Zoom-Talk: „Der Verschwender“ bei den Raimundspiele Gutenstein

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Ein Kultur-Highlight der besonderen Art sind die Raimundspiele Gutenstein. Unter der Intendanz von Norbert Gollinger wird das Zaubermärchen „Der Verschwender“ auf die Bühne gebracht. Was „Zaubermärchen“ genau bedeutet und wo man bis heute Spuren von Ferdinand Raimunds kreativen Werken hautnah erleben kann, erzählt uns der Intendant exklusiv im Interview.

Die Welt des Zaubers und der Magie fasziniert seit Hunderten von Jahren. So auch Ferdinand Raimund, als er das Stück „Der Verschwender“ 1833 verfasste. „‚Der Verschwender‘ halte ich für eines der besten Stücke von Raimund“, betont Norbert Gollinger, der Intendant der Raimundspiele Gutenstein.

Das Zaubermärchen

Aber warum ist dieses Stück ein absolutes Highlight aus Raimunds Werken? Die Geschichte dreht sich um den Edelmann Julius Flottwell, der sein Erbe an vermeintliche Freunde verschleudert. Doch wahre Freundschaft und Liebe lassen sich – wie so oft im Leben – nicht kaufen. „Die Raimundspiele entführen uns in eine Märchen- und Zauberwelt, die wie ein Traum erscheint. Zunächst mag man denken, der Protagonist ist selbst schuld an seinem Schicksal, doch letztlich erkennt man die menschliche Seite und empfindet Mitgefühl. Diese Zauberwelt liebte Raimund und ebenso sein Publikum“, so Gollinger weiter. Die Magie der Feenwelt rettet letztlich Flottwell und führt zu einer tief berührenden Einsicht.

Ein Blick hinter die Kulissen

Die Vorbereitung eines solchen Stücks ist kein leichtes Unterfangen. Doch der Intendant ist voller Stolz, wenn es ums Ensemble geht: „Die Schauspieler sind großartig, und ich bin überzeugt, dass sie einen Verschwender präsentieren werden, der beim Publikum sehr, sehr gut ankommen wird.“ Die Proben verlaufen intensiv und voller Hingabe. „Ich war bei den Proben und habe große Freude daran, wie die Figuren zum Leben erweckt werden“, erzählt er begeistert.

Auf die Frage nach Überraschungen in der Inszenierung verrät Gollinger schmunzelnd: „Ja, es gibt eine Überraschung, eher gegen Ende, im letzten Drittel.“ Die Regie von Helmut Wiesner verleiht der Inszenierung zusätzlich Authentizität. „Ich bin kein Anhänger davon, Stücke umzuschreiben. Raimund pur, das erwartet das Publikum“, erklärt der Intendant.

Auf den Spuren von Ferdinand Raimund

Für Gollinger, der selbst in Gutenstein aufwuchs, ist die Umgebung genauso inspirierend wie das Stück selbst. „Ein Besuch des Mariahilfbergs ist sehr zu empfehlen“, meint er. Dort, wo einst Ferdinand Raimund selbst verweilte, können Besucher die Aussicht genießen und in die Atmosphäre eintauchen, die den Dichter einst inspirierte. Auch das Gasthaus Zwinz in Steinapiesting ist einen Besuch wert. „Gutenstein ist ein sehr mystischer Ort. Kein Zufall, dass Raimund so gerne hier war“, fügt er hinzu.

Die Premiere von „Der Verschwender“ findet am 10. Juli um 19.30 Uhr statt, das Stück wird bis zum 4. August gespielt. Norbert Gollinger lädt alle herzlich ein und verspricht: „Das Publikum erwartet ein Ferdinand Raimund, der unter die Haut geht.“ Die Raimundspiele Gutenstein bieten somit ein Sommermärchen, das man nicht verpassen sollte.

Foto: © Joachim Kern

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