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13. Juni 2024
Familie

Giftfrei, sicher, nachhaltig: So finden Eltern das richtige Spielzeug

Puppen, Teddys, Eisenbahnen und Co sollen Kindern nicht nur Freude machen. Sie sollen auch ungefährlich, ungiftig, pädagogisch wertvoll und ökologisch sein. schauvorbei.at hat wichtige Tipps für den Spielzeugkauf gesammelt.

Hochwertiges Spielzeug, das Spaß macht und auch nachhaltig ist. © Shutterstock
Mit hochwertigem Spielzeug hat der Nachwuchs auch wesentlich länger Freude. © Shutterstock

Jährlich steht ein neues, fast unüberschaubares Spielzeugangebot zur Verfügung. „Für unsere Kleinen nur das Beste“ gilt bei Eltern, Großeltern, Verwandten und Freunden als oberstes Prinzip. Doch Skandale und Medienberichte verunsichern zunehmend. Worauf also beim Spielzeugkauf achten?

Schon gewusst?

Spielen ist für die Entwicklung eines Kindes entscheidend: Beim Spielen lernt das Kind motorische Fähigkeiten, Wahrnehmung, Konzentration und logisches Denken. Der Kontakt, den Kinder im Austausch mit anderen erleben, ist ganz besonders wichtig für ihre Entwicklung. Spielwaren sollten immer zum Entwicklungsalter des Kindes, seinen Vorlieben und Bedürfnissen passen. Gutes Spielzeug hat einen hohen Aufforderungscharakter, ist selbsterklärend und soll die Phantasie anregen.

Gesetzliche Rahmenbedingungen

Die gesetzlichen Anforderungen an Spielwaren sind innerhalb der EU in der EN71 vereinheitlicht. Diese Norm regelt, wie Spielzeug, das in der EU verkauft werden soll, beschaffen sein muss und dass es der Gesundheit des Kindes nicht schaden darf. In der EN 71 sind ebenso die Sicherheit von Füllmaterialien, die Speichelechtheit und der Schadstoffgehalt festgelegt. In Österreich ist die Richtlinie durch die Spielzeugverordnung im Lebensmittelsicherheits- und Verbraucherschutzgesetz (LMSVG) umgesetzt.

  • Mit dem CE-Konformitätszeichen (Conformité Européenne) wird in der EU am Markt erhältliches Spielzeug gekennzeichnet. Denn durch die Anbringung der CE-Kennzeichnung bestätigt der Hersteller oder Importeur, dass das Spielzeug der geltenden EU-Norm EN 71 entspricht. Das CE-Zeichen ist aber kein Güte- oder Qualitätssiegel. Denn es besteht keine Verpflichtung, die Einhaltung der Kriterien durch externe, unabhängige Stellen prüfen zu lassen. Daher obliegt die Gewährleistung der Produktsicherheit der Verantwortung des Herstellers. Das CE-Zeichen muss auf Spielwaren oder deren Verpackung deutlich sichtbar, leserlich und dauerhaft angebracht sein. Außerdem müssen der Name, gegebenenfalls die Firma sowie die Anschrift des Herstellers oder Importeurs angegeben sein.
  • Das GS-Zeichen steht für „geprüfte Sicherheit“. Das Label kennzeichnet ebenfalls Spielzeug, das den geltenden Sicherheits- und Gesundheitsstandards entspricht und weist zusätzlich darauf hin, dass dies durch eine unabhängige, zugelassene Kontrollstelle überprüft wurde. Im Rahmen der GS-Zertifizierung werden in den Fertigungsstätten auch produktbezogene qualitätssichernde Maßnahmen überprüft. Die Prüfung wird vom Importeur oder Hersteller freiwillig in Auftrag gegeben.
  • Um das TÜV-Proof-Zeichen anwenden zu können, müssen die Anforderungen des TÜV PROOF Kriterienkataloges erfüllt werden. Dieser Kriterienkatalog deckt die grundsätzlichen Sicherheitsanforderungen des Anhang II der EG-Spielzeugrichtlinie 88/378/EWG hinsichtlich mechanisch/physikalischer und chemisch/hygienischer Eigenschaften ab, sodass eine CE-Konformitätsbeurteilung abgedeckt ist. Ebenso werden Mindestanforderungen an Funktionalität und Verarbeitungsqualität berücksichtigt.

Aspekt Nachhaltigkeit – worauf achten?

Gutes Spielzeug ist robust, lang einsetzbar, vielseitig und lässt sich einfach reparieren. Noch gibt es kein einheitliches Label für Nachhaltigkeit und keine Nachhaltigkeitsstandards, die nachhaltiges Spielzeug kennzeichnen und für Verbraucher sofort erkennbar machen. Sowie es keine weitverbreiteten Labels gibt, gibt es auch keine allgemein gültige Definition, aber: Nachhaltiges Spielzeug bedeutet eine ressourcenschonende Herstellung, geringstmöglicher Materialverbrauch, Langlebigkeit und Reparierbarkeit sowie Recycelbarkeit des Materials nach der Entsorgung. Wirklich nachhaltig sind natürlich Spielsachen, die mit dem Kind mitwachsen, indem sie erweiter- oder kombinierbar sind. Dazu zählen etwa Baukastensysteme, Kugelbahnsets oder Puppenhäuser.

Tipps für den Spielzeugkauf

  • Greifen Sie zu Marken-Spielwaren und vermeiden Sie billiges Spielzeug ohne Angabe des Herstellers oder Händlers.
  • Fragen Sie das Verkaufspersonal im Spielwarenhandel gezielt nach fair produzierten Produkten. Je mehr seitens der Konsumenten deutlich gemacht wird, dass Nachfrage nach sozialverträglich hergestelltem Spielzeug besteht, umso eher werden Unternehmen diesen Forderungen nachkommen und transparenter informieren.
  • Informieren Sie sich vor dem Kauf und nehmen Sie sich Zeit bei der Auswahl.
  • Weniger ist mehr: Lieber wenige nachhaltige Produkte als viele billige Spielsachen.
  • Holzspielzeug erfüllt in der Regel die höchsten ökologischen Kriterien. Beachten Sie, ob sich das FSC- oder PEFC-Label auf den Produkten befindet. Die verwendeten Hölzer stammen aus nachhaltiger bzw. regionaler Waldwirtschaft.
  • Bevorzugen Sie Vollholzprodukte. Aus dem Leim von Sperrholzprodukten kann giftiges Formaldehyd ausdünsten.
  • Kaufen Sie mit biologischen Ölen oder Bienenwachs behandeltes Holzspielzeug.
  • Vermeiden Sie Spielzeug aus PVC (Polyvinylchlorid). Aber Achtung: Die Verwendung von PVC muss nicht gekennzeichnet werden. Auf Importprodukten wird es oft als Vinyl bezeichnet. Kunststoffspielzeug aus Polyethylen (PE) und Polypropylen (PP) gilt als weniger bedenklich. Die Produktion kommt mit weniger schädlichen Zusätzen aus und die Materialien sind gut wieder verwertbar.
  • Waschen Sie Stoff- und Plüschtiere nach dem Kauf bei niedriger Temperatur in der Waschmaschine, um Rückstände von wasserlöslichen Chemikalien zu entfernen.
  • Vermeiden Sie unnötige Verpackungen und achten Sie auf umweltgerechte Entsorgung der verschiedenen Materialien, da dies Ressourcen und das Klima schont.
  • Vermeiden Sie batteriebetriebene Spielwaren. Batterien sind Problemstoffe und in Spielwaren nicht immer kindersicher eingebaut.
  • Versuchen Sie erweiterbare und kombinierbare Spielwaren zu schenken. Ein Baukastensystem, das sich ergänzen lässt, oder eine Puppe mit vielen Kleidern erhält nachhaltig das Interesse der Kinder.
  • Durch Riechen, Fühlen und optische Prüfung lässt sich minderwertiges Spielzeug am besten von hochwertigem unterscheiden. Produkte, die unangenehm riechen oder parfümiert duften und scharfe Kanten aufweisen sollten vermieden werden.
  • Kinderspielzeug muss nicht immer neu sein. Oft können gebrauchte, gut erhaltene Spielsachen auch ausgeborgt oder aus zweiter Hand erworben werden. Das schont Ressourcen, die Müllberge und den Geldbeutel. Zudem sind diese Spielwaren schon ausgedämpft, falls flüchtige Schadstoffe enthalten waren.