Abhängigkeit und bedeuten auch eine Entlastung der Netze. Das ist gerade wichtiger denn je und wird auch so bleiben. Sinkende Strom-Tarife und der Ausbau der Speicher sind daher Schritte, um das Leben wieder leichter und unser Land sicherer zu machen. Der neue Batteriespeicher könnte etwa alle Haushalte in St. Pölten rund 12-14 Stunden mit Strom versorgen“, erklärt LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf.
Technisch basiert die Anlage auf 40 Batteriecontainern, die zusammen eine Speicherdauer von rund zwei Stunden ermöglichen sollen. Das bedeutet: Bei voller Leistung kann der Speicher zwei Stunden lang Strom ins Netz einspeisen oder Energie aufnehmen. „Großbatterien wie unser neuer Speicher hier in Theiß reagieren in Sekundenbruchteilen und können damit Schwankungen im Stromnetz wesentlich schneller ausgleichen als konventionelle Kraftwerke. Mit 70 MW Leistung kann der Speicher auf Knopfdruck so viel Energie bereitstellen wie ein mittelgroßes Gaskraftwerk“, erläutert EVN Technik-Vorstand Stefan Stallinger.
Für die Energiepolitik des Landes spielt der Ausbau solcher Technologien eine strategische Rolle. Ziel ist es, regionale Energieproduktion zu stärken und gleichzeitig die Abhängigkeit von Importen zu verringern. „Energie selbst und kostengünstig zu erzeugen, bringt unser Land an die Spitze. Wahre Stärke bedeutet Unabhängigkeit – nicht Abhängigkeit von Energieimporten aus Russland oder dem arabischen Raum.“ Für Pernkopf ist der Ausbau moderner Speichertechnologien daher „ein entscheidender Faktor für eine sichere Energieversorgung, denn dazu braucht es stabile Produktion und stabile Netze. Zudem entlasten Speicher die Netze und dämpfen so die Kosten des Netzausbaus. Mit Projekten wie dem Batteriespeicher in Theiß wird daher der Weg für mehr regionale Wertschöpfung, stabile Netze und den effizienten Einsatz von Wind- und Sonnenstrom geebnet.“
Der Baustart für das Großprojekt ist für Februar 2026 geplant. Die Inbetriebnahme soll im dritten Quartal 2027 erfolgen. Insgesamt investiert die EVN rund 46 Millionen Euro in die Anlage.


