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18. April 2024
Best of Geschichte & Kultur Plätze mit Geschichte

Die Wiener Staatsoper

Die Wiener Staatsoper hat eine bewegte Geschichte. Sie wurde am 25. Mai 1869 mit „Don Juan“ von Mozart eröffnet – und am 5. November 1955 mit Beethoven „Fidelio“ wiedereröffnet. Heute können Besucher der Staatsoper nicht nur rund 300 Aufführungen im Jahr genießen, sondern auch bei Führungen einen Blick hinter die Kulissen werfen.

Wiener Staatsoper bei Sonnenuntergang
Die Wiener Staatsoper ist eines der bekanntesten Opernhäuser der Welt. © Shutterstock

Die Wiener Staatsoper ist eines der bekanntesten Opernhäuser der Welt. Der Neorenaissance-Bau am Ring bietet Platz für 2.276 Zuschauer und rund 50 verschiedene Opern und Ballettwerke pro Saison, getanzt vom Wiener Staatsballett. Einmal im Jahr wird die Staatsoper außerdem zum festlichsten und berühmtesten Ballsaal der Welt – beim Wiener Opernball.

Neben Vorführungen erwarten die Besucher der Wiener Staatsoper auch Führungen, die Einblicke in die Geschichte des Hauses und die Arbeit hinter der Bühne geben. Bei den 40-minütigen Rundgängen geht es vom Foyer über die Feststiege durch die Prunkräume bis in den Zuschauerraum. Zusätzlich gibt es Kinderführungen, bei denen die jungen Teilnehmer in die Welt des Musiktheaters eintauchen.

Von der Hof- zur Staatsoper

Die Wiener Staatsoper ist die Nachfolgerin der Wiener Hofoper. Sie wurde von den Habsburgern gegründet und gefördert. Im 18. Jahrhundert existierten zwei Vorläuferbauten. Das Theater am Kärntnertor und das Alte Burgtheater am Michaelerplatz. Das neue Gebäude der Hofoper wurde ab 1861 von den Architekten August Sicard von Sicardsburg und Eduard van der Nüll realisiert. Anfangs hat es die Öffentlichkeit nicht sehr geschätzt und als „Königgrätz der Baukunst“ kritisiert. Am 25. Mai 1869 wurde die Eröffnung in Anwesenheit von Kaiser Franz Joseph und Kaiserin Elisabeth mit einer Premiere von „Don Juan“ von Mozart gefeiert.

Unter der Leitung des Komponisten Gustav Mahler erlebte die Oper ab 1897 eine Blütezeit. Eine Glanzzeit war auch die unter Franz Schalk von 1918 bis 1929. Am 30. Juni 1944 fand die für lange Zeit letzte Vorstellung in der Staatsoper statt, bezeichnenderweise mit Wagners „Götterdämmerung“. Am Ende des Zweiten Weltkrieges geriet die Oper nach US-amerikanischen Bombardements in Brand. Zerstört wurden die Zuschauerränge und der Bühnenbereich. 

Neueröffnung mit „Fidelio“

Nach Ende des Zweiten Weltkrieges wich das Opernensemble vorerst in die Wiener Volksoper sowie in das Theater an der Wien aus. Nach 1945 bildete sich das Wiener Mozart-Ensemble heraus. Es absolvierte weltweit Gastspiele und wurde für seine besondere Gesangs- und Spielkultur gerühmt. Sein Gründer und Mentor war der österreichische Dirigent Josef Krips. Wesentliche Sänger waren Anton Dermota, Erich Kunz, Elisabeth Schwarzkopf und Wilma Lipp.

Das Haus am Ring wurde wiederhergestellt – mit gleichzeitiger Modernisierung der Formensprache im Geiste der 1950er-Jahre. Am 5. November 1955 konnte die Staatsoper mit „Fidelio“ von Ludwig van Beethoven unter der Leitung von Karl Böhm neu eröffnet werden. Der ORF nutzte die Eröffnung für eine seiner ersten Liveübertragungen. In ganz Österreich gab es damals allerdings nur rund 800 Fernseher. Ab 1956 war Herbert von Karajan Direktor. Er führte Opern ausschließlich in der Originalsprache auf.

Seit der Ära Hollender (1992–2010) gibt es die Initiative „Oper live am Platz“. Dabei werden Aufführungen im Mai, Juni und September kostenlos über einen Monitor auf den Karajanplatz übertragen. Die Tradition des Opernballes führt zurück in die Zeit von 1814/1815, die Zeit des Wiener Kongresses. Der erste Ball in der Staatsoper fand 1935 statt. Der erste Opernball wurde im Februar 1956 abgehalten.

5 Dinge, die man gesehen haben muss

  • eine der ca. 300 Aufführungen pro Saison
  • die Führung vom Foyer über die Feststiege durch die Prunkräume bis in den Zuschauerraum
  • eine gemütliche Live-Übertragung ohne Bekleidungsvorschriften auf dem Karajanplatz
  • den Live-Stream für die, die nicht nach Wien kommen können
  • den Opernball

Facts and Figures Wiener Staatsoper

  • Das Opernhaus hat im Zuschauerraum 1.709 Sitz- und 567 Stehplätze. Es gibt 4 Rollstuhl- und Begleitersitze im Parkett/Parterre sowie 18 Rollstuhlplätze auf der Galerie.
  • Direkt vor den Aufführungen sind günstige Stehplatzkarten zu erwerben, die bei Zuschauern jeder Altersgruppe beliebt sind.
  • Die besten Plätze in Bezug auf Sicht und Akustik befinden sich in der Galerie, Mitte, Reihe 2, Platz 36 und 37.
  • Auf dem Dach des Hauses befand sich seit dem internationalen Jahr der Artenvielfalt 2010 bis 2012 ein Bienenstock.
  • 2015 war die Weltpremiere des Films „Mission: Impossible – Rogue Nation“. Die Wiener Staatsoper war einer der originalen Filmschauplätze, in dem im Sommer davor Dreharbeiten stattfanden.
Wiener Staatsoper Opernring 2,
1010 Wien
information@wiener-staatsoper.at
1 51444-2250
https://wiener-staatsoper.at/
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