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Vier neue Hochwasserschutzprojekte an der Donau geplant

Niederösterreichs LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf und Infrastrukturminister Peter Hanke haben bei einer Bootsbefahrung an der Donau über aktuelle und neue Hochwasserschutz- und Renaturierungsprojekte informiert. Vier Vorhaben sind für 2027 und 2028 geplant.
Landesrat Anton Kasser, Bundesminister Peter Hanke und LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf bei der Bootsbefahrung auf der Donau (v.l.n.r.). © NLK Khittl

Seit 2002 haben Hochwasserereignisse in Niederösterreich Schäden in Höhe von mehr als zwei Milliarden Euro verursacht, allein beim Hochwasser im Herbst 2024 rund eine Milliarde Euro. Gleichzeitig wurde massiv in den Schutz vor künftigen Ereignissen investiert: Niederösterreichweit wurden seit 2002 rund 800 Projekte umgesetzt und damit die Sicherheit in 300 Gemeinden erhöht.

Vier neue Projekte

„Wir wollen Überflutungen vermeiden und Menschen schützen. Deswegen geht der Ausbau weiter, das wurde heute vereinbart. Durch weitere Hochwasserschutz-Projekte und indem wir unseren Flüssen wieder mehr Platz geben. Entlang der Donau wurden seit 2002 bereits 62 Projekte umgesetzt, die sich gerade bei den letzten Hochwässern allesamt bezahlt gemacht haben. Für 2027 und 2028 sind vier weitere Projekte mit einem Investitionsvolumen von 17 Millionen Euro in der Pipeline“, so Pernkopf, der auf Vorhaben in Bad Deutsch-Altenburg, Melk, Neustadtl an der Donau und Krems-Stein verweist.

Mehr Platz für Flüsse

Neben dem Hochwasserschutz mit Dämmen und mobilen Elementen unterstrich der LH-Stellvertreter die Bedeutung von Renaturierungsprojekten: „Dadurch entsteht mehr Platz für den Fluss, aber auch wertvolle Auenlandschaften und attraktive Naherholungsräume.“ Gleichzeitg verwies er exemplarisch auf die Auenwildnis Wachau, eines von rund 20 bereits umgesetzten EU-LIFE-Projekten. Drei weitere Renaturierungsprojekte seien derzeit in Umsetzung – an der Donau in Schallemmersdorf, an der Pielach und an der Leitha. Ein weiteres Projekt an der Großen Tulln befinde sich bereits in Vorbereitung.

Sicherheit und Natur

Bundesminister Peter Hanke: „Die ist Donau einerseits eine Lebensader für uns alle in Österreich. Auf der anderen Seite geht es natürlich auch um das Thema Sicherheit und Hochwasser, aber auch um die Natur. Und mittlerweile gibt es Verfahren, Prozesse, um all das zusammenzudenken und auch in die Umsetzung zu bringen. Das ist ein großartiges Beispiel, wie die Auen-Naturierung hier in der Wachau wirklich über Jahrzehnte funktioniert. Und wenn der Fischbestand zurückkommt, wenn Vogelarten sich wieder hier heimisch fühlen, aber auf der anderen Seite auch der Hochwasserschutz großgeschrieben wird und damit ein Beitrag für die Natur, für die Wirtschaft, aber insbesondere für die Österreicher zu Buche steht, dann ist das ein Erfolg.“ Hanke bekannte sich zudem dazu, bestehende Projekte fortzuführen und „dass wir uns um die Donau entsprechend auch in den nächsten Jahren kümmern werden. Wir sorgen dafür, dass die Investitionen auf die Donau kommen und das tut uns allen gut.“

Leuchtturmprojekt in der Wachau

„Jede Naturierung bringt einen Vorteil“, so Universitätsprofessor Helmut Habersack und ergänzte: „Während man früher ganz kleine Maßnahmen gesetzt hat, ist das hier in der Wachau eine Gewässervernetzung größeren Umfangs – sicher ein Leuchtturmprojekt – auch im europäischen Kontext. Wir haben ja das Problem, dass die Donau vielfach eingeengt worden ist, dass die Überflutungsflächen weggeschnitten wurden und eigentlich die Hochwasserwelle beschleunigt wurde. Und jetzt im Zusammenhang mit dem Klimawandel, wo wir damit rechnen müssen, dass mehr Extremereignisse auftreten, ist das Gegenteil schon ganz wichtig, nämlich dass wir wieder mehr Fläche zur Verfügung stellen und das Wasser langsamer abfließen kann.“

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