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27. Feber 2024
Burgen & Schlösser Geschichte & Kultur

Gesamtkunstwerk Schallaburg

Historisches Ambiente, ein Renaissancegarten, Ausstellungen und Events, Kulinarik und Wanderrouten in unmittelbarer Umgebung: Das macht das Gesamterlebnis Schallaburg aus. Die Burg wurde im 11. Jahrhundert errichtet und ab 1540 zum Renaissanceschloss erweitert.

Die Schallaburg bei Sonnenuntergang
Zusammen mit dem Stift Melk gehört die Schallaburg zu den beliebtesten Ausflugszielen Niederösterreichs. © Robert Herbst

Die Schallaburg, etwa fünf Kilometer von Melk entfernt, zählt zu den schönsten Renaissanceschlössern nördlich der Alpen. Die ältesten Wurzeln der Burg gehen bis ins Mittelalter zurück und finden sich heute noch in der romanischen Wohnburg und der gotischen Kapelle wieder. 1572 bekam die Schallaburg das für sie jetzt noch charakteristische Aussehen: Nach dem Vorbild italienischer Palazzi schuf sich das wohlhabende Geschlecht der Losensteiner einen Herrensitz. Der weitläufige Turnierhof mit seinen Freitreppen zeugt ebenso von der Liebe zur Kunst wie der Skulpturenschmuck des zweigeschoßigen Arkadenhofs.

Das Terrakottamosaik der Arkaden ist einzigartig: Die detailgetreuen Darstellungen von Figuren sind Fratzen und Fabelwesen oder erzählen Geschichten aus der Nibelungensage oder der griechischen Mythologie. Die Terrakotten wurden vor 500 Jahren direkt auf der Schallaburg gebrannt.

Gartenkunst und wechselnde Ausstellungen

Um vom Schloss in den Garten zu gelangen, muss man eine hohe Mauer passieren. Die Mauern sollten früher die „Paradeisung“ von der Realität abschirmen. Auf sechs Hektar Fläche finden sich Liegewiesen, eine duftende Zitrusbaum-Sammlung und Beete nach historischen Vorlagen. Das Renaissance-Beet gleicht dem heutigen Bauerngarten: Blumen, Gemüse und Kräuter pflanzt man gemeinsam. Bei Gartenführungen erfahren die Besucher mehr darüber.

1974 eröffnete auf der Schallaburg ein Ausstellungszentrum auf internationalem Niveau. Es widmet sich historischen, zeitgeschichtlichen und ethnologischen Themen. Zu den bisherigen Ausstellungen zählen etwa „Peru durch die Jahrtausende – Kunst und Kultur im Lande der Inka“ (1983), „Die Kreuzritter – Pilger, Krieger, Abenteurer“ (2007) und „Die 70er – Damals war Zukunft“ (2016).

Escape Room bis Wander-Abenteuer

Neben Führungen mit verschiedenen Schwerpunkten erwarten die Besucher der Schallaburg auch Events und Workshops sowie ein Escape Room. Naturliebhaber kommen auf den Rundwanderwegen in unmittelbarer Umgebung voll auf ihre Kosten. Hunger und Durst können im Restaurant mit Gastgarten direkt im Terrakottenhof gestillt werden. Dieses steht für traditionelle österreichische Küche mit saisonalen Schmankerln, Mehlspeisen und Eiskreationen.

Auch als Veranstaltungs-Location ist die Burg übrigens besonders beliebt.

5 Dinge, die man gesehen haben muss

  • die außenliegende Wehranlage, die aus dem Mittelalter stammt
  • den Renaissancegarten
  • den Terrakottenhof
  • eine der Ausstellungen
  • die Wanderwege rund ums Schloss

Facts and Figures Schallaburg

  • Um die Schallaburg ranken sich viele Legenden. Im „Gerichtsstöckl“ sollen heute noch die Seelen von Verurteilten herumspuken. 
  • Die wohl bekannteste Sage erzählt von zwei Brüdern, die sich abgrundtief hassten. Nachdem der eine den anderen erschlagen hatte, gebar seine Frau als Strafe ein Mädchen mit Hundekopf. Es wurde zeitlebens in den unterirdischen Gängen des Schlosses eingesperrt. Die Seele der jungen Frau findet bis heute keine Ruhe und zeigt sich häufig, um tragische Ereignisse anzukündigen. Eine der Büsten im Arkadenhof stellt übrigens das Hundefräulein dar.
  • Funde beweisen eine Besiedelung des Burgberges schon in der Römerzeit.
  • Die Burg wurde im 11. Jahrhundert errichtet. Als erster Besitzer ist Sieghard von Schala bekannt.
  • Von 1450 bis 1614 besaßen die Herren von Losenstein die Schallaburg. In diese Zeit fällt auch der wesentliche Ausbau der Burg zu einem Renaissanceschloss.
  • Im nahen Loosdorf gründete Hans Wilhelm von Losenstein die Hohe Schule für die protestantische Jugend. Mittels eines Kritikgesprächs mit den Lehrern konnten die Schüler sogar Verbesserungsvorschläge einbringen. Das gibt es seither nicht mehr. Aber sonst war die Schulordnung so erfolgreich, dass Kaiserin Maria Theresia darauf später ihre Schulinitiative aufbaute.
  • Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Burg als deutsches Eigentum den USIA-Betrieben einverleibt und nach dem Staatsvertrag von der Republik Österreich übernommen.
  • 1968 kaufte das Land Niederösterreich die Anlage, renovierte sie und eröffnete 1974 darin ein Ausstellungszentrum auf internationalem Niveau.
Schallaburg Schallaburg Kulturbetriebsges.m.b.H.
3382 Schallaburg 1
office@schallaburg.at
2754/63 17
https://www.schallaburg.at
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