Dunkel und sicher: Im Windpark Andau gehen die Lichter der insgesamt 38 Windräder ab sofort nur noch dann an, wenn sich ein Flugzeug oder Hubschrauber nähert. Damit ist die Anlage die erste in Österreich, die dieses System im Echtbetrieb nutzt. Ziel ist es, Anrainer zu entlasten und gleichzeitig nachtaktive Tiere zu schützen. Denn das dauerhafte Blinken der roten Warnlichter wurde bislang oft als störend empfunden – vor allem in ländlichen Regionen, in denen Dunkelheit noch Teil der natürlichen Umgebung ist.
„Das Burgenland ist der österreichische Windkraftpionier schlechthin. Wir hatten 1997 die ersten Windenergieanlagen und sind heute das größte Windkraft-Unternehmen Österreichs. Für uns ist es nur konsequent und logisch, dass wir also auch Pioniere bei der Weiterentwicklung der Windräder sind und die ersten, die es ermöglichen, die blinkenden Nachtlichter durch Innovation zu beenden. Das Gold des Burgenlands blickt nicht mehr rot“, betonte Burgenland Energie-CEO Stephan Sharma.
Intelligente Technik sorgt für Sicherheit
Möglich macht das eine Kombination aus moderner Technologie und klaren gesetzlichen Vorgaben. Grundlage ist eine Anpassung im Luftfahrtgesetz, die den Einsatz bedarfsgesteuerter Nachtkennzeichnung erlaubt. Austro Control sorgt dabei für die nötige Sicherheit im Luftraum. Mithilfe ihrer Daten wird laufend überprüft, ob sich ein Flugobjekt im Umkreis von rund acht Kilometern und bis zu 600 Metern Höhe befindet. Ist kein Flugverkehr in der Nähe, bleiben die Lichter ausgeschaltet. Nähert sich ein Flugzeug oder Hubschrauber, wird die Beleuchtung sofort aktiviert.
Ausbau im ganzen Burgenland geplant
Burgenland Energie, Betreiber des Windparks, spricht von einem wichtigen Schritt für die Zukunft der Windkraft. Das Ziel ist klar: Bis 2027 sollen alle eigenen Windkraftanlagen mit dieser Technologie ausgestattet werden. Auch andere Standorte im Nordburgenland sollen bald folgen, darunter Windparks in Neusiedl-Weiden und Parndorf. Damit könnte das nächtliche Dauerblinken vieler Anlagen schon in wenigen Jahren der Vergangenheit angehören.
Kleine Änderung mit großer Wirkung
Was technisch unspektakulär klingt, hat großes Potenzial: Weniger Lichtverschmutzung bedeutet mehr Lebensqualität für Menschen und Tiere – und könnte gleichzeitig die Akzeptanz für den Ausbau erneuerbarer Energie stärken.


