Die Premiere der Jubiläumsinszenierung „Mirjam – Stark wie der Tod ist die Liebe“ steht unmittelbar bevor und mit ihr ein neuer Blick auf die Passion Christi: Erstmals erzählt Maria Magdalena.
Die Neuinszenierung stammt aus der Feder von Spielleiter Pfarrer Dr. Richard Geier, Regie und Bühnenbild verantwortet Prof. Manfred Waba, die Musik kommt von Mag. Albin Rudisch, PhD. Gemeinsam mit den Darstellern wurde in den vergangenen Monaten an Bühnenbildern, Kostümen und Szenen gearbeitet, um die neue Perspektive auf die Passionsgeschichte zum Leben zu erwecken.
Im Mittelpunkt steht diesmal Maria Magdalena, hier als Mirjam bezeichnet. Die Geschichte setzt 20 Jahre nach den Ereignissen in Jerusalem und Bethanien an. Im Rückblick erinnert sich Mirjam an Jesu Wirken und verarbeitet ihre Erlebnisse im Austausch mit Figuren aus dem Johannesevangelium. Verkörpert wird die Titelrolle von Renée Gallo-Daniel und Iris Klemenschitz. In die Rolle Jesu schlüpfen erneut Andreas Schalling und Rupert Kugler, die bereits 2022 bei „Emmaus – Geschichte eines L(i)ebenden“ auf der Bühne standen.
„Ich freue mich, dass wir 2026, im 100. Jahr der Passionsspiele diese Neuinszenierung bieten können. Sie rückt eine Frau in den Mittelpunkt, die sehr wichtig im Leben Jesu war: Maria Magdalena. Das ist eine Sicht, die in der männerdominierten Kirche bisher vernachlässigt wurde. Manfred Waba und Albin Rudisch erwiesen sich als eine ausgezeichnete Wahl, um diese Geschichte zum Leben zu erwecken. Das sind beste Voraussetzungen, um wieder ein breites Publikum anzusprechen und vielleicht auch die Menschen zu gewinnen, die mit traditionellen Formen der Glaubensverkündigung bisher wenig anfangen konnten.“
Auch musikalisch setzt „Mirjam“ auf einen frischen Zugang. Komponist Albin Rudisch gibt mit der Produktion sein Debüt bei den Passionsspielen und spannt einen Bogen von opulenten Orchesterpassagen über kraftvolle Klangbilder bis hin zu emotionalen Momenten.
Für Regisseur Manfred Waba schließt sich mit den Passionsspielen ein besonderer Kreis. Rund 30 Jahre nach seiner ersten Opernproduktion im Steinbruch kehrt er nun auf die Ruffinibühne zurück. „Ich bewundere aus tiefstem Herzen alle Mitwirkenden, die mit Freude, Einsatz und tiefer Überzeugung ihre Freizeit opfern. In zweieinhalb Stunden vollbringen wir für die Menschen etwas Einmaliges, denn sie sollen vom tiefen Sinn des Spiels berührt werden“, so Waba.
Die Passionsspiele selbst blicken auch auf eine lange Geschichte zurück. Ihren Ursprung nahmen sie 1926 auf einem Bauernhof in St. Margarethen. Seit 1961 wird im Römersteinbruch gespielt, seit 2016 dient die kleinere Ruffinibühne als Spielstätte. Zum Jubiläumsjahr kehrt die Tradition nun mit einer Neuinszenierung zurück.
Die Jubiläumsinszenierung „Mirjam – Stark wie der Tod ist die Liebe“ wird von 23. Mai bis 12. Juli 2026 an Samstagen, Sonntagen und Feiertagen auf der Ruffinibühne im Steinbruch St. Margarethen aufgeführt.



