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Erich Altenkopf im Talk: Vom „Sturm der Liebe“-Star zum Musiker

16 Jahre lang war er das Herzstück des Fürstenhofs, doch jetzt schlägt das Herz von Erich Altenkopf im Takt der Musik. Mit zwei Singles, einem Album in Arbeit und einem großen TV-Auftritt zeigt der Schauspieler, dass das nächste Abenteuer gerade erst begonnen hat.
© Kawka

„Sturm der Liebe“ gilt als eine der erfolgreichsten deutschen Telenovelas überhaupt. Seit 2005 läuft die ARD-Serie ohne Unterbrechung und hat in über zwanzig Staffeln Millionen Zuschauerinnen und Zuschauer in die romantische Welt des Fürstenhofs gezogen. Eine Figur, die dabei ganz besonders ans Herz gewachsen ist, war Dr. Michael Niederbühl – Arzt, Charmeur und Herzensbrecher. Sechzehn Jahre lang hat Erich Altenkopf dieser Rolle sein Gesicht gegeben und sie mit Leben erfüllt. Nun hat er den Fürstenhof verlassen, dies aber keineswegs, um sich zur Ruhe zu setzen. Im Interview spricht der gebürtige Wiener über den Abschied, seine Familie und seinen neuen Weg als Musiker.

schauvorbei.at: Im november letzten Jahres endete Ihre Zeit als Dr. Michael Niederbühl bei „Sturm der Liebe“ offiziell. Ist der Abschied mittlerweile angekommen oder erwischen Sie sich noch manchmal dabei, den Fürstenhof zu vermissen?
Erich Altenkopf:
Michael Niederbühl wird immer ein Teil von mir bleiben. Eine Rolle, die man so lange verkörpert hat, lässt sich vom eigenen Ich irgendwann kaum noch wirklich trennen. Es ist so viel von Erich Altenkopf in die Figur des Dr. Michael Niederbühl eingeflossen – so viele meiner Eigenheiten, meine Musikalität, meine Liebe zum Tanz, meine Art, die Welt zu sehen, meine Gefühle. Diese Liste ließe sich noch endlos weiterführen. Fakt ist aber, Michael ist ein Teil von mir; oder ich bin ein Teil von Michael, je nachdem, wie man es betrachten möchte. In der Welt des Fürstenhofs, in diesem Universum von „Sturm der Liebe“, durfte ich gemeinsam mit dieser Figur unzählige wunderbare Momente erleben. Also, um die Frage klar zu beantworten: Ja, ich vermisse den Fürstenhof. Sehr sogar. Und dabei habe ich noch gar nicht von all den lieben Kollegen und dem wunderbaren Team gesprochen, die einem natürlich sehr ans Herz wachsen.

schauvorbei.at: Sie haben einmal erzählt, wie emotional der Abschied war. Gab es am letzten Drehtag einen Moment, der Ihnen besonders in Erinnerung geblieben ist?
Erich Altenkopf:
Es gab so viele wunderbare Momente bei meinem Abschied, denn ich war wirklich vollkommen überrascht, welchen Aufwand die Produktion für diesen betrieben hat. Es waren so viele Menschen da, die mich über all diese sechzehn Jahre begleitet haben. Und dann gab es auch einen Abschiedsfilm mit vielen lustigen Momenten und vielen Küssen (lacht): Sie haben tatsächlich aufgezählt, wie viele Liebschaften Dr. Michael Niederbühl in all den Jahren hatte. Das war für alle ein sehr lustiger, aber auch sehr bewegender Moment.

Und dann ist etwas passiert, das ich nie vergessen werde: Ich wurde gebeten, mich auf die Stufen des Fürstenhofs zu stellen und eine Rede zu halten. Mit den Emotionen, die mich dabei überwältigt haben, hatte ich selbst nicht gerechnet. Einige Ausschnitte davon kursierten später im Internet und in vielen Beiträgen. Aber es war wirklich so, in diesem Moment des Abschieds zerriss es mir das Herz.

schauvorbei.at: Nach so vielen Jahren entsteht fast eine zweite Familie am Set. Mit welchen Schauspielkollegen aus der Serie werden Sie Kontakt halten?
Erich Altenkopf:
Ich halte mit vielen Kollegen noch Kontakt. Namen möchte ich hier bewusst keine nennen, denn die Gefahr, dabei jemanden zu vergessen, ist einfach zu groß. Eine Ausnahme sei vielleicht erlaubt: Natalie Alison. Als ich sie angerufen habe und fragte, ob sie für mein Musikvideo zu „Telenovelalalala“ zur Verfügung stehen würde, hat sie sofort Ja gesagt. Und als wir das Video dann gemeinsam gedreht haben, war es so, als wäre nie Zeit vergangen. Mit Natalie verbinden mich sechzehn Jahre gemeinsame „Sturm der Liebe“-Geschichte, sie ist eine wunderbare Kollegin. Und ich glaube, mit keiner anderen Frau am Fürstenhof war ich so oft liiert wie mit ihr (lacht).

schauvorbei.at: Sie wollten nach dem Ausstieg mehr Zeit mit Ihrer Familie verbringen. Wie sieht dieser neue Alltag heute aus?
Erich Altenkopf:
So schwer der Abschied vom Fürstenhof auch war, so sehr habe ich mich gleichzeitig darauf gefreut, nach Hause zu kommen. Jetzt die ganze Zeit mit meinen Kindern verbringen zu dürfen, ist für mich das größte Geschenk. Kinder werden so schnell groß, und die Zeit lässt sich nicht zurückdrehen. Umso glücklicher bin ich, dass ich im Moment so viel Zeit mit meiner Familie verbringen darf.

schauvorbei.at: Ihre Frau Lilian Klebow steht selbst im Rampenlicht. Ist es leichter, wenn beide die Herausforderungen dieser Branche kennen, oder bringt das manchmal auch Chaos ins Familienleben?
Erich Altenkopf:
Unser Familienleben ist das reinste Chaos, und das ist auch gut so (lacht). Manchmal ist es natürlich nicht leicht, denn besonders in den Zeiten, als ich noch für „Sturm der Liebe“ vor der Kamera stand, hat meine Frau eine unfassbare Leistung vollbracht. Sie hat diese Familie zusammengehalten und war trotz ihres eigenen Berufs eine großartige Mutter. Dafür bin ich ihr heute von Herzen dankbar. Ich bin unglaublich stolz auf sie und versuche nun, ihr genauso zur Seite zu stehen, indem ich zu Hause bin und ihr den Rücken freihalte.

schauvorbei.at: Mit Ihrer ersten Musik-Single „Unsere Liebe“ schlagen Sie sehr persönliche Töne an. Der Song ist Ihrer Frau Lilian gewidmet und begleitete gleichzeitig Michael Niederbühls Abschied aus der Serie. Was steckt hinter diesem Song und wie hat Lilian reagiert, als sie ihn zum ersten Mal gehört hat?
Erich Altenkopf:
Ich habe diesen Song selbst komponiert und getextet. In ihm geht es um die wahre Liebe im Leben, damit war er der perfekte Song für die Welt der Sonnbichlers, aber vor allem ein ganz persönliches Geschenk an meine Frau. Sie hat daraufhin das Schönste getan, was einem Künstler passieren kann, wenn er seiner geliebten Muse das ihr gewidmete Liebeslied vorträgt: Sie begann vor Freude zu weinen.

schauvorbei.at: Am 20. Mai ist Ihre zweite Single „Telenovelalalala“ erschienen. Wie ist dieser Ohrwurm entstanden?
Erich Altenkopf:
Ich wollte die Jahre am Fürstenhof auf eine fröhliche Art beschreiben, diese schöne Welt der Telenovela, dieses Märchenland für Erwachsene, und das Ganze in einen guten, tanzbaren Feel-Good-Song verpacken. Als mir dann der simple, aber geniale Gedanke kam, dass das Wort Telenovela auf „la“ endet, war „Telenovelalalala“ geboren.

schauvorbei.at: War es schwieriger, einen persönlichen Titel wie „Unsere Liebe“ zu schreiben als einen eher lockeren Song wie „Telenovelalalala“?
Erich Altenkopf:
Das ist schwer zu sagen. Vielleicht hatte ich eher eine gewisse Angst, weil man in so einem Song sehr tief in die eigene Gefühlswelt blicken lässt und sich dadurch natürlich auch sehr verletzlich macht. Geschrieben habe ich ihn aber eigentlich sehr schnell. Die Situation war klar: Es geht um die Sonnbichlers. Und ich hatte eine große Inspiration – meine Frau, unsere Liebe. Ich habe einfach an die schönsten und wichtigsten Momente unserer langen Beziehung gedacht und plötzlich kamen die Worte ganz von allein.

schauvorbei.at: Sie arbeiten auch bereits an einem ganzen Album. Können Sie schon verraten, was wir uns davon erwarten dürfen?
Erich Altenkopf:
Am liebsten würde ich schon ganz viel verraten, aber dann wäre doch die ganze Spannung weg, oder? (lacht) Aber so viel sei gesagt: Auf den nächsten Song freue ich mich ganz besonders. Er widmet sich dem Thema Liebe in unserer verrückten, schnellen, digitalen Welt. Es wird wieder ein fröhlicher Gute-Laune-Song werden – mit einem Augenzwinkern, versteht sich.

schauvorbei.at: Wie entstehen Ihre Songs?
Erich Altenkopf:
Das ist sehr unterschiedlich. Manchmal sitze ich am Klavier und die Melodie kommt fast von allein. Und dann wieder sitze ich den ganzen Tag da und versuche, einen einzigen Akkord so zu verändern, dass er mir gefällt, und es gelingt mir nicht. Beim Text ist es genauso. „Unsere Liebe“ floss geradezu aus der Feder heraus. Bei anderen Texten hingegen komme ich manchmal auf keinen guten Reim und stundenlang fällt mir nichts ein. Und dann sagen meine Kinder oder meine Frau irgendetwas oder ich höre etwas im Radio, und es macht Klick und der ganze Text ist auf einmal da.

schauvorbei.at: Bei der Starnacht am Neusiedler See am 30. Mai feiern Sie mit Ihren Songs eine TV-Premiere. Was bedeutet Ihnen dieser Auftritt?
Erich Altenkopf:
Seitdem ich denken kann, schlagen zwei Herzen in meiner Brust, eines für die Schauspielerei und eines für die Musik. Ich habe immer davon geträumt, eines Tages vor einem großen Publikum Musik machen zu dürfen. Dass sich dieser Traum nun tatsächlich erfüllt, ist für mich noch immer kaum zu fassen. Ich fühle mich wieder wie der kleine Junge, der im Keller Klavier geübt und davon geträumt hat, irgendwann einmal auf genau so einer Bühne stehen zu dürfen.

schauvorbei.at: Die Seebühne Mörbisch mit Blick auf den Neusiedler See gilt als eine der spektakulärsten Open-Air-Kulissen Österreichs. Was macht die Location für einen Auftritt besonders?
Erich Altenkopf:
Diese tolle Bühne, diese wunderschöne Landschaft, die vielen großartigen Künstler, die dort auftreten, und natürlich das Publikum. Ich habe es ehrlich gesagt noch gar nicht wirklich realisiert: Ich stehe dort gemeinsam mit Musiklegenden auf der Bühne, aber auch mit jungen Künstlern, die alle auf ihre eigene Art großartig sind. Ich kann es wirklich kaum glauben, dass ich ein Teil davon sein darf.

schauvorbei.at: Bleibt die Schauspielerei weiterhin Teil Ihres Lebens oder könnte die Musik jetzt tatsächlich die Hauptrolle übernehmen?
Erich Altenkopf:
Ich bin in einer Zeit aufgewachsen, in der Musik und Schauspiel auf wunderbare Weise miteinander verbunden waren, man denke nur an Peter Alexander oder Adriano Celentano. Ich fand es schon immer großartig, wenn jemand all diese Künste in sich vereinen kann. Um die Frage zu beantworten: Ich werde immer Schauspieler sein und ich werde immer Musiker bleiben. Mein größter Traum wäre, eines Tages einen Musikfilm zu machen.

Vielen lieben Dank für das Gespräch!

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