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Nachwuchskicker Adrian Stanković: Alles für Plan A

Mit 16 Jahren hat sich Adrian Stanković in eine Position gespielt, von der viele junge Fußballer nur träumen können: Er ist bei SK Rapid unter Vertrag, im Blickfeld internationaler Scouts und Teil der serbischen U17-Nationalelf. Zwischen Spielfeld, Kraftkammer und Schulbank hat der Neusiedler schnell verstanden, worauf es ankommt: Disziplin, Fokus – und viel Freude am Ball.
Adrian Stanković auf dem Hauptspielfeld im Körner Trainingszentrum von SK Rapid in Wien-Leopoldstadt © Bernadette Strobl

Wenn im November die U17-Weltmeisterschaft in Katar angepfiffen wird, richtet sich der Blick auf die Stars von morgen. Einer von ihnen kommt aus Neusiedl und trägt aktuell das Trikot des SK Rapid: Adrian Stanković, Mittelfeldspieler und ein spannendes Talent, das zeigt, wie wichtig gezielte Nachwuchsarbeit ist – auch über die Grenzen hinweg. Denn die Grün-Weißen stellen den 16-Jährigen für die Einsätze der serbischen U17 ab, vertrauen auf seine Entwicklung und begleiten seinen Weg bewusst auch auf internationaler Bühne. „Am Anfang war es natürlich hart: neue Leute, neues Umfeld, andere Sprache. Man ist ‚der Österreicher‘ im Team und noch dazu jünger als die anderen. Trotzdem war es bis jetzt eine mega Erfahrung – und von Mal zu Mal wird es noch besser“, erzählt Adrian begeistert.

Sprung nach Wien

Der Weg dorthin war aber alles andere als vorgezeichnet. „Meine Eltern waren überhaupt nicht fußballbegeistert, mein Vater hat zum Beispiel nie Spiele im Fernsehen verfolgt. Es waren eher mein Opa und mein Onkel, die bei mir das Interesse für den Sport geweckt haben“, so der Nachwuchskicker. Mit sechs Jahren spielte er erstmals im Verein, beim ASK/BSC Bruck/Leitha, ehe er ein Jahr später zum SC Neusiedl am See 1919 wechselte. Vater Dalibor kann sich noch gut an den darauffolgenden Sprung in die Bundeshauptstadt erinnern: „Der war wirklich wichtig für Adrians Entwicklung. Wir hatten ja keine Ahnung davon, aber sein damaliger Trainer Michael Lidy hat mich angerufen und gesagt: ‚Der Bursche muss nach Wien, er wird sonst die Lust am Fußball verlieren.‘ Also ist Adrian nach einem kurzen Probetraining – schon nach zehn Minuten war klar, dass er stark heraussticht – zu TWL Elektra gewechselt.“

2022 kam schließlich ein weiterer entscheidender Anruf: der von Rapid. „Sie haben uns gesagt, dass Adrian seit 2,5 Jahren unter ihrer Beobachtung steht und haben ihn sofort, also ohne Probetraining, aufgenommen“, so Dalibor Stanković stolz. Seither ist Adrians Alltag eng getaktet. Sechs Trainingseinheiten pro Woche, Matches am Wochenende, Einsätze im Ausland, Schulunterricht: Alles folgt einem klaren Plan. „Mein Hauptziel ist klar: Profifußballer werden.“ Und Plan B? „Plan B ist, Plan A auszuführen“, sagt der zielstrebige Barça-Fan, der insbesondere zu Pedri aufblickt. „Natürlich werde ich das Gymnasium abschließen. Der Fokus muss aber auf dem Spielfeld sein, wenn ich etwas erreichen will. Zum Glück fällt mir die Schule nicht so schwer.“

© SK Rapid/Widner

Willi Schuldes, Head of Academy & SK Rapid Woman: „Die Nachwuchsarbeit hat beim SK Rapid einen sehr hohen Stellenwert und wir sind auch stolz, dass in den letzten Jahren zahlreiche Spieler, die bei uns ausgebildet wurden, den Sprung in den Profifußball geschafft haben. Namen wie Leopold Querfeld, Dejan Ljubičić, Maxi Wöber, Mert Müldür, Yusuf Demir, Niklas Hedl oder zuletzt Niki Wurmbrand, um nur wenige zu nennen, sind echte Vorbilder für unsere Talente in den Nachwuchs- und Akademieteams. Wir legen einen großen Wert auf die Ausbildung, und zwar nicht nur im sportlichen Bereich, sondern ebenso in der Persönlichkeitsentwicklung und im Hinblick auf einen ordentlichen Schulabschluss oder eine Lehre. Viele Burschen wie Adrian Stanković finden bei uns beste Voraussetzungen vor und ich freue mich besonders, dass wir seit rund zweieinhalb Jahren auch zahlreiche Mädchen und junge Frauen mit viel Engagement und Begeisterung bestens in unseren Klub integriert haben.“

Hoher Eigenantrieb

Seine Disziplin folgt einem inneren Kompass – nicht als Pflicht, sondern aus Überzeugung. Adrian ist oft der Erste am Platz, macht Zusatzläufe in der Freizeit, ernährt sich bewusst und setzt auf konsequente Vorbereitung. „Er nimmt alles sehr ernst und ist seinem Alter voraus. Das ist auch den serbischen Trainern sofort aufgefallen. Er zieht ohne Umwege bis zum Ende durch, ist verlässlich und immer mit Leidenschaft dabei“, schildert seine Mutter Ivana. Schon im Burgenland wurde Adrian deshalb regelmäßig in höheren Altersklassen eingesetzt – eine Erfahrung, die ihn geprägt und sein Wachstum spürbar beschleunigt hat. Dass er mit 16 Jahren im U17-Nationalteam von Serbien spielt, ist also kein Zufall.

© Bernadette Strobl

Adrian Stanković, Mittelfeldspieler SK Rapid: „Sobald ich auf dem Platz stehe und den Ball sehe, vergesse ich alles rundherum. Das und mein Kampfgeist, den ich von klein auf hatte, sind der Grund, warum ich Fußball so liebe.“

 

 

 

 

 

Großes Potenzial

Die Entwicklung des Nachwuchstalents spiegelt sich in seinen bisherigen Erfolgen wider: In der Saison 2022/23 wurde Adrian Vizemeister der WFV-Liga U13, 2024/25 folgte der Vizemeistertitel in der ÖFB Jugendliga U15. In Serbien wird der Youngster bereits mit Größen wie Toni Kroos verglichen – insbesondere aufgrund seiner Passqualität und Spielintelligenz. Scouts von Vereinen wie VfB Stuttgart, Eintracht Frankfurt, Bologna FC 1909 und Udinese Calcio verfolgen seine Fortschritte aufmerksam. Bei Rapid selbst gilt er als langfristiges Projekt mit Potenzial für den Profibereich und wurde bis Sommer 2028 unter Vertrag genommen. „Die Vertragsunterzeichnung war sicher einer meiner schönsten Momente bisher.“ Ob der Weg tatsächlich bis ganz nach oben führen wird, lässt sich natürlich nicht vorhersagen. Adrian selbst formuliert es nüchtern: „Ich mache weiter wie bisher und gebe mein Bestes. Und dann wird man sehen, was kommt.“

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