Story

Kaffeesiederball 2027: Wiener Ballnacht im Zeichen der Freiheit

Am 22. Jänner wird die Hofburg Vienna zum Schauplatz einer der traditionsreichsten Ballveranstaltungen der Wiener Ballsaison. Beim 68. Wiener Kaffeesiederball dreht sich diesmal alles um Freiheit, weibliche Selbstbestimmung und die besondere Rolle des Wiener Kaffeehauses als Ort des Austauschs. Das Motto lautet: „Wo Gedanken tanzen und der Kaffee nach Freiheit duftet“.
V. l.: Christof Cremer, Rebecca Horner und Wolfgang Binder. © Katharina Schiffl

Rund 3.600 Gäste aus dem In- und Ausland werden zur Ballnacht erwartet. Mit einem aufwendigen künstlerischen Programm, zahlreichen Orchestern und Bands sowie der festlich dekorierten Hofburg gilt der Kaffeesiederball als eines der großen gesellschaftlichen Ereignisse der Wiener Ballsaison.

Freiheit und weibliche Selbstbestimmung im Mittelpunkt

Das Wiener Kaffeehaus war seit jeher mehr als ein Ort für Kaffee und Mehlspeisen. Es war Treffpunkt, Diskussionsraum und Bühne für Kunst, Literatur, Musik und gesellschaftliche Debatten. Genau diese Tradition greift der Kaffeesiederball 2027 auf. Ein besonderer Fokus liegt auf Frauen, die die Wiener Kaffeehauskultur über Generationen hinweg mitgeprägt haben. Obwohl Frauen lange Zeit nicht selbstverständlich als Gäste in Kaffeehäusern willkommen waren, führten und prägten sie zahlreiche renommierte Betriebe. Sie gründeten, übernahmen und leiteten Kaffeehäuser und trugen damit wesentlich zu deren Entwicklung bei. Als historische Inspiration für den Ball dient unter anderem der für Februar 1928 geplante Auftritt von Josephine Baker in Wien. Die Künstlerin steht dabei als Symbol für Selbstbestimmung, Emanzipation und eine selbstbewusste weibliche Identität.

„Das Wiener Kaffeehaus war immer schon ein Ort der Freiheit – der Freiheit zu denken und zu diskutieren“, erklärt Ballobmann KR Wolfgang Binder. Diese Offenheit und Vielfalt sollen auch bei der kommenden Ballnacht im Mittelpunkt stehen.

Rebecca Horner als Gesicht des Kaffeesiederballs

Auch das Ballplakat greift das Thema auf. Gestaltet wurde es vom künstlerischen Leiter des Wiener Kaffeesiederballs, Christof Cremer. Im Mittelpunkt steht die österreichische Tänzerin, Schauspielerin und Choreografin Rebecca Horner, die im Frack zu sehen ist. Die Inszenierung versteht sich als Hommage an Josephine Baker. Für die fotografische Umsetzung des Plakats zeichnet erneut der britische Fotokünstler Ashley Taylor verantwortlich.

Musikprogramm zwischen den 1920er-Jahren und der Gegenwart

Musikalisch führt der Kaffeesiederball zunächst zurück ins Berlin der späten 1920er-Jahre. Im Mittelpunkt stehen Werke des russisch-britischen Komponisten und Pianisten Mischa Spoliansky, der für seine mondane Kabarett- und Revuemusik bekannt ist. Die musikalische Leitung und die Arrangements für Eröffnung, Mitternachtseinlage und Late-Night-Konzert übernimmt Bernd Oliver Fröhlich. Gemeinsam mit seinem Orchester sorgt er für den Bigband-Sound der Ballnacht. Bei der Eröffnung übernimmt Rebecca Horner den Solopart einer Balletteinlage. Zum Song „Ich bin ein Vamp“ von Mischa Spoliansky, interpretiert von Volksopernstar Julia Koci, steht die weibliche Identität in ihren unterschiedlichen Ausdrucksformen im Mittelpunkt. Auch die traditionelle Eröffnung mit Jungdamen- und Herrenkomitee sowie Walzerformation der Tanzschule Elmayer-Vestenbrugg ist Teil des Programms. Musikalisch begleitet wird sie vom Wiener Opernballorchester unter der Leitung von Laszlo Gyüker.

Mitternachtseinlage und Late-Night-Konzert

Auch für die Mitternachtseinlage bleibt der Ball musikalisch zunächst in den 1920er- und 1930er-Jahren. Werke von Mischa Spoliansky werden dabei mit Musical-Hits aus dieser Epoche verbunden. Die Themen Freiheit und weibliche Selbstbestimmung ziehen sich auch durch die Titelauswahl. Mit dabei sind die Opern- und Musical-Sängerin Juliette Khalil sowie Sopranistin Julia Koci. Später wird es moderner: Beim Late-Night-Konzert reicht die musikalische Reise von Pop-Songs ab den 1960er-Jahren bis zu aktuellen Titeln. Im Mittelpunkt stehen Songs rund um Female Empowerment, interpretiert im großen Bigband-Sound mit starkem Bläseranteil. Für die entsprechenden Stimmen sorgen die britische Funky-Soul-Sängerin Helena May und erneut Juliette Khalil.

Kaffeesiederball-Tasse von Julius Meinl

Eine langjährige Tradition wird auch dieses Mal fortgesetzt: Die Julius Meinl Kaffeesiederballtasse wird als limitierte Damenspende an die Besucher des Balls ausgegeben. Das Design greift das Motto „Wo Gedanken tanzen und der Kaffee nach Freiheit duftet“ auf und stellt die Rolle von Frauen in der Wiener Kaffeehauskultur in den Mittelpunkt.

Kaffeesiederball unterstützt den Canisibus

Neben Musik und Unterhaltung steht beim Kaffeesiederball auch ein karitativer Zweck im Mittelpunkt. Der Klub der Wiener Kaffeesiederinnen und Kaffeesieder unterstützt gemeinsam mit Gästen, Partnern und Sponsoren den Canisibus der Caritas Erzdiözese Wien. Der mobile Suppendienst ist täglich in Wien unterwegs und versorgt Menschen mit einer warmen Mahlzeit. Bis zu 400 Personen erhalten auf diese Weise täglich Suppe und Brot. Pro Jahr werden rund 100.000 Teller Suppe ausgegeben. Finanziert wird der Canisibus ausschließlich durch Spenden.

„Diese Sicherheit und die Begegnung mit den freiwilligen Teams, die für die Gäste da sind und wertschätzend auf sie zugehen, unterstützen wir sehr gerne“, sagt Berndt Querfeld, Obmann des Klubs der Wiener Kaffeesieder.

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