Story

Windpark Andau: Erste Anlagen bleiben nachts dunkel

Mitten im Burgenland setzt ein Windpark ein sichtbares – oder besser gesagt unsichtbares – Zeichen für die Zukunft der erneuerbaren Energie. In Andau bleiben Windräder erstmals nachts finster, solange kein Flugverkehr in der Nähe ist. Was nach einem kleinen Detail klingt, könnte die Akzeptanz von Windkraft deutlich erhöhen.
Burgenland Energie-CEO Stephan Sharma vor dunkler Umgebung
Licht aus: Burgenland Energie setzt einen Meilenstein in der österreichischen Windkraft in Andau, wie CEO Stephan Sharma zeigt. © Burgenland Energie AG

Dunkel und sicher: Im Windpark Andau gehen die Lichter der insgesamt 38 Windräder ab sofort nur noch dann an, wenn sich ein Flugzeug oder Hubschrauber nähert. Damit ist die Anlage die erste in Österreich, die dieses System im Echtbetrieb nutzt. Ziel ist es, Anrainer zu entlasten und gleichzeitig nachtaktive Tiere zu schützen. Denn das dauerhafte Blinken der roten Warnlichter wurde bislang oft als störend empfunden – vor allem in ländlichen Regionen, in denen Dunkelheit noch Teil der natürlichen Umgebung ist.

„Das Burgenland ist der österreichische Windkraftpionier schlechthin. Wir hatten 1997 die ersten Windenergieanlagen und sind heute das größte Windkraft-Unternehmen Österreichs. Für uns ist es nur konsequent und logisch, dass wir also auch Pioniere bei der Weiterentwicklung der Windräder sind und die ersten, die es ermöglichen, die blinkenden Nachtlichter durch Innovation zu beenden. Das Gold des Burgenlands blickt nicht mehr rot“, betonte Burgenland Energie-CEO Stephan Sharma.

Intelligente Technik sorgt für Sicherheit

Möglich macht das eine Kombination aus moderner Technologie und klaren gesetzlichen Vorgaben. Grundlage ist eine Anpassung im Luftfahrtgesetz, die den Einsatz bedarfsgesteuerter Nachtkennzeichnung erlaubt. Austro Control sorgt dabei für die nötige Sicherheit im Luftraum. Mithilfe ihrer Daten wird laufend überprüft, ob sich ein Flugobjekt im Umkreis von rund acht Kilometern und bis zu 600 Metern Höhe befindet. Ist kein Flugverkehr in der Nähe, bleiben die Lichter ausgeschaltet. Nähert sich ein Flugzeug oder Hubschrauber, wird die Beleuchtung sofort aktiviert.

Ausbau im ganzen Burgenland geplant

Burgenland Energie, Betreiber des Windparks, spricht von einem wichtigen Schritt für die Zukunft der Windkraft. Das Ziel ist klar: Bis 2027 sollen alle eigenen Windkraftanlagen mit dieser Technologie ausgestattet werden. Auch andere Standorte im Nordburgenland sollen bald folgen, darunter Windparks in Neusiedl-Weiden und Parndorf. Damit könnte das nächtliche Dauerblinken vieler Anlagen schon in wenigen Jahren der Vergangenheit angehören.

Kleine Änderung mit großer Wirkung

Was technisch unspektakulär klingt, hat großes Potenzial: Weniger Lichtverschmutzung bedeutet mehr Lebensqualität für Menschen und Tiere – und könnte gleichzeitig die Akzeptanz für den Ausbau erneuerbarer Energie stärken.

Sponsored
Sponsored
Das könnte dir gefallen:

Garteln: Österreich pflanzt, kompostiert und denkt nachhaltiger

„ein viertel grün“: Neues Stadtviertel in Wiener Neustadt

Schlumberger übernimmt Traditionsmarke Treml

Werde jetzt schauvorbei-Newsletter Abonnent und bleibe immer auf dem Laufenden!
Leider konnten wir deine Anmeldung nicht abschließen. Versuche es bitte später erneut.
Die Anmeldung zum Newsletter war erfolgreich!
Sponsored