Green Living: Nachhaltige Möbel im Einklang mit der Natur

Nachhaltigkeit gewinnt bei der Einrichtung der eigenen vier Wände immer mehr an Bedeutung, dabei stehen ökonomische, ökologische und soziale Aspekte im Fokus und manifestieren sich in der Verwendung heimischer Hölzer, schonendem Umgang mit Ressourcen und fairen Arbeitsbedingungen. Es gibt zahlreiche Gütesiegel wie das FSC- und das PEFC-Zeichen, die Käufern helfen, Produkte zu wählen, die aus umwelt- und sozialverträglicher Forstwirtschaft stammen. Darüber hinaus ist es ratsam, auf Möbel aus lokaler Produktion und nachwachsenden Rohstoffen oder Recyclingmaterialien zu achten, um kurze Transportwege und hohe Sozial- sowie Umweltstandards sicherzustellen.
Für das grüne Gewissen: Ökologische Möbel und Wohnaccessoires aus nachhaltigen Materialien für mehr Nachhaltigkeit beim Wohnen. © Getty Images
Für das grüne Gewissen: Ökologische Möbel und Wohnaccessoires aus nachhaltigen Materialien für mehr Nachhaltigkeit beim Wohnen. © Getty Images
Wir wollen gesund und stilvoll wohnen, mit Rohstoffen aus Bioanbau und regenerativer Energie. Welche Möbel kann man also mit gutem Gewissen kaufen? Auf welche Gütesiegel muss man achten? Und an welche Hersteller kann man sich halten?

Komfort, Design, Funktionalität, Preis – das sind die klassischen Entscheidungskriterien für den Möbelkauf. Seit einiger Zeit werden bei der Einrichtung der eigenen vier Wände auch gesundheitliche Aspekte und Auswirkungen auf Umwelt und Klima immer wichtiger. Nachhaltigkeit setzt sich aus ökonomischen, ökologischen und sozialen Aspekten zusammen. Auf nachhaltige Möbel bezogen heißt das: heimische Hölzer, schonender Umgang mit Ressourcen und faire Arbeitsbedingungen bei der Produktion.

Nachhaltige Möbel fürs Leben

Früher kaufte man Möbel fürs Leben. Inzwischen ist die Lebensdauer von Möbeln leider rapide gesunken. Dazu tragen vor allem die im Vergleich zu früher schlechtere Verarbeitung und häufig wechselnde Möbeltrends bei. Green Economy und Nachhaltigkeit sind allerdings immer mehr im Trend: Denn Kunden legen heute Wert darauf, dass Unternehmen weniger Energie verbrauchen, stärker in Stoffkreisläufen denken und mehr soziale Verantwortung übernehmen. Wobei diese Kriterien in einer wettbewerbsorientierten Wirtschaft nicht ausreichen, um ein Unternehmen wirklich nachhaltig erfolgreich zu machen. Denn Glaubwürdigkeit ist das A und O.

Der größte Vorteil qualitativ hochwertiger Möbel: Sie halten wesentlich länger als „Billigmöbel“ und sind damit oftmals auf lange Sicht günstiger als das mutmaßliche „Schnäppchen“. Denn letzteres landet schon nach wenigen Jahren auf dem Müll.

Gütesiegel – eine Auswahl

Bis heute gibt es keine rechtsverbindliche Definition für nachhaltige Möbel. Nur die freiwillige Selbstkontrolle der Hersteller bietet Verbrauchern Orientierung. Anerkannte Ökolabel garantieren Schadstofffreiheit und strenge Qualitätsrichtlinien. Allerdings sind die Hersteller bisher nicht verpflichtet, die Herkunft der Rohstoffe auszuweisen.

Das Österreichische Umweltzeichen

Mit dem Österreichischen Umweltzeichen kann eine Vielzahl von Produkten gekennzeichnet sein. Im Bereich Bauen und Wohnen wird es für umweltfreundliche Baustoffe, Bodenbeläge, Dämmstoffe, Farben, Lacke & Lasuren, Gartenprodukte, Holzwerkstoffe, Möbel, wasser- und energiesparende Sanitärarmaturen, Solarkollektoren und biogene Brennstoffe wie etwa Pellets oder Brickets vergeben. Um das österreichischen Umweltzeichen zu erhalten, muss ein Produkt strenge Auflagen in vielen Bereichen erfüllen.

Das Europäische Umweltzeichen

Das Europäische Umweltzeichen zeichnet EU-weit umweltfreundliche Qualitätsprodukte aus. In Österreich ist das Lebensministerium für die Vergabe des Zeichens verantwortlich. Farben und Lacke zur Innenraumdekoration beispielsweise, die mit dem europäischen Umweltzeichen gekennzeichnet sind, werden nach verschiedenen Kriterien geprüft.

Das IBO-Prüfzeichen

Das IBO-Prüfzeichen wird vom Österreichischen Institut für Baubiologie und -ökologie vergeben. Es stellt sicher, dass Baumaterialien aus erneuerbaren, recycleten oder ausreichend vorhandenen Rohstoffen bestehen.

Das Prüfzeichen des FSC

Das internationale Prüfzeichen des FSC (Forest Stewardship Council) kennzeichnet Holz und Holzprodukte mit Herkunftsgarantie aus nachhaltiger Forstwirtschaft. Mittlerweile werden in vielen Baumärkten und Möbelhäusern FSC-Produkte angeboten, vom Bauholz über Parkettböden bis zum fertigen Möbel. Auch Papierprodukte können zur Gänze oder zu einem ausgewiesenen Anteil aus FSC-Holz bzw. -Holzfasern bestehen. Besonders bei Produkten aus Tropenholz ist die FSC-Zertifizierung wichtig, um eine nachhaltige Bewirtschaftung der gefährdeten tropischen Urwälder zu garantieren! Um das FSC-Logo an einem Produkt anbringen zu dürfen müssen die 10 FSC-Prinzipien erfüllt sein.

Qualitätszeichen des Internationalen Vereins für zukunftsfähiges Bauen und Wohnen „natureplus“

Das natureplus-Qualitätszeichen wird vom Internationale Verein für zukunftsfähiges Bauen und Wohnen vergeben. Natureplus ist das internationale Qualitätszeichen für nachhaltige Wohn- und Bauprodukte, die hohen Anforderungen bezüglich Gesundheitsverträglichkeit, umweltgerechte Produktion, Schonung endlicher Ressourcen und Gebrauchstauglichkeit entsprechen. Nachhaltige Möbel mit diesem Zeichen bestehen überwiegend aus nachwachsenden oder naturschonend gewonnen Rohstoffen. Anspruchsvolle Prüfungen und europaweit strengste Grenzwerte für gesundheitsbedenkliche Stoffe garantieren die Unbedenklichkeit der zertifizierten Produkte.

Deutsches Umweltzeichen „Blauer Engel“

Der Blaue Engel ist die erste und älteste umweltschutzbezogene Kennzeichnung der Welt (seit 1977). Er kennzeichnet besonders ökologische Produkte und Dienstleistungen in den Bereichen Garten, Mobilität, Büro, Wohnen und Haushalt, Renovieren und Bauen. Der Blaue Engel fördert sowohl die Anliegen des Umwelt- als auch des Verbraucherschutzes. Die ausgezeichneten Produkte und Dienstleistungen müssen besonders umweltfreundlich sein und zugleich hohe Ansprüche an den Gesundheits- und Arbeitsschutz sowie die Gebrauchstauglichkeit erfüllen. Auf dem Umweltzeichen findet sich jeweils ein konkreter Hinweis auf die wichtigsten Umwelteigenschaften des damit gekennzeichneten Produkts (zum Beispiel „weil emissionsarm“, „weil aus Altpapier“).

Prüfzeichen des PEFC

Das Prüfzeichen PEFC (Programme for the Endorsement of Forest Certification Schemes), eine Initiative der privaten Forst- und Holzwirtschaft, ist die Kennzeichnung für Holz aus ökologisch, ökonomisch und sozial verantwortlicher Waldbewirtschaftung. Das Waldzertifizierungssystem PEFC kennzeichnet Holz aus pfleglicher Waldwirtschaft und basiert inhaltlich auf den Helsinki Kriterien (Ministerkonferenzen zum Schutz der Wälder in Europa, Helsinki 1993). Das PEFC-Prüfzeichen darf nur dann auf einem Produkt erscheinen, wenn mindestens 70 Prozent des enthaltenen Holzes PEFC-zertifiziert ist.

Tipps für den Kauf nachhaltiger Möbel

  • Wer auf das FSC-Gütesiegel und PEFC achtet, geht sicher, dass das Holz aus umwelt- und sozialverträglicher Waldbewirtschaftung stammt. Der Blaue Engel zeigt, ob das Mobiliar ohne Schadstoffe gefertigt wurde.
  • Die lokale Herstellung garantiert kurze Transportwege und Sozial- sowie Umweltstandards. Im besten Fall ist die Produktion CO2-neutral.
  • Einrichtungsgegenstände aus nachwachsenden Rohstoffen und aus Recyclingmaterialien sind Kunststoffen vorzuziehen.
  • Man sollte Holzprodukte kaufen, bei denen das Herkunftsland und der Produktionsort genau deklariert sind. Heimischen Holzarten wie Buche, Ahorn, Esche, Eiche, Kirsche und Birke sollte man bevorzugen, um die Verwendung von Tropenholz zu vermeiden. Gibt es keinen Hinweis auf Herkunftsland oder Umweltverträglichkeit, sollte man beim Verkaufspersonal nachhaken.
  • Qualitativ hochwertige Möbelstücke sind besser. Sie sind reparabel, zeitlos, multifunktional und umbaubar.
  • Die Materialien sollten recylebar und einfach zu trennen sein.
  • Textilien wie Sitzbezüge sollten nachhaltig produziert sowie im besten Fall mit Naturfarbe eingefärbt und mit Lasuren, Ölen und Wachsen auf natürlicher Basis behandelt worden sein.
  • Auf eine weitestgehend metallfreie Verarbeitung achten und Klebeflächen vermeiden.
  • Möbel aus recycelten Materialien und DIY-Möbel sind im Trend.
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