Story

Hotel Hochschober auf der Turracher Höhe: Grenzenlos entspannen

Die Turracher Höhe ist ein Ort der Übergänge – zwischen Kärnten und der Steiermark, Almwiesen und Zirbenwäldern, Bergseen und Gipfeln. Das Hotel Hochschober greift diese Vielfalt auf und macht daraus seine ganz eigene Philosophie, mit einer außergewöhnlichen Verbindung aus alpiner Tradition und fernen Kulturen.
Weithin sichtbar: Der Chinaturm und das beheizte Schwimmbecken direkt im Turracher See © Bernadette Strobl

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Was erwarten Sie sich von einem Wellnessurlaub auf einem österreichischen Alpenpass? Womöglich denken Sie jetzt an bunte Almwiesen, den Duft von Nadelhölzern, Saunagänge mit Panoramablick, erfrischende Bergseen, sprudelnde Whirlpools, entspannende Massagen und köstliche Gourmetmenüs. Ja, das alles findet man bei einem Aufenthalt im Hotel Hochschober auf der Turracher Höhe. Und doch wäre es zu einfach, das Haus in diese – zugegeben traumhafte – Schublade zu stecken.

Denn schon bei der Anfahrt mit Blick auf das Südufer der Turracher Sees sticht ein Bauwerk ins Auge, das man eher in einem fernöstlichen Historienfilm als in den Nockbergen vermuten würde: ein Chinaturm mit geschwungenem Dach und großen Fenstern, durch die abends das sanfte Licht traditioneller Laternen strahlt. „Unsere Reisen haben uns dazu inspiriert, Einflüsse und Lehren aus anderen Kulturen zu uns zu holen. Im Turm bieten wir unseren Gästen unter anderem chinesische Teezeremonien und Massagen“, erklärt Karin Leeb nach dem ersten Rundgang durch das 4-Sterne-Superior-Hotel, das sie gemeinsam mit ihrem Mann Martin Klein in dritter Generation führt.

Philosophie des Hochschoberns

Die reisefreudige Familie war offensichtlich nicht nur von der chinesischen Kultur angetan: Im Spa-Bereich befindet sich ein orientalischer Hamam samt Sultansgemach zum Relaxen, ayurvedische Behandlungen und Yoga-Sessions zählen zum Standardangebot im Haus. Spätestens jetzt ist mir bewusst, dass es in den nächsten Tagen viel zu erkunden und auszuprobieren gibt. Oder, um es mit den Worten des Hotels auszudrücken: „Jetzt geht’s ans Hochschobern (das; österreichisch ugs. für einfach mal nichts tun), aber davon ganz viel.“

Zuallererst genieße ich schlichtweg die Lage des Hauses in rund 1.800 Metern Höhe: die angenehmen Temperaturen abseits der brütenden Stadthitze, die pollenfreie, frische Luft, das kühle Bergquellwasser und den Turracher See … Wobei: Letzterer ist für zart besaitete Schwimmer wie mich nur bedingt ein Vergnügen, denn selbst im Sommer liegt die Wassertemperatur bei maximal 19 Grad. Die Lösung dafür hat die Hoteliersfamilie bereits 1995 bauen lassen: ein 25 Meter langes beheiztes Schwimmbecken mitten im See. Neben dem Chinaturm ist es das zweite weithin sichtbare „Wahrzeichen“ des Hotels.

Kalt, warm, heiß

Ein kurzer Temperaturcheck mit den Zehenspitzen lässt mich dennoch zögern, direkt ins Becken zu springen. „Jetzt wirkt es frisch, aber im Winter fühlt sich das Wasser richtig warm an“, versichert mir eine Dame, die sich nach einigen Runden Brustschwimmen wieder den Bademantel angezogen hat. Alles nur eine Frage der Perspektive. Ein kurzer Vergleich mit der Seetemperatur – und schon ist die anfängliche Kälte wieder vergessen.

Wer es warm mag, muss ohnehin nur ein paar Schritte weiterziehen: ins Hallenbad, ins Felsenbad mit drei Outdoor-Whirlpools oder in den Hamam, der nicht nur aufgrund seiner Größe und Ausstattung, sondern auch hinsichtlich Details orientalischen Vorbildern entspricht. Von den Takunya (hölzerne Badeschlapfen) über das Pestemal (kariertes Tuch) bis hin zu kandierten Früchten und türkischem Tee ist für alles gesorgt – auch dank des Tellaks (Hamam-Meister), der zwar Tobias heißt, seinen Job aber mit einer Selbstverständlichkeit vollführt, als wäre er am Bosporus geboren.

Noch heißer wird es nur in den Saunen des Hotels. Brandneu ist die 70 Quadratmeter große Arena-Sauna mit Blick auf den See und Platz für bis zu 50 Personen. „Vor 15 Jahren sind nur rund zehn Prozent unserer Gäste schwitzen gegangen, heute sind es über 70 Prozent. Auch die Erwartungen sind gestiegen, man muss etwas bieten können. In unserer Arena-Sauna ist Saunieren ein Spektakel – dank der Show des Saunameisters mit Licht­effekten, Rauch und Musik. Und das kommt unheimlich gut an“, sagt Karin Leeb.

Vom Bademantel ins Wander-Outfit

Bei so viel Entspannung – in den neuen Ruheräumen, auf der Liegewiese am Seeufer und am Sonnendeck lässt sich das süße Nichtstun übrigens perfektionieren – meldet sich irgendwann der Bewegungsdrang. Auch hierfür hat das Hotel Hochschober unzählige Lösungen parat, die von Krafttraining bis Yoga reichen. Trotzdem sollte man auf keinen Fall verpassen, die Umgebung bei einer Wanderung oder Biketour zu erkunden. Also schnüre ich die Wanderschuhe und mache mich mit meiner Gruppe auf zum Drei-Seen-Weg. Drei, weil der Turracher See keineswegs allein zwischen den Gipfeln der Nockberge liegt. Die 7,6 Kilometer lange Rundwanderung führt vom Hotel zum deutlich kleineren Grünsee und weiter zum Schwarzsee. Die drei Gewässer könnten trotz ihrer Nähe zueinander kaum unterschiedlicher sein: Während der Turracher See das lebendige Zen­trum der Passhöhe bildet, liegt der Grünsee ruhig zwischen mit Lärchen und Zirben bewaldeten Hängen. Ein Stück weiter verändert sich die Szenerie erneut – mit dem Schwarzsee inmitten einer Moorlandschaft. Entlang des Weges liegt der ­würzige Duft der Zirben in der Luft. Alpenrose, Lupine und Hahnenfuß setzen kräftige Farbtupfer in die Landschaft.

Entwicklung geht weiter

Zurück im Hotel begegnet mir der Grünsee erneut, allerdings nicht als Naturkulisse, sondern beim Aperitif-Empfang. Serviert wird der hauseigene Julia-Sekt aus Gelber-Muskateller-Trauben, jener prickelnde Tropfen, von dem knapp 500 Flaschen im Grünsee versenkt wurden. „Gemeinsam mit Norbert und Birgit Szigeti von der A-Nobis-Sektkellerei, die unsere Partner bei der Versektung der Trauben sind, wollen wir herausfinden, welche Auswirkungen Lage und Temperatur auf die Reifung haben“, erzählt Karin Leeb, die mit ihrem Mann einen Weingarten im burgenländischen Donnerskirchen besitzt. Das Endergebnis gibt’s 2029: Zum 100-Jahr-Jubiläum des Hauses, nach 100 Monaten Reifezeit, sollen die letzten Flaschen aus dem Bergsee gehoben werden.

Bis es so weit ist, wird sich im Hotel Hochschober noch einiges tun: 2027 erhält die See-Sauna ein Obergeschoß mit weiteren Ruheräumen und einer Panorama-Sauna für Gäste, die ohne Events und Aufgüsse saunieren wollen. Neu dazu kommt außerdem ein 25 Quadratmeter großer überdachter Nacktbade-Outdoor-Pool. Für 2028 ist der Bau von drei See-Chalets vorgesehen, die insgesamt zwölf Apartments mit 55 Quadratmetern Fläche beherbergen. Diese sollen sich paarweise zu 110 Quadratmeter großen Wohneinheiten verbinden lassen. „Damit kommen wir dem Wunsch nach mehr Platz für die ganze Familie nach“, so Martin Klein. Selbstversorger sollen damit allerdings nicht angesprochen werden. Es wäre aber ohnehin viel zu schade, sich die Küche des Hauses unter der Leitung von Spitzenkoch Arnold ­Pucher entgehen zu lassen.

Vor der Abreise erwarten mich noch zwei Rituale, die einfach zu einem Hochschober-Aufenthalt ­dazugehören: Nach von Tobias geführten Atemübungen im Hamam geht es in den 16 Grad kalten Turracher See und danach ins Eisbad des Saunabereichs – wenn schon, denn schon. Wenig später sitze ich bei einer traditionellen Teezeremonie mit mehreren Oolong-Aufgüssen im Chinaturm. So unterschiedlich diese Erlebnisse wirken: Beide laden dazu ein, den Moment bewusst zu genießen. Vielleicht liegt genau darin das Besondere des Hotels – Alpen, Fernost und Orient nicht ­nebeneinanderzustellen, sondern zu einem überraschend stimmigen Ganzen zu verbinden.

Gute Tipps

  • Nocky Flitzer: Die 1,6 Kilometer lange Sommer­rodelbahn verläuft schwungvoll durch idyllische Almwiesen und Wald­stücke. Jumps, Wellen und ­Kreisel ­entlang der Strecke sorgen dabei für Action. Start ist bei der Berg­station der Panoramabahn auf rund 2.000 Metern Seehöhe.
  • Montanmuseum Turrach: 250 Jahre lang waren der Abbau und die Gewinnung von Eisenerz ­bestimmender Wirtschaftsmotor der Region. Das Museum erinnert mit zahlreichen Exponaten – etwa einer originalgetreuen Bessemerbirne – an diese Zeit.
  • Nockalmstraße: Auf 34 Kilometern Streckenlänge schlängelt sich die Alpenstraße zwischen Innerkrems und Ebene Reichenau durch die Nockberge. Immer wieder bieten sich dabei neue Panoramen: auf blühende Wiesen, ausgedehnte Wälder und grüne Gipfel.

Gut zu wissen

  • Kinder können täglich in der „Villa“ des Hotels betreut werden, auf ­Teenager wartet der Jugendclub.
  • Bereits seit 2013 bietet das Haus auch eine vollwertige vegane Küche.
  • Für Literaturfans gibt es eine große Bibliothek mit Lesesalon, in der regelmäßig Lesungen stattfinden.
  • Nicht nur die Wellnessnutzung (inkl. An- und Abreisetag), auch die Kulinarik samt Snacks, alle Inhouse-Aktivitäten sowie die Kinderbetreuung sind im Hotelpreis inkludiert.
  • Mit der inkludierten Almbutler-Card fahren Hochschober-Gäste im Sommer kostenlos mit den Bergbahnen auf der Turracher Höhe und erhalten 50 % Ermäßigung auf eine Fahrt mit dem Nocky Flitzer.
  • Im Winter stehen im Skigebiet ­Turracher Höhe 43 Pistenkilometer auf insgesamt 36 Pisten bereit.
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