Die Sonne ist längst untergegangen, doch das Schlafzimmer fühlt sich immer noch an wie ein aufgewärmter Wintergarten. Das Fenster steht offen, drinnen sucht man vergeblich nach der kühlen Ecke im Bett. Aber keine Sorge: Wer in tropischen Nächten besser schlafen will, braucht keine Wundertricks, sondern vor allem die richtigen Gewohnheiten.
Was im ersten Moment herrlich klingt, ist bei großer Hitze oft gar nicht so klug: eine eiskalte Dusche vor dem Schlafengehen. Sie kühlt zwar kurz ab, setzt im Körper aber einen Gegenreiz in Gang. Um den starken Temperaturunterschied auszugleichen, kurbelt der Organismus die Wärmeproduktion wieder an und genau das kann den gewünschten Frischeeffekt rasch zunichtemachen. Deutlich sinnvoller ist deshalb eine lauwarme Dusche am Abend. Sie entlastet den Kreislauf, kühlt sanft und hilft dem Körper eher dabei, allmählich in den Ruhemodus zu finden.
Heiße Nächte beginnen oft lange vor dem Zubettgehen, und zwar beim Abendessen. Wer spät noch Süßes, Alkohol oder koffeinhaltige Getränke konsumiert, macht es dem Körper unnötig schwer, herunterzufahren. Der Kreislauf bleibt aktiver, das Einschlafen fällt schwerer und auch nächtliches Schwitzen kann dadurch verstärkt werden. Besser ist, über den Tag verteilt ausreichend zu trinken und am Abend eher auf leichte, wasserreiche Speisen zu setzen. Gurkenwasser, Pfefferminztee, Salate oder Melone wirken an heißen Tagen deutlich angenehmer als schwere, fettige Gerichte, die noch lange im Magen liegen.
In Tropennächten wird jedes Gewicht sofort spürbar, das gilt auch für Kleidung und Bettzeug. Wer nackt schläft oder auf möglichst leichte, atmungsaktive Stoffe setzt, gibt dem Körper mehr Spielraum, überschüssige Wärme abzugeben. Besonders angenehm sind Materialien wie Leinen, Baumwolle oder Merino, weil sie Temperatur besser ausgleichen und auf der Haut weniger kleben als synthetische Stoffe. Dasselbe gilt für die Bettwäsche: Luftige Qualitäten machen oft mehr Unterschied, als man zunächst vermutet.
Wie so oft, sind es manchmal die kleinen Dinge im Leben, die den größten Unterschied machen – so auch bei Hitze. Wer einen Polsterbezug oder einen leichten Bettbezug tagsüber für kurze Zeit in den Kühlschrank legt, verschafft sich am Abend einen kleinen, aber spürbaren Kältevorsprung. Natürlich hält die Kühlung nicht die ganze Nacht, doch gerade beim Einschlafen kann sie äußerst angenehm sein. Wichtig ist nur, Stoffe nicht feucht oder zu lange zu kühlen, damit sie nicht klamm wirken.
Nicht nur die Außentemperatur heizt das Schlafzimmer auf, auch viele unscheinbare Alltagsgeräte tragen ihren Teil dazu bei. Lampen, Ladegeräte, Fernseher oder andere Elektrogeräte geben Wärme ab, selbst wenn man sie kaum wahrnimmt. In ohnehin aufgeheizten Räumen summiert sich genau das schneller, als man denkt. Deshalb lohnt es sich, vor dem Schlafengehen alles auszuschalten, was nicht wirklich gebraucht wird. Je weniger zusätzliche Wärmequellen im Raum aktiv sind, desto eher hat das Schlafzimmer überhaupt eine Chance, über Nacht ein wenig abzukühlen.
Wer tagsüber lüftet, holt sich die Hitze oft erst recht in die Wohnung. Entscheidend ist deshalb nicht nur das Lüften selbst, sondern vor allem der richtige Zeitpunkt. Frühmorgens, meist gegen sechs Uhr, ist die Luft normalerweise am kühlsten. Dann lohnt es sich, Fenster weit zu öffnen und die Räume gründlich durchzulüften. Sobald es draußen wieder wärmer wird, heißt es: schließen, abdunkeln, Hitze aussperren. Vorhänge, Rollos oder Jalousien bleiben an heißen Tagen daher am besten möglichst lange zu, damit die Wohnung nicht schon am Vormittag zur Wärmekammer wird.

